Europawahl 2024: Machen, was zählt!

Am 09. Juni 2024 ist Europawahl.  „Was uns schützt” ist der Titel unseres Europawahlprogramms. Die EU wahrt unseren Frieden, das wollen wir erhalten und erneuern.

Wir sind jeden Samstag bis einschließlich 08. Juni für euch in den Fußgänger*innenzonen Schlebusch, Opladen und Wiesdorf. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!

In Schlebusch von 10-13 Uhr.
In Opladen von 9.30-13 Uhr.
In Wiesdorf von 10-12.30 Uhr.

Das sind unsere weiteren Aktionstermine:

Kneipentour in Opladen am 24. Mai ab 20 Uhr.
Waffeln backen in Wiesdorf am 14. Mai von 9-13 Uhr.
Waffeln backen und „Hau den Lukas“ in Opladen am 07. Juni von 9-13 Uhr.
Wahlparty im Treibhaus am 09. Juni ab 17 Uhr.

 

1. Machen, was zählt!

Wir wollen Europa schützen und stärken, weil es uns schützt und stark macht. Dabei konzentrieren wir uns aufs Wesentliche: Klimaschutz, Gerechtigkeit und die Verteidigung unserer Demokratie.

Wir machen, was zählt.

Grüne Politik steht dafür, Lösungen zu suchen und sie gemeinsam zu finden. Für dich. Für alle. Für heute und morgen.

Lass uns gemeinsam unseren Wohlstand erneuern – in Deutschland und Europa.

Lass uns gemeinsam das Klima und unsere Lebensgrundlagen schützen.

Lass uns gemeinsam unsere Demokratie gegen Rechtsextreme verteidigen – für ein gutes Zusammenleben.

Lass uns gemeinsam machen, was zählt.

 

2. Machen, was Wohlstand und Klima schützt.

Damit Energie für dich und die Wirtschaft bezahlbar und krisensicher bleibt, bauen wir Stromtrassen, die saubere und billige Energie aus dem sonnigen Süden und dem windigen Norden dorthin bringen, wo sie gerade gebraucht wird.

Wir stärken die Wirtschaft und schützen das Klima, z.B. indem wir grünen Wasserstoff überall nutzbar machen, damit auch energieintensive Industrien wie die Stahlproduktion in Europa Zukunft haben. Durch die Verbindung europäischer Bahnnetze machen wir es für alle Bürgerinnen und Bürger einfacher, unseren Kontinent mit dem Zug zu erkunden.

All das ist Teil des Green Deal. Mit ihm machen wir Europa klimaneutral, modern und wettbewerbsfähig. Diese Europawahl entscheidet über seine Zukunft.

 

3. Machen, was Gerechtigkeit schützt.

Wir kämpfen für einen Sozialstaat, auf den du dich verlassen kannst. Dazu zählen gerechte Arbeitsbedingungen und starke Gewerkschaften, sichere Jobs und faire Löhne.

Damit alle EU-Bürger*innen mit ihren Einkommen auskommen, wollen wir europaweit angemessene gesetzliche Mindestlöhne sichern. Für Deutschland würde das bedeuten: Wir heben den Mindestlohn auf rund 14 Euro an.

So schützen wir Europäer*innen vor Armut und Ausgrenzung und sorgen dafür, dass unser Wohlstand bei allen ankommt.

 

4. Machen, was Demokratie und Freiheit schützt.

Du sollst frei und sicher leben können in einer vielfältigen und offenen Gesellschaft. Dafür verteidigen wir unsere Freiheit und unsere Demokratie gegen Rechtsextreme, die sie angreifen.

Wir sichern Rechtsstaatlichkeit. Mit verbindlichen Regeln europaweit stellen wir uns klar gegen Korruption und Vetternwirtschaft, gegen Einschränkungen von Pressefreiheit, Frauenrechten und einer unabhängigen Justiz.

 

5. Machen, was Frieden schützt.

Damit du in der EU auch in Zukunft in Frieden und Freiheit leben kannst, braucht es ein starkes Europa, das unabhängig von Autokraten wird. Dazu gehört auch, dass wir unsere Energieversorgung europaweit durch den Ausbau Erneuerbarer auf eigene Beine stellen.

Dabei unterstützen wir auch unsere Verbündeten weltweit, denn mit dem Ausbau von Schienennetzen, erneuerbaren Energien und einer sicheren Wasserversorgung werden sie unabhängiger von autokratischen Regimen. So schaffen wir Infrastruktur in unseren Partnerländern, stärken die Kooperation mit unseren Verbündeten, bekämpfen Fluchtursachen – und erschließen auch für uns neue Energiequellen.

Darüber hinaus sorgen wir mit Diplomatie, aktiver Außenpolitik und fairem Handel für Sicherheit in unsicheren Zeiten – auch ganz konkret für dich in Deutschland.

 

Daniel Freund ist Kandidat unserer Region zur Europawahl

Daniel Freund ist in Aachen geboren und einen Steinwurf von der Grenze zu Belgien aufgewachsen.  Seit 2019 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments. Seine größten politischen Erfolge: Wir haben 20 Milliarden Euro EU-Gelder für Viktor Orban eingefroren. Wir haben eine unabhängige Lobbykontrolle geschaffen und einen umfassenden EU-Reform-Prozess gestartet.

Er kämpft mit voller Leidenschaft für unser Europa. Er setzt sich ein für ein Europa, das sich gegen Autokraten und Demokratiefeinde wehrt. Er kämpft dafür, dass wir unser Europa weiter ausbauen. Stärker und wehrhaft machen. Wir überlassen Europa nicht den Nationalisten. Wir in NRW, wir wollen mehr Europa.

Die Website von Daniel Freund findest du hier.

 

Das GRÜNE Europawahlprogramm findest du hier.

Zudem gibt es das Kurzwahlprogramm in leichter Sprache hier.

Frisches GRÜN aus dem Rat

Am Montag, 06. Mai, tagte der Rat wieder, bevor es nun eine kleine Ausschuss-Pause gibt und dann den letzten Rat vor der Sommerpause in der Woche vor den Sommerferien. Einiges haben wir ja bereits berichtet (siehe zum Beispiel auch hier), daher hier nur die Highlights:

Bezahlkarte für Geflüchtete

Auf unsere Initiative hin wurde die Anträge von CDU, FDP und AfD zur Bezahlkarte für Geflüchtete nochmals vertagt und nicht entschieden. Wir meinen: Nach wie vor stehen weder die Parameter noch die notwendigen Informationen des Landes Nordrhein-Westfalen für eine Entscheidung für oder gegen eine Bezahlkarte fest. Ebenso ist nicht klar, ob die Einführung einer Bezahlkarte eine zusätzliche Be- oder Entlastung für die Verwaltung wird, ganz abgesehen von der Ausgestaltung für die Betroffenen.

Weihnachtsfest für alle

Gemeinsam mit der CDU, SPD und Gisela Kronenberg als Einzelvertreterin im Rat, haben wir einen Antrag eingebracht, der die Einführung einer zentralen Weihnachtsfeier in Leverkusen vorschlug. Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Das Ziel ist, dass die Verwaltung eine zentrale Weihnachtsfeier in Leverkusen organisiert, die die verschiedensten Menschen unserer Stadt zusammenbringt, denn nicht für alle Menschen ist das Weihnachtsfest ein unbeschwertes Fest. Daher soll sich die Feier besonders an einsame Menschen, Senior*innen, kinderreiche Familien oder Menschen, denen ein Dach über dem Kopf fehlt, richten. Vorbild ist die überregional bekannte Feier des Musikers Frank Zanders. Claudia Wiese, unsere Fraktionsvorsitzende, sagt dazu: „Mit dem gemeinsamen Antrag wollen wir ein Zeichen der Verbindung setzen. Niemand soll sich zu Weihnachten einsam fühlen.“

Skaterbahn

In der gleichen interfraktionellen Konstellation wie beim „Weihnachtfest für alle“, haben wir einen gemeinsamen Antrag gestellt, der die Verwaltung beauftragt, mit den Planungen für eine Skaterbahn zu beginnen. Hintergrund ist, dass durch die Pläne für den Ausbau der Autobahn in Leverkusen der bisherige Standort der Skaterbahn unter der Stelzenbrücke nicht mehr erhalten werden kann. Die Skaterbahn wird von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt. Als mögliche Alternative wird der Sportplatz im Stadtpark Leverkusen Wiesdorf vorgeschlagen. Uns ist es wichtig, Orte für Jugendliche zu erhalten, damit diese sich begegnen können und zentral in unserer Stadt ihren Freizeitaktivitäten nachkommen können.

Machbarkeitsstudie zur Feuerwache & Entsiegelung von Flächen

Mit unserer Zustimmung zur Machbarkeitsstudie für die neue Feuerwache Nord hatten wir GRÜNEN eine grüne Hoffnung verknüpft: die Hoffnung, dass das Thema Entsiegelung in Leverkusen ernsthaft angegangen wird. Wir haben unsere Entscheidung für den Standort „Auf den Heunen“ daran gebunden, dass im gleichen Maße Fläche entsiegelt wird. Und übrigens nicht nur wir GRÜNE, sondern das war auch ein Beschluss, dem auch SPD und CDU zugestimmt haben. Mit der in der aktuellen Ratssitzung eingebrachten Vorlage, wurden seitens der Verwaltung allerdings bis dato lediglich zwei Parkplätze zur Entsiegelung vorgelegt. Wir meinen: Das ist definitiv zu wenig! Laut Verwaltung sollen jedoch noch weitere Flächen hinzukommen, sodass dies erst ein erster Aufschlag sei.

Es gibt in der Fraktion durchaus Stimmen, die sagen: Der politischen Wille ist hier grob missachtet worden, eigentlich kann man dieser Vorlage zur Mini-Entsiegelung so nicht zustimmen – und damit erst mal auch nicht den weiteren Planungen für den Bau „Auf den Heunen“. Wir haben am Ende trotzdem zugestimmt, aber es bleibt ein komisches Gefühl. Wir werden sehr genau darauf schauen, wie es nun weiter geht. Und wir werden unsere weitere Zustimmung zum Verfahren von den weiteren Informationen zur Entsiegelung abhängig machen.

Dennoch stellen wir als Fraktion den Standort „Auf den Heunen“ weiterhin nicht in Frage – auch wenn wir wissen, dass wir dafür in einen wirklich sehr sauren Apfel beißen müssen. Es zieht uns die Zähne zusammen, wir haben es wieder und wieder diskutiert, aber wir sehen keine echte Alternative, auch wenn einige das immer noch glauben machen wollen — jedenfalls keine, die weniger problematisch ist. Es geht um Katastrophenschutz, das ist uns ein sehr hohes Gut. Diskutieren kann man sicher die Prämissen, unter denen nach Flächen gesucht worden ist. Vielleicht müssen wir da tatsächlich in Zukunft noch aufmerksamer sein.

Frisches GRÜN aus dem Rat

In der Sondersitzung des Rates am vergangenen Montag haben wir die Tagesordnungspunkte nachgeholt, für die im Februar die Zeit leider nicht gereicht hatte. Dennoch dauerte auch diese Sondersitzung ganze sechs Stunden! Allein die nötigen Umbesetzungen von Ausschüssen und anderen Gremien dauerten zwei Stunden, weil die mal wieder auf Antrag des Rechtsextremisten Markus Beisicht geheim durchgeführt werden mussten. Für den Städtetag NRW, der kommunalen „Lobby“ gegenüber Land und Bund, wurde unter anderem unsere Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese als Delegierte gewählt.

Insgesamt war die Sitzung aber tatsächlich für uns GRÜNE erfreulich, denn in fast allen Punkten wurde so entschieden, wie wir das wollten. Zum Teil ging es gar nicht um inhaltlich, sondern erst mal um verfahrenstechnische Dinge. Zum Beispiel bei der geplanten baurechtlichen „Grünsatzung“, die als Entwurf vorliegt, und die FDP und CDU am liebsten komplett verwerfen wollten. Alle wollen zwar mehr Grün, aber wenn es um die konkrete Umsetzung geht, sollen die Bürger*innen „nicht gegängelt“ werden…

Ein großes Thema, bei dem wir auch ausführlich über das Verfahren diskutiert haben, ist der Landschaftsplan: eine Kartierung, mit der langfristig festgelegt wird, welches Gebiet unter Naturschutz steht, welches unter Landschaftsschutz und welches bebaut werden kann. Der letzte Leverkusener Landschaftsplan stammt von 1987 — und dass der jetzt wieder neu aufgelegt werden soll, hat viele erstaunt, ist aber auch nötig. Der Streit ging im Rat um die Frage, wer noch vor der rechtlich vorgeschriebenen Offenlegung des Entwurfs einbezogen werden sollte. Die Verwaltung betonte, dass die Kommunalpolitik immer als erstes informiert und gehört werden muss. Die CDU hätte es aber gut gefunden, wenn zum Beispiel die Landwirt*innen oder auch Wirtschaftsvertreter*innen früher mit ihren Bedenken einbezogen worden wären. Es wird jedenfalls jetzt „Bürgerdialoge“ in allen drei Stadtbezirken geben, bei denen die Verwaltung über die geplanten Änderungen informieren wird. Außerdem haben alle Betroffenen die Möglichkeit, Einwände zu formulieren, mit denen sich die Verwaltung beschäftigen muss. Am Ende des Prozesses wird uns im Rat der Entwurf wiederum zur Abstimmung vorgelegt werden.

Auch das Thema Autobahnausbau hat uns wieder einmal beschäftigt. Hier haben wir Ratsleute mit dem gemeinsamen Bündnis „Keinen Meter mehr“ uns entschieden, die Linie des zivilen Ungehorsams doch weiter zu verfolgen. Das heißt: Wir geben keine Unterlagen an die Autobahn GmbH heraus. Denn wir sind sehr unzufrieden mit der Art, wie das Verkehrsministerium mit uns kommuniziert hat. Sie hatten uns nach den Gesprächen der letzten Monate mehr versprochen.

Im neuen Ratsturnus, der diese Woche beginnt, werden uns unter anderem das Thema Entsiegelung im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der Feuerwache auf den Heunen beschäftigen — und sicher auch die Bezahlkarten für Geflüchtete. Mehr dazu im kommenden Newsletter!

Frisches GRÜN aus dem Rat

Um eins direkt vorwegzunehmen: Auch die vergangene Ratssitzung, am Montag, 19.02.2024, war wieder einmal sehr lang. Fast acht Stunden tagte der Rat, und trotzdem mussten einige Tagesordnungspunkte in eine Sondersitzung am 08.04.2024 verschoben werden.

Resolution gegen Rechts

Gemeinsam mit den anderen demokratischen Parteien im Rat haben wir eine Resolution gegen Rassismus, Provokationen, Fake News und Täuschungen verabschiedet. Der Stadtrat erteilte jeglichen extremistischen Gruppen und Strömungen eine klare Absage. Hass und Gewalt sowie die Leugnung historischer Tatsachen, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus lehnen wir zutiefst ab. Die Stadträte und Stadträtinnen der Stadt Leverkusen stehen für Freiheit, Toleranz, internationales Miteinander, Solidarität und Demokratie.

Darüber hinaus rufen wir alle Mitbürger*innen aufgerufen, Gesicht zu zeigen und mit uns aufzustehen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Die Resolution wurde getragen von CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, BÜRGERLISTE, Opladen Plus und FDP sowie Ratsfrau Kronenberg.

Kritik am Haushalt, aber Zustimmung

„Wir müssen ans Ersparte ran und wir fahren auf Sicht. Das ist machbar, aber darf beides kein Dauerzustand sein“, sagte Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese in ihrer Haushaltsrede. Der Haushalt für das Jahr 2024 lässt nicht viel Spielraum zu. Mehr Investitionen in erneuerbare Energien, die kommunale Wärmeplanung, den Hochwasserschutz – Claudia Wiese wurde in ihrer Haushaltsrede deutlich: „Das alles ist teuer, aber wenn wir das jetzt nicht machen, kostet es demnächst noch viel mehr.“

Wir brauchen außerdem kreative und neue Ansätze in der Personalgewinnung, gerade bei den Kitas. Zum Thema Verkehr fordern wir, dass die Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept jetzt aber auch wirklich umgesetzt werden. Bei aller konstruktiver Kritik gab es aber auch Lob für die Leverkusener Verwaltung, zum Beispiel für die jetzt geplanten Maßnahmen zur Vermeidung von Obdach- und Wohnungslosigkeit oder der Umsetzung rund um die City C.

Trotz unserer Kritik haben wir dem Haushalt zugestimmt. „Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist“, zitierte Claudia Wiese den israelischen Staatsgründer Ben Gurion. „Für die Entwicklung der Stadt in diesem Haushaltsjahr hoffen wir das Beste. Wir GRÜNE bleiben optimistisch, wir glauben auch an Wunder. Übrigens sogar an eines mit drei Pokalen.“

Hitdorfer Rheinfähre

Es war leider zu erwarten: Die Hitdorfer Fähre führte im Stadtrat zu einer hitzigen Diskussion. Dabei ging es um die Zukunft der Fährverbindung und eine Zwischenlösung. Auch wir setzen uns für den Erhalt der Fähre ein.

Wegen der großen öffentlichen Anteilnahme an der Entscheidung haben wir aber vorgeschlagen, zunächst alle Nutzer*innen an einen Tisch zu holen. Dazu hatten wir einen gemeinsamen Antrag mit der SPD auf Einrichtung eines Dialogforums gestellt. Leider hat sich die Mehrheit des Rats dagegen entschieden. Dabei sind noch längst nicht alle wichtigen Fragen beantwortet.

„Jetzt soll wenigstens geklärt werden, ob eine Fährverbindung und welcher Fährtyp in das ÖPNV-Angebot und Tarifsystem der Region eingegliedert werden kann“, stellte unser Ratsherr Gerd Wölwer klar. Darüber hinaus wollen wir auch von der Stadt Köln ein klares Statement, die Partnerschaft weiterhin zu tragen.

Bezahlkarte für Geflüchtete

CDU, FDP und AfD wollten, dass in Leverkusen möglichst schnell die Bezahlkarte für Geflüchtete eingeführt wird und hatten dafür entsprechende Anträge gestellt. Das fanden wir jedoch vorschnell. Wir haben jedoch dafür gesorgt, dass die Entscheidung in die entsprechenden Fachausschüsse vertagt wurde. David Dettinger, unser integrationspolitischer Sprecher, und der finanz- und sozialpolitische Sprecher Stefan Baake sind sich einig: „Richtig so – bis jetzt gab es keine fachpolitische Debatte in den Ausschüssen und auch keine Beteiligung beispielsweise der Wohlfahrtsverbände.“

Ganz abgesehen davon, dass eine solide Entscheidungsgrundlage bis dato fehlt. Das Ausschreibungsverfahren des Landes NRW läuft momentan noch. Die kommunalen Kosten sind genau wie das Prozedere aktuell überhaupt nicht absehbar. Auch nicht, wie viele Geflüchteten dies in Leverkusen betreffen würde. Rückenwind haben wir auch vom Vorstand erhalten. Vorstandssprecher Thomas Nagel mahnt: „In einer Zeit, in der vielfach populistisch über das Thema Migration diskutiert wird, ist genaues Hinschauen wichtig. Dazu braucht es vor allem eines: aussagekräftige Fakten!“

Sonstiges

Der Entscheidung, keine parteipolitischen Veranstaltungen an Schulen mehr durchführen zu können, wurde final im Rat zugestimmt. Dazu hatten wir ja bereits im letzten Newsletter berichtet.

Es wurde ein Jugendbudget in Höhe von 40.000 Euro verabschiedet, welches das unter anderem auf eine aus einer Initiative des Jugendstadtrats zurück geht. Mit diesem Geld sollen die Jugendlichen in Kooperation mit der Verwaltung eigene Ideen und Projekt umsetzen können, über die sie der Politik unterjährig berichten werden.

Fachkräfte für Kitas – Erhöhung der Entgelte – Stellungnahme

Städtische Erzieher*innen in Leverkusen sollen mehr Geld für ihre Arbeit erhalten. Dies begrüßen wir als Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN selbstverständlich grundsätzlich.

Allerdings fordern wir, dass die Stadtverwaltung auch für die Differenz bei den beschäftigten Erzieher*innen der anderen Kita-Träger aufkommt. Wir sind sowohl für die städtischen als auch die circa 50 Kitas der freien Träger in Leverkusen verantwortlich. Das ist unsere politische Verpflichtung und unser Selbstverständnis.

Bei so grundsätzlichen Entscheidungen sollten alle relevanten Akteure eingebunden werden. Die Erfüllung des Rechtsanspruches auf einen Kitaplatz kann nur in Zusammenarbeit mit allen Trägern gelingen, hierfür müssen vergleichbare Rahmenbedingungen gelten. Wir als Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erwarten dabei eine konstruktive Zusammenarbeit und Kommunikation auf Augenhöhe.

Die Stadtverwaltung will die derzeitige Eingruppierung ab Juli 2024 auf 8b erhöhen, und zwar rückwirkend ab Juli 2022 (TVöD SuE). Das hatte die Verwaltung der Stadt Leverkusen Ende Februar 2024 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Wir GRÜNE meinen: Neben der Erhöhung der Gehälter sollten unbedingt weitere Maßnahmen getroffen werden, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Insbesondere sollten sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Dazu gehört, die Kitas für weitere pädagogische Berufe zu öffnen, was die Personalverordnung NRW ausdrücklich vorsieht und durch zusätzliches Personal die Fachkräfte von allen nicht-pädagogischen Arbeiten zu entlasten.

Außerdem muss das Angebot an Kita-Plätzen passgenauer an den Bedarf der Familien angepasst werden. Wir haben statistisch gesehen zu viele Plätzen mit 45 Stunden, die von den Eltern gar nicht gewünscht sind und daher Personal unnötig binden.

Leverkusen braucht für die Kitas eine echte Fachkräftestrategie, und dann die gesamtstädtische Umsetzung von Maßnahmen — und zwar möglichst schnell.

Trotz Kritik an der Haushaltsplanung: Wir stimmen dem Haushalt zu

Der Haushalt für das Jahr 2024 lässt nicht viel Spielraum zu. Das wurde in der heutigen Ratssitzung deutlich. Daran übt die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kritik, stimmte dennoch dem Haushalt in der vorliegenden Fassung zu. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese: „Wir müssen ans Ersparte ran und wir fahren auf Sicht. Das ist machbar, aber darf beides kein Dauerzustand sein.“

Die Einnahmen durch die Gewerbesteuer entwickelten sich erfreulich, das stimme optimistisch. „Aber es ist vor allem die Chemie-Industrie, die es zurzeit schwer hat in Deutschland“, so Wiese weiter. Mehr Investitionen in erneuerbare Energien, die kommunale Wärmeplanung, den Hochwasserschutz – Claudia Wiese wurde in ihrer Haushaltsrede deutlich: „Das alles ist teuer, aber wenn wir das jetzt nicht machen, kostet es demnächst noch viel mehr.“

Darüber hinaus betonte die grüne Fraktionsvorsitzende, dass Leverkusen kreative und neue Ansätze in der Personalgewinnung gerade bei den Kitas benötige. „Und wir müssen in Zukunft noch mehr Geld in die Hand nehmen für die Sprachbildung, fürs Deutschlernen. Da reichen Ferienangebote bei weitem nicht aus.“

Zum Thema Verkehr fordern die GRÜNEN, dass die Maßnahmen aus dem Mobilitäts-Konzept jetzt aber auch wirklich umgesetzt werden: „Es ist alles da, es muss jetzt mal losgehen!“

Claudia Wiese nahm auch Bezug auf das Erstarken rechter Kräfte: „Heute vor drei Wochen haben wir zusammengestanden hier auf dem Platz vor dem Rathaus. Gemeinsam gegen den Rechtsruck, gemeinsam gegen Populismus und Ausgrenzung.“ Das zu sehen und zu erleben, habe Mut gemacht. „Leverkusen ist bunt, Leverkusen ist vielfältig und international. Wir sind und wir bleiben weltoffen, herzlich und hilfsbereit.“

Bei aller konstruktiver Kritik gab es aber auch Lob für die Leverkusener Verwaltung, zum Beispiel für die jetzt geplanten Maßnahmen zur Vermeidung von Obdach- und Wohnungslosigkeit oder der Umsetzung rund um die City C.

„Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist“, zitierte Claudia Wiese den israelischen Staatsgründer Ben Gurion. „Für die Entwicklung der Stadt in diesem Haushaltsjahr hoffen wir das Beste. Wir GRÜNE bleiben optimistisch, wir glauben auch an Wunder. Übrigens sogar an eines mit drei Pokalen!“, betonte Claudia Wiese abschließend.

Richtig so: Vertagung der Bezahlkarte für Geflüchtete

Die Entscheidung über die Bezahlkarte für Geflüchtete wird in die Fachausschüsse vertagt. Dafür hat in der heutigen Ratssitzung die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gestimmt. Unter anderem CDU und FDP hatten beantragt, die Voraussetzungen zur Einführung einer Bezahlkarte so schnell wie möglich zu schaffen.

David Dettinger, integrationspolitischer Sprecher und der finanz- und sozialpolitische Sprecher Stefan Baake sind sich einig: „Richtig so – bis jetzt gab es keine fachpolitische Debatte in den Ausschüssen und auch keine Beteiligung beispielsweise der Wohlfahrtsverbände.“

Ganz abgesehen davon, dass eine solide Entscheidungsgrundlage bis dato fehlt. Dazu Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese: „Das Ausschreibungsverfahren des Landes NRW läuft momentan noch. Die kommunalen Kosten sind genau wie das Procedere aktuell überhaupt nicht absehbar. Abgesehen von der Anzahl der Geflüchteten, die dies in Leverkusen betreffen würde.“ Bereits in der vergangenen Woche hatte die Fraktion hierzu eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung übermittelt.

Rückenwind erhält die Fraktion auch vom Vorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen, die mit Parteimitgliedern eine Einführung einer Bezahlkarte bereits im vergangenen Jahr mit verschiedenen Akteuren auf einer Podiumsdiskussion diskutiert haben. Vorstandssprecher Thomas Nagel mahnt: „In einer Zeit, in der vielfach populistisch über das Thema Migration diskutiert wird, ist genaues Hinschauen wichtig. Dazu braucht es vor allem eins: aussagekräftige Fakten!“

Ja zu einer neuen klimafreundlichen Fähre

Am kommenden Montag, 05.02.2024, wird die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit einem ganz klaren Ja der Vorlage der Verwaltung zur Hitdorfer Rheinfähre im Finanz- und Digitalisierungsausschuss zustimmen.

Bereits im Kommunalwahlkampf 2020 hatte sich Ratsherr Gerd Wölwer für eine Neuanschaffung stark gemacht: „Es ist schade, dass erst so viele Pannen passieren mussten, damit nun endlich gehandelt wird. In jedem Fall begrüßen wir die Vorlage der Verwaltung ausdrücklich und stehen voll hinter den Plänen einer neuen reinen Fahrrad- und Fußgängerfähre.“

Die Hitdorfer Rheinfähre ist mehr als ein Ausflugsboot: Sie dient auch dem täglichen Pendelverkehr zwischen Leverkusen und Köln. Deshalb sollte eine neue Fähre und dessen Preisstruktur auch in das Tarifsystem des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg und in das städtische Mobilitätskonzept eingegliedert werden.

Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese fordert: „Wir wünschen uns, dass nun zügig gehandelt und in diesem Zusammenhang auch der Einsatz von etwaigen Fördermitteln geprüft wird.“

Haltung zeigen – Ja zum Umgang mit parteipolitischen Veranstaltungen in Schulen

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt die von der Stadtverwaltung für den kommenden Schulausschuss erstellte Vorlage zum Umgang mit parteipolitischen Veranstaltungen in Schulen. Demnach lehnen von insgesamt 37 Schulen 36 die Vermietung von Schulräumen an Parteien für politische Zwecke ab.

Die bildungspolitische Sprecherin der GRÜNEN, Claudia Schulte, und Schulausschussvorsitzender Gerd Wölwer sind sich einig: „Gut so! In einer Zeit, in der städtische Räume für ideologische Zwecke von Rechts missbraucht werden, sollten wenigstens unsere Schulen Schutzräume bleiben.“

Im Dezember hatte die „Alternative für Deutschland“ (AfD) für sogenannte „Bürgerdialoge“ Anfang dieses Jahres versucht, Räume in Leverkusener Schulen anzumieten. Im Hinblick auf das eingeholte Meinungsbild der Verwaltung werden künftig keine parteipolitischen Veranstaltungen in städtischen Schulen mehr genehmigt. Darüber hinaus soll zeitnah ein Gesamtkonzept zur Nutzung städtischer Liegenschaften durch parteipolitische Veranstaltungen erstellt werden.

„Wir begrüßen den Schritt der Verwaltung, nach den Schulen auch ein Gesamtkonzept für städtische Liegenschaften zu erstellen“, lobt auch Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese.

Nein zur Instrumentalisierung von Rechts

Am Freitag, 05. Januar 2024, fand entgegen dem Ratsbeschluss aus März 2023 keine Auftritte von russischen Künstler*innen an städtischen Veranstaltungsorten zuzulassen eine pro-russische Veranstaltung in der Villa Wuppermann statt. Einen Tag später, am Samstag, 06. Januar 2024, wurde ein Video auf der Facebook-Seite von „Aufbruch Leverkusen“ veröffentlicht, in dem Ratsherr Markus Beisicht von „Aufbruch Leverkusen“ nicht nur auf der Veranstaltung zu sehen ist, sondern auch offizielle „Grußworte“ der Stadt Leverkusen übermittelt.

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen möchte daher in einer kurzfristigen Anfrage an Oberbürgermeister Richrath wissen, wie es dazu kommen konnte. „Eine solche Veranstaltung, bei der der Name der Stadt Leverkusen und ihr zugehörig auch die Verwaltung und aller im Stadtrat vertretenen demokratischen Parteien missbraucht wird, darf sich nicht wiederholen. Dafür muss jetzt alles getan werden, was rechtlich möglich ist“, fordert Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese.

Deshalb ist eine lückenlose Aufarbeitung des Sachverhalts wichtig, da sich nicht nur die Frage stellt, an wen und zu welchem Zweck die Villa Wuppermann, die durch die Job Service Leverkusen gGmbH verwaltet wird, am betreffenden Tag vermietet wurde. Sondern auch, wie Anmietungen und Veranstaltungszwecke – vor allem zukünftig – entsprechend kontrolliert werden können. „In einer Zeit, in der friedliche Proteste von rechts außen instrumentalisiert werden und auf allen Ebenen versucht wird, der Demokratie zu schaden, müssen wir unsere Stadt und ihre Räume schützen. Herr Beisicht spricht weder für die Stadt Leverkusen noch für aufgeklärte Menschen in dieser Stadt.”, sagt Fraktionsvorsitzende Wiese.

Mentoring-Programm

Hast du schon mal überlegt, ob ehrenamtliche Kommunalpolitik etwas für dich sein könnte? Hier haben wir ein tolles Angebot: unser Mentoring-Programm. Wir bringen dich zusammen mit einem erfahrenen Ratsmitglied, also einer Mentorin oder einem Mentor.

Von Anfang März bis Anfang Juli kannst du Fragen stellen und vor allem zu Gremiensitzungen mitgehen. Du erlebst, wie die Abläufe in der Kommunalpolitik überhaupt sind, und welcher Zeiteinsatz nötig ist.

Wie genau das Mentoring sich gestaltet, entscheidet ihr selbst, die PEK schlägt den Rahmen dafür vor. Und es muss ja nicht gleich um die Verpflichtung gehen, für Jahre im Rat mitzuarbeiten: Du könntest dich auch als Sachkundiger Bürger*in einbringen. Oder als Mitglied in einem Aufsichtsrat. Die PEK hilft dir, das Passende zu finden, dein*e Mentor*in zeigt dir, wie es in der Praxis läuft. Melde Dich einfach!

Am Fr., 1. März, um 16:30 Uhr, laden wir alle Mentor*innen und Mentees zu einem Auftakttreffen ins Treibhaus ein.

Bitte setze Dich auf jeden Fall vorher mit uns in Verbindung: pek@gruene-lev.de

„Lasst uns was bewegen“: Lesung und Gespräch mit Bärbel Höhn

Am Sonntag, 21.01.2024, um 15 Uhr, wird die ehemalige NRW-UmweltministerinBärbel Höhn in unserer Geschäftsstelle (Mülheimer Str. 7a, 51375 Leverkusen) zu Gast sein und dort aus ihrem neuen Buch „Lasst uns was bewegen! Was wir jetzt für die Zukunft unserer Enkel tun können“ lesen.

Bärbel Höhn war von 1995 bis 2005 Umwelt-, Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin in Nordrhein-Westfalen und anschließend zwölf Jahre lang Bundestagsabgeordnete. In ihrer Zeit als Ministerin setzte sie sich engagiert gegen den Braunkohletagebau Garzweiler 2 ein und deckte durch die Bekämpfung von BSE und Tierseuchen Missstände in der Landwirtschaft auf. Immer wieder setzte sie auch mit kleineren Projekten Zeichen: So siedelte sie Bienen auf dem Reichstagsgebäude an – Kanzlerin Merkel verschenkte den „Bundestagshonig“ an Staatsgäste. Heute ist Bärbel Höhn Energiebeauftragte für Afrika für das Bundesentwicklungsministerium.

Die mittlerweile fast 72-jährige ist die Stimme einer Generation, die schon viele gesellschaftliche Veränderungen erreicht hat – zum Beispiel für Gleichberechtigung oder eben den Umweltschutz. Und dabei ist sie immer noch genauso kämpferisch, denn Klima- und Umweltschutz ist nicht vom Alter abhängig. Höhn möchte mit ihrem Buch eine Inspiration für unsere Kinder, Enkel und unsere gemeinsame Zukunft geben, motivieren und konkrete Handlungsimpulse liefern.

Nach der Lesung besteht für alle Interessierten die Möglichkeit individuelle Fragen zu stellen und mit Bärbel Höhn ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus kann das Buch erworben und direkt vor Ort von Bärbel Höhn signiert werden. Die Veranstaltung ist selbstverständlich kostenfrei.

Kommt vorbei – wir freuen uns auf euch!

Frisches GRÜN aus dem Rat

Sichere Schulwege: Eine Herzensangelegenheit

Eigentlich war es eine reine Formsache, weil wir gemeinsam mit CDU, SPD, FDP, Opladen Plus und Gisela Kronenberg eine sehr deutliche Mehrheit für unseren interfraktionellen Antrag zum Thema Schulwegsicherheit – gefreut hat es uns trotzdem, dass der Antrag nun offiziell positiv abgestimmt wurde. Mit dem Antrag haben wir die Verwaltung aufgefordert, ein Konzept für sichere Schulwege für Leverkusens Schüler*innen zu erarbeiten. Dabei soll ein Prozess aufgesetzt werden, der alle relevanten Akteure einbezieht, damit die Maßnahmen zur Schulwegsicherung auf eine breite Akzeptanz stoßen. Dazu gehören beispielsweise die Schulen, die Schüler*innen selbst, ihre Eltern, die Polizei oder die Fachbereiche der Verwaltung. Das Ziel ist, dass das Gesamtkonzept bis Ende des Schuljahres 2024/2025 vorliegt. Bis dahin soll über den Verlauf des Prozesses vierteljährlich in den entsprechenden Ausschüssen berichtet werden. Gerd Wölwer, Ratsherr und Vorsitzender des Schulausschusses: „Die Diskussion im Schulausschuss am 13.11.2023 hatte gezeigt, dass sichere Schulwege fraktionsübergreifend ein Anliegen mit hoher Priorität sind. Insofern freut es uns, dass der jetzige Antrag über unsere ursprüngliche Idee von reinen Schulstraßen hinausgeht.“

Jetzt kommt die kommunale Pflegebedarfsplanung

Genau wie bei den Schulwegen, war auch die positive Verabschiedung der kommunalen Pflegebedarfsplanung eine reine Formsache: Gemeinsam mit CDU und SPD haben wir nun erreicht, dass ab kommendem Jahr eine verbindliche kommunale Pflegebedarfsplanung, wie es sie bereits in einigen anderen Städten in NRW gibt, auch in Leverkusen eingerichtet wird. Die Planung hinterfragt auf Grundlage objektiver Kriterien, ob bestehende Angebote ausreichend und in welcher Höhe Kapazitäten erforderlich sind. Damit geht sie über die gesetzlich vorgeschriebene Pflegeplanung hinaus. Und das ist notwendig, denn im Jahr 2040 werden laut Pflegeplanung aus dem Jahr 2021 über 45.000 Einwohner*innen über 65 Jahre alt sein. „Das sind über 10.000 Menschen mehr als aktuell. Schon jetzt ist die Versorgung älterer Menschen in Leverkusen schwierig. Daher müssen wir jetzt handeln.“, betont unsere Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese.

Von der Wärmeplanung zur Wärmewende

Wir alle wissen, dass die Planung der Wärmenetze schnell vorangetrieben werden müssen: Die Stadtverwaltung, die EVL und AVEA wurden nun mit der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung beauftragt. Ebenfalls soll eine Kooperation mit dem Chempark als größter Wärmeproduzent in der Stadt erfolgen, denn Currenta setzt beispielsweise auf Nachhaltigkeit und produziert in Zukunft Energie mit Wasserstoff, zirkulärer Wasserverwendung, erneuerbaren Energien und Wärmepumpen. Durch die Wärmeplanung wird deutlich wo in Zukunft Nah- und Fernwärmenetze aufgebaut werden können. Hauseigentümer*innen können dann entscheiden, ob sie an diese Netze angeschlossen werden, oder eine eigene klimaneutrale Heizung einbauen wollen.

Ein neuer Kulturentwicklungsplan

Ebenfalls interfraktionell war der Antrag zur Neuaufstellung eines Kulturentwicklungsplanes, welcher ebenfalls mit breiter Mehrheit angenommen wurde. Der Kulturentwicklungsplan ist aktuell 15 Jahre alt und wurde nie überprüft oder fortgeschrieben. Nachdem die Einrichtung eines neuen Kulturausschusses in der vergangenen regulären Ratssitzung beschlossen wurde, ist es die richtige Zeit, eine Diskussion über die kulturpolitischen Ziele der Stadt und der einzelnen Kultureinrichtungen zu führen – mit dem Ziel, die vorhandenen Teilbereiche des städtischen Kulturbetriebes gemäß den vorhandenen Potentialen inhaltlich weiterzuentwickeln und zukunftsfest zu machen.

Balkantrasse muss Panoramweg bleiben

Kann auf der Balkantrasse eine Starßen- oder Stadtbahn fahren? Wir meinen: Nein. Denn wir wollen den Panoramaradweg für Fahradfahrerinnen und Fußgänger unbedingt erhalten. Dennoch haben wir uns entschieden, in der Ratssitzung am 11.12.2023 mehrheitlich einer Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung des Schienenverkehrs zu stimmen – und zwar entgegen früherer Beratungen und Veröffentlichungen. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese erläutert: „Inhaltlich bleiben wir dabei: Die Balkantrasse muss ein Panoramaradweg bleiben. Genau das ist ja aber auch die Prämisse der Machbarkeitsstudie. Mit dieser Vorstudie werden dann hoffentlich endlich Daten und Fakten geschaffen, die unsere Sichtweise bestärken. Dem wollten wir uns letzten Endes nicht verschließen.“ In der Ratssitzung wurde die Beteiligung Leverkusens an der Machbarkeitsstudie mit klarer Mehrheit beschlossen. Die Abstimmung verlief geheim. Mehr dazu erfährst du auch in der aktualisierten Pressemitteilung zur Balkantrasse.

Und sonst?

Die Anträge vom Jugendstadtrat, unter anderem zum frei verfügbarem W-Lan oder mehr Grünflächen, wurden – auch mit unserer Unterstützung – beschlossen. Darüber hinaus haben der Oberbürgermeister und der Stadtkämmerer den Haushaltsentwurf vorgestellt. Dies wird uns noch einige Wochen beschäftigen: Im Februar 2024 wird er verabschiedet werden.

Balkantrasse muss Panoramaweg bleiben

Jahrelang hatten sich die Leverkusener GRÜNEN an der Seite des Fördervereins Balkantrasse dafür eingesetzt, die 28 km lange ehemalige Bahnstrecke zwischen Remscheid und Opladen für den nicht-motorisierten Verkehr nutzbar zu machen. Als Radweg ist die Balkantrasse ausgesprochen beliebt: Insbesondere an schönen Tagen sind auch viele Wanderer hier unterwegs. Dadurch ist es ist es zuweilen ohnehin schon eng und die Verkehrsteilnehmer*innen müssen Rücksicht aufeinander nehmen.

Das alles würde schwieriger bis unmöglich mit einer eingleisigen Spur für eine Stadt- oder Straßenbahn. Mal ganz abgesehen von der jahrelangen Bauzeit: Der ohnehin schon enge Raum müsste noch mehr Bedürfnissen gerecht werden. Zäune müssten erreichtet und Tunnel gebaut werden. Die nötigen Eingriffe in die Natur wären heftig.

Dennoch hatte sich die Fraktion der Leverkusener GRÜNEN entschieden, in der Ratssitzung am 11.12.2023 mehrheitlich für die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung des Schienenverkehrs zu stimmen – und zwar entgegen früherer Beratungen und Veröffentlichungen. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese erläutert: „Inhaltlich bleiben wir dabei: Die Balkantrasse muss ein Panoramaradweg bleiben. Genau das ist ja aber auch die Prämisse der Machbarkeitsstudie. Mit dieser Vorstudie werden dann hoffentlich endlich Daten und Fakten geschaffen, die unsere Sichtweise bestärken. Dem wollten wir uns letzten Endes nicht verschließen.“

In der Ratssitzung wurde die Beteiligung Leverkusens an der Machbarkeitsstudie mit klarer Mehrheit beschlossen. Die Abstimmung verlief geheim.

Ist Leverkusen durchgestartet?

Vor über drei Jahren ist die NRW-Landesinitiative „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ gestartet. Das Ziel war, junge Geflüchtete im Alter von 18 bis 27 Jahren mit einem sogenannten geduldeten oder gestatteten Aufenthalt mit verschiedenen Förderbausteinen den Einstieg in ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis zu erleichtern. Auch die Stadt Leverkusen hat sich an dem Programm beteiligt, welches die NRW-Landesregierung mit insgesamt über 50 Millionen Euro für die teilnehmenden Kommunen gefördert hatte. Die Initiative ist zum 30. Juni 2023 ausgelaufen, weshalb die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nun in einer Anfrage an die Verwaltung wissen möchte, wie viele Personen an dem Programm tatsächlich teilgenommen haben.

David Dettinger, Ratsherr und integrationspolitischer Sprecher, geht jedoch noch einen Schritt weiter: „Uns geht es nicht nur um die quantitative Anzahl, sondern wir möchten auch wissen, mit welchen Erfolg die Menschen von der Initiative profitiert haben. Vor allem aber auch, wie nachhaltig dieser war und wie viele geflüchtete Menschen in Leverkusen durchstarten konnten.“ Dabei sei auch wichtig, so Dettinger weiter, dass eine entsprechende Begleitung für die Teilnehmenden auch nach Ende der Initiative gewährleistet werde.

Auch deshalb wird die Verwaltung zusätzlich nach einer Bilanz und der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachabteilungen gefragt.

Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese: „Viele Landesprogramme klingen erst einmal toll und sind wichtig. Sie müssen dann aber auch kommunal entsprechend umgesetzt werden und bei der Zielgruppe ankommen. Das Land hat zwar den größten Teil der Kosten der Initiative übernommen, aber die jeweiligen Städte mussten sich ebenfalls finanziell beteiligen. Umso mehr interessieren uns daher die Ergebnisse.“

Jetzt handeln für die Fährsicherheit!

Am gestrigen Dienstag, 05.12.2023, hat die Ausfallserie der Hitdorfer Rheinfähre ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht: Manövrierunfähig und führungslos. Notruf. Evakuierung von mehreren Personen. Und ein stundenlanger Einsatz von Polizei und Feuerwehr.

Seit Monaten gibt es immer wieder Probleme, die nur notdürftig behoben wurden. Deshalb fordert die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Verwaltung der Stadt Leverkusen auf, nun schnellstmöglich zu handeln und in Absprache mit der Stadt Köln eine neue Fähre mit moderner Antriebstechnologie zu beschaffen. Ratsherr Gerd Wölwer hatte sich bereits zur Kommunalwahl 2020 für eine Neuanschaffung stark gemacht: „Nicht nur aus Umweltschutzgründen, da die jetzige Fähre mit einem alten Dieselmotor betrieben wird, sondern vor allem für die Sicherheit der Bürger*innen.“

Die Hitdorfer Rheinfähre ist darüber hinaus mehr als ein Ausflugsboot: Sie dient auch dem täglichen Pendelverkehr zwischen Leverkusen und Köln. Deshalb sollte eine neue Fähre und dessen Preisstruktur auch in das Tarifsystem des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg eingegliedert werden.

Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese fordert: „Die Pannenserie der Hitdorfer Rheinfähre muss endlich ein Ende haben. Das sind wir den Menschen sowohl in Leverkusen als auch in Köln genauso wie den Touristen schuldig.“

Foto: Häfen und Güterverkehr Köln AG

Sichere Schulwege für Leverkusen

Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen liegt allen am Herzen: Die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SPD, FDP, Opladen Plus und Gisela Kronenberg fordern daher in einem gemeinsamen Änderungsantrag die Verwaltung im Rat der Stadt Leverkusen am 11. Dezember 2023 dazu auf, ein Konzept für sichere Schulweg für Leverkusens Schülerinnen und Schüler zu erarbeiten.

Im Rahmen vorhandener Konzepte und Formate wie beispielsweise dem „Mobilitätskonzept“ oder „Schule im Dialog“ soll ein Prozess aufgesetzt werden, der alle relevanten Akteure einbezieht, damit die Maßnahmen zur Schulwegsicherung auf eine breite Akzeptanz stoßen. Dazu gehören beispielsweise die Schulen, die Schülerinnen und Schüler selbst, ihre Eltern, die Polizei oder die Fachbereiche der Verwaltung. Das Ziel ist, dass das Gesamtkonzept bis Ende des Schuljahres 2024/2025 vorliegt. Bis dahin soll über den Verlauf des Prozesses vierteljährlich in den entsprechenden Ausschüssen berichtet werden.

Dieser gemeinsame Änderungsantrag geht deutlich über das hinaus, was die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ursprünglich mit einem Antrag zum Thema „Schulstraßen“ vorgeschlagen hatte. Denn in der Diskussion im Schulausschuss am 13.11.2023 hatte sich gezeigt, dass sichere Schulwege fraktionsübergreifend ein Anliegen mit hoher Priorität sind. Die sogenannten Schulstraßen sollen im anstehenden Prozess mit mitberücksichtigt werden. Sowohl für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler als auch im Sinne einer Mobilitätswende sind umfassende Maßnahmen erforderlich. Hierauf konnten sich die zeichnenden Ratsvertretungen gemeinsam verständigen.

Seite an Seite: Die GRÜNEN ziehen Bilanz

Auf der Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen am Dienstag, 07. November 2023, zog die Fraktion zwei Jahre vor der nächsten Kommunalwahl ein erstes Resümee der aktuellen Wahlperiode:

Von Photovoltaik über Autobahn bis Pflegebedarfsplanung und Bildung – starke Themen und große Zahlen: „Insgesamt haben wir in der aktuellen Wahlperiode bis jetzt weit über 50 verschiedene Anträge gestellt oder mitgestaltet“, sagte Roswitha Arnold, stellv. Fraktionsvorsitzende, direkt zu Beginn der Halbzeitbilanz, die sie gemeinsam mit ihrer im Frühjahr gewählten Nachfolgerin Claudia Wiese eröffnete.

Unter teils schwierigen Rahmenbedingungen und lokalen Herausforderungen wie der Explosion im Chempark oder der Hochwasserkatastrophe genauso wie der Corona-Pandemie und internationalen Krisen wie dem Angriffskrieg auf die Ukraine oder jüngst dem Nahost-Konflikt, „versuchen wir stets mit viel Leidenschaft für unsere ehrenamtliche politische Arbeit das Beste für Leverkusen herauszuholen“, so Fraktionsvorsitzende Wiese.

Dass vieles bereits erreicht wurde, aber auch noch einiges vor den jüngst gewählten fachpolitischen Sprecher*innen und ihren Mitstreiter*innen in der Fraktion liegt, spiegelt sich auch in der Reflexion der einzelnen Themenbereiche wider. So umfasste laut Andreas Bokeloh, umweltpolitischer Sprecher, beispielsweise allein der Bereich „GRÜNES Leverkusen“ im Wahlprogramm von 2020 über 60 Punkte, von denen die Hälfte erledigt oder in Umsetzung sind. Weitere 20 Punkte sollen darüber hinaus noch bis 2025 angegangen werden.

Dass Kommunalpolitik kleinteilig ist, Kompromisse bedeutet und auch manchmal einen Schritt zurückzugehen, verdeutlichte auch Christoph Kühl, mobilitätspolitischer Sprecher, der bei der Basis erneut für das breite Bündnis „Keinen Meter mehr“ warb, „auch wenn wir jüngst der Herausgabe der Katasterdaten zugestimmt haben“, so Kühl.

Nicht nur Wiese und Arnold betonten, dass die GRÜNEN sich längst vom Aktivismus und Klienteldasein emanzipiert haben – dies zeigte sich auch in der Rückschau auf weitere Themen wie Bauen und Wohnen, Bildung, Soziales oder Kinder- und Jugendpolitik.

„Eine unserer größten Herausforderungen wird jedoch mehr denn je die Wahrung und Verteidigung unserer Demokratie sein. Auch und insbesondere auf kommunaler Ebene“, so Rupy David, Vorstandssprecherin der GRÜNEN Leverkusen, im Anschluss der dreistündigen Veranstaltung. Hierfür werden Fraktion und Vorstand gemeinsam mit den Basismitgliedern bis und über 2025 hinaus noch intensiver zusammenarbeiten. Auch deshalb wurden in der gestrigen Versammlung unter anderem Arbeitsgemeinschaften zu Themen wie Rechtsextremismus, Migration und Vielfalt beschlossen. Ebenfalls an Bord: Der Vorstand der jüngst neu gegründeten GRÜNEN JUGEND Leverkusen, die hier ebenfalls an der Seite von Vorstand und Fraktion stehen.

Schulkinder besser schützen

Viele Eltern, Lehrer*innen und Anwohnende kennen das tägliche Problem: Jeden Morgen und Mittag gibt es an vielen Schulen einen hohen Durchgangsverkehr, unter anderem ausgelöst durch sogenannte „Elterntaxis“. Das erhöht nicht nur die Unfallgefahr – insbesondere für Schulkinder.

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN möchte Schulkinder im Straßenverkehr bestmöglich schützen und stellt daher einen Antrag für die Einrichtung sogenannter „Schulstraßen“. Die Stadtverwaltung soll dafür ein Konzept entwickeln. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese erläutert: „In einer Schulstraße wird vor Schulbeginn für einen kurzen Zeitraum die Straße für Autos gesperrt. Je nach Standort kann auch eine Sperrung nach Schulende sinnvoll sein. Die Aufstellung der Absperrung ist dabei ähnlich wie bei Straßenfesten.“

Der Antrag sieht vor, an ausgewählten Schulen in Leverkusen zum Schuljahresbeginn im Spätsommer 2024 „Schulstraßen“ als Pilotprojekte einzurichten. An dem Konzept sollen Eltern und Schulvertretungen mitwirken. Außerdem sollen die Pilotprojekte mit dem Ordnungsamt und der Polizei abgestimmt und durch Verkehrsuntersuchungen vor und während der Umsetzung begleitet werden. Innerhalb der Projektlaufzeit wird die Situation vor Ort genau beobachtet und bei Bedarf angepasst. Selbstverständlich sollen auch die Anregungen und Erfahrungen von Anwohnenden in die Bewertung einfließen.

„Wir gehen davon aus, dass durch die Einrichtung von Schulstraßen mehr Kinder selbständig zur Schule kommen können. Es hilft Kindern außerdem, sich im Straßenverkehr zu orientieren und umweltfreundlicher mobil zu sein“, ergänzt Christoph Kühl, Ratsherr und mobilitätspolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion.

Frisches Grün aus dem Rat

Gegen Terror und Antisemitismus

Gemeinsam mit anderen Fraktionen zusammen haben wir im Rat ein Zeichen gesetzt. In einem gemeinsamen Antrag bringen wir unsere Erschütterung zum Ausdruck über die antisemitischen Demonstrationen in Deutschland und darüber, dass in Leverkusen mehrmals die israelische Flagge vor dem Rathaus gestohlen wurde. Und wir fordern einen Aktionstag mit den örtlichen Schulen, der VHS und zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Verein „Jüdisches Zentrum für Religion und Kultur Davidstern“, dem Anne Frank Zentrum oder der Amadeu Antonio Stiftung. Er soll sich an die gesamte Stadtgesellschaft richten, informieren und sensibilisieren.

Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese sprach im Rat ausdrücklich allen Menschen, die unter diesem Krieg im Nahen Osten leiden, unser Mitgefühl aus, „egal ob Gaza, in Israel oder sonstwo.“ Sie verurteilte den Terrorangriff, dem Israel ausgesetzt ist, und sagte weiter: „Für uns ist ganz klar: Menschen jüdischen Glaubens sollen in Deutschland niemals Angst haben müssen.“

Die Initiative zu dem gemeinsamen Antrag kam von der CDU, unterzeichnet haben ihn außerdem die Fraktionen der SPD, FDP, Opladen plus, Bürgerliste und Gisela Kronenberg als Einzelvertreterin im Rat.

Auflösung der KSL

Die Ratssitzung war vor allem wichtig wegen der Auflösung des städtischen Eigenbetriebs „Kulturstadt Leverkusen (KSL), hier mussten Fristen eingehalten werden. Wir GRÜNE hatten uns klar gegen die Auflösung ausgesprochen. Denn die Pläne der Wiedereingliederung in die Stadtverwaltung halten wir für unausgegoren. Es fehlt ein klares Konzept! Dennoch sah die Mehrheit im Rat dies allerdings anders. Nun wollten wir trotz allem konstruktiv mitarbeiten und haben letztendlich dafür gestimmt. Roswitha Arnold, unsere kulturpolitische Sprecherin: „Der Kulturausschuss wird zukünftig nur noch eine beratende Funktion haben. Ich werde mich mit ganzem Herzen dafür einsetzen, dass diese Stimme dennoch weiterhin laut hörbar ist.“

Wir freuen uns in dem Zusammenhang, dass Roswitha auch den neu gewählten Kulturausschuss leiten wird. Mit ihrem langjährigen Engagement ist sie genau die Richtige für diese Position.

Kein Seniorenrat

Einen Seniorenrat wird Leverkusen weiterhin nicht haben. Der Bürgerantrag wurde im Rat abgelehnt. Er war im September verschoben worden, weil die Ratssitzung sonst zu lange gedauert hätte. Wir haben eine klare Haltung in dieser Frage. Laut Antrag sollten bei den Kommunalwahlen in Zukunft parallel Wahlen für alle über 60-jährigen Leverkusener*innen stattfinden. Im Unterschied zum Integrationsrat geht es aber bei den Senior*innen nicht um eine Bevölkerungsgruppe, die in der Politik unterrepräsentiert ist. Im Gegenteil, wie in den meisten Kommunen engagieren sich im Leverkusener Stadtrat und in den Bezirksvertretungen schon jetzt viele ältere Menschen. Mehr dazu in unserem Positionspapier.

Arbeitskreis Autobahn

Der Arbeitskreis zu Autobahnausbau und Rastanlage in Leverkusen soll unserer Meinung nach weiterhin nicht öffentlich tagen. Christoph Kühl, der als unser mobilitätspolitischer Sprecher der dem Arbeitskreis angehört findet:

„Zu Recht muss Kommunalpolitik ihre Interessen gegenüber dem Bund vertreten – so auch bei der Autobahn. Dabei hilft uns nur Einigkeit und ein entschlossenes Auftreten. Dabei ist nicht entscheidend, jede Aussage aus dem Arbeitskreis öffentlich zu transportieren, sondern die Ergebnisse. Wir ringen eben nicht um parteigefärbte Programme, sondern das gemeinsame Ziel: Keinen Meter mehr!“

Die Mehrheit im Rat sah das auch so, der Antrag der Bürgerliste wurde nicht angenommen.

Weitere Themen

Bei diesen Vorlagen der Stadtverwaltung konnten wir gut mitgehen: Die Wirtschaftsförderung soll ganz in städtische Hände gelegt werden. Kita-Elternbeiträge für Kinderbetreuung werden aufgrund des Stabilitätspakts teils erlassen.

Mal bei einer Ratssitzung dabei sein?

Schon gewusst? Die Ratssitzungen sind alle öffentlich, Du kannst ohne Anmeldung dazu kommen! Außerdem werden sie auch live übertragen.

Die nächste Sitzung ist am Mo., 11. Dezember ab 14 Uhr. Falls Du daran interessiert bist, dabei zu sein, melde Dich gerne vorher bei unserem Fraktionsgeschäftsführer Sven Weiss: fraktion@gruene-lev.de

Du interessierst Dich für die Arbeit unserer Fraktion? Komm doch mal vorbei, unsere Sitzungen sind immer öffentlich. Wir tagen in der Regel am Mittwochabend. Schreib uns gern vorab für weitere Informationen!

Gegen Terror und Antisemitismus

Mehr als 1300 Menschen hat die palästinensische Terrororganisation Hamas am Morgen des 7. Oktober mit ihrem barbarischen Angriff auf Israel ermordet; dutzende Kinder, Frauen und Männer hat sie in den Gazastreifen als Geiseln verschleppt. Der Rat der Stadt Leverkusen hat am 23.10.2023 auf Antrag von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Bürgerliste, FDP, Opladen Plus und Einzelvertreterin Gisela Kronenberg den Angriff der Hamas auf den israelischen Staat und das jüdische Volk parteiübergreifend scharf verurteilt. Die antragsstellenden Politikerinnen und Politiker fühlen mit den Familien der Opfer in Israel wie auch im Gazastreifen, wo die Hamas die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Ebenso erschüttert zeigen sie sich von den zahlreichen antisemitischen Demonstrationen in Deutschland und dem Entwenden der israelischen Flagge vor öffentlichen Gebäuden – wie auch wiederholt vor dem Leverkusener Rathaus. Sie unterstützen den Oberbürgermeister nachdrücklich in seinem Vorhaben, die israelische Flagge als Zeichen der Solidarität vor dem Rathaus zu hissen. Zudem soll die Verwaltung prüfen, ob der Rathausvorplatz mit Videokameras überwacht werden kann, um etwaige Taten zu verhindern oder jedenfalls besser verfolgen zu können.

„Wir wollen nicht nur ein gebotenes Zeichen der Solidarität setzen, sondern auch erste konkrete Schritte unternehmen, um Antisemitismus in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken“, erklären die antragsstellenden Ratsmitglieder. Dazu soll ein Aktionstag mit den örtlichen Schulen, der VHS und z.B. in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Verein „Jüdisches Zentrum für Religion und Kultur Davidstern“, dem Anne Frank Zentrum oder der Amadeu Antonio Stiftung beitragen, der sich an Schülerinnen und Schüler und die Stadtgesellschaft richtet, indem informiert und sensibilisiert wird. Die antragsstellenden Parteien und Personen betonen jedoch: „Weitere Schritte müssen folgen, damit wir unserer historischen Verantwortung auch in Leverkusen gerecht werden: Nie wieder!“.

Roswitha Arnold ist neue Kulturausschussvorsitzende

In der Sitzung des Rats der Stadt Leverkusen am Montag, 23. Oktober 2023, wurde die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Ratsfrau von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Roswitha Arnold, zur Vorsitzenden des neuen Kulturausschusses ernannt. Darauf hatte sich ein gemeinsamer Listenvorschlag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SPD, FDP, Opladen Plus und BÜRGERLISTE geeinigt.

Roswitha Arnold hat die Wahl gerne angenommen: „Nachdem ich bereits Vorsitzende des Betriebsausschusses KulturStadtLev war, freue ich mich, dass ich parteiübergreifend zur Vorsitzenden des neu eingesetzten Kulturausschusses ernannt wurde. Mein Herz schlägt für die Freie Szene genauso wie für das Theater und das Museum, für Kunst und die Angebote im Forum. Ich verspreche gerne, mich auch künftig für alle Belange der Stadtkultur einzusetzen!“

Dem kann Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese nur zustimmen: „Die Ernennung ist eine Bestätigung für die großartige politische Arbeit meiner Stellvertreterin – nicht nur für die Zukunft unserer Stadt und ihrem leidenschaftlichen Engagement für die Kultur ist Roswitha Arnold für diese Position genau die Richtige.“

Im kommenden Jahr wird im Zuge der Neuordnung im Bereich Kultur der Stadt Leverkusen auch der ehemalige Betriebsausschuss der KulturStadtLev durch einen neuen Kulturausschuss ersetzt werden. Neben Roswitha Arnold als Vorsitzender, wird die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch durch Ratsherr Andreas Bokeloh sowie Georg Thomanek als Sachkundigem Bürger im Ausschuss vertreten sein.

Mit viel Expertise gut aufgestellt

Noch zwei Jahre sind es bis zur nächsten Kommunalwahl — die restliche Zeit der Wahlperiode will die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bestmöglich nutzen. Auch deshalb wurden in der gestrigen Sitzung nach dem Jugendstadtrat im Rathaus einstimmig neue fachpolitische Sprecher*innen gewählt beziehungsweise bestätigt, um grüne Positionen nach innen und außen noch besser platzieren zu können:

Mit Andreas Bokeloh als umweltpolitischem Sprecher und David Dettinger als integrationspolitischem Sprecher vertreten diese beiden Ratsherren von nun starke gesamtgesellschaftlich und auch in Leverkusen relevante Themenfelder. Neu im Sprecher*innenteam sind auch Ratsherr Christoph Kühl für Verkehr und Mobilität sowie Ratsherr Dirk Danlowski für Rechnungsprüfung. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese: „Wir hatten schon immer eine sehr große fachliche Expertise in unserer Fraktion. Ich freue mich, dass diese nun auch durch die bestätigten und neu gewählten Sprecher*innen nochmals für alle sichtbar wird.“

Unterstrichen wird dies unter anderem auch durch Claudia Schulte, die als Sachkundige Bürgerin von nun an bildungspolitische Sprecherin der Fraktion ist. Schulausschussvorsitzender Gerd Wölwer: „Als Mitglied der Fraktion genauso wie als Ausschussvorsitzender finde ich es großartig, dass ich mit Claudia Schulte, die hauptberuflich Lehrerin ist, nun auch offiziell eine neue Mitstreiterin habe.“

Als Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsförderung und als Mitglied im interfraktionellen Arbeitskreis Digitalisierung lag es nahe, dass Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese für die wichtigen Themen Wirtschaft und Digitalisierung steht.

Wie breit die Fraktion in Leverkusen thematisch aufgestellt ist, zeigen auch die Bestätigungen der bisherigen Sprecher*innen: Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Ratsfrau Roswitha Arnold wird weiterhin als bau- und kulturpolitische Sprecherin fungieren. Ratsherr Stefan Baake bleibt als Sprecher für Gesundheits- und Sozialpolitik sowie für die Finanzpolitik aktiv. Und Irina Prüm ist als Sachkundige Bürgerin für den Bereich Kinder- und Jugendpolitik zuständig. Stefan Pausch kümmert sich neben seiner Funktion als Bezirksvertreter um den Sport.

Die fachpolitischen Sprecher*innen werden sich bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen am Dienstag, 07.11.2023, ab 19 Uhr den Mitgliedern sowie der interessierten Öffentlichkeit nochmals vorstellen und stehen dort genauso wie generell bei Fragen oder Anregungen gern für ein fachpolitisches Gespräch zur Verfügung.

Einbürgerungen möglichst schnell bearbeiten

Es ist der letzte Schritt einer erfolgreichen Integration: die Einbürgerung. Wer die deutsche Staatsangehörigkeit annimmt, wird gleichberechtigte*r Bürger*in unseres Landes mit allen Rechten und Pflichten. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einbürgerungen in den Kommunen in ganz NRW gestiegen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, Leverkusen gehört dazu. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese findet das bedauerlich: „Einbürgerungen sind gerade wegen des akuten Fachkräftemangels enorm wichtig. Eingebürgerte Personen erhalten freien Zugang zu allen Berufen, auch zum öffentlichen Dienst.“

Laut städtischer Homepage benötigt die Verwaltung schon jetzt zwölf Monate, um eine Einbürgerung zu bearbeiten. Und die Zahl der Anträge wird womöglich demnächst zunehmen, so dass sie die Bearbeitungsdauer noch verlängern dürfte. Denn die Bundesregierung hat beschlossen, das Staatsangehörigkeitsgesetz zu reformieren. Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, für bestimmte Personenkreise eine Einbürgerung nach fünf statt wie bislang nach acht Jahren Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland zu ermöglichen. Außerdem soll die Mehrstaatigkeit zugelassen werden. Dadurch werden deutlich mehr Menschen in Leverkusen eingebürgert werden können – und voraussichtlich auch wollen.

Deshalb möchte die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN von der Verwaltung wissen, wie der aktuelle Bearbeitungsstand aussieht und wie sich die Verwaltung angesichts der voraussichtlich veränderten Gesetzeslage vorbereitet. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese: „Nicht nur für die Betroffenen ist die Wartezeit extrem frustrierend. Auch für die Verwaltung bedeutet jede Einbürgerung am Ende einen abgeschlossenen Fall und damit eine langfristige Entlastung der Ausländerbehörde. Es ist wichtig, die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der Gesetzesänderungen schon jetzt kommunal vorzubereiten. Das Ziel sollte sein, die Bearbeitungsdauer von Einbürgerungen zu verkürzen.“

Einladung zur Mitgliederversammlung am 07.11.2023

Liebe Mitglieder und Interessierte,
wir haben Halbzeit in unserer kommunalen Wahlperiode und möchten die Gelegenheit nutzen, um einen Blick zurück auf die gemeinsam erreichten Vorhaben zu richten.

Wir laden dich daher herzlich zur Mitgliederversammlung am Dienstag, 07. November 2023 um 19:00 Uhr, in die Geschäftsstelle „Treibhaus“ (Mülheimer Straße 7a, 51375 Leverkusen) ein.

Hier unser Vorschlag für die Tagesordnung (Dauer: ca. 3 Stunden):

TOP 1 Begrüßung und Formalia
TOP 2 Bericht aus Berlin (Nyke Slawik)
TOP 3 GRÜNE JUGEND Leverkusen
TOP 3.1 Bericht: Neugründung GRÜNE JUGEND Leverkusen
TOP 3.2 Satzungsänderung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen (Anerkennung GJ Leverkusen, Antragsgrün: gruene-lev.antragsgruen.de/gruene-lev/motion/60569)
TOP 4 Arbeitsgruppen
TOP 4.1 Bestätigung von Arbeitsgruppen durch die Mitgliederversammlung (AG Dignity:Lev | AG Migration & Integration | AG Fahrrad | AG Vielfalt)
TOP 4.2 Vorstellung der Arbeit der AG Vielfalt
TOP 5 Fraktionsarbeit im Rat – Resümee zur Halbzeit der Wahlperiode
TOP 6 Verschiedenes / Sonstiges
Bitte melde dich bis zum 31.10.2023 unter E-Mail: kreisverband@gruene-lev.de, sofern du eine Assistenz zur Teilnahme benötigst. Wir freuen uns auf rege Teilnahme und einen intensiven Austausch.

Vorstand des Kreisverbandes
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen

Frisches Grün aus dem Rat

Jetzt erst recht: Keinen Meter mehr!

Am 19. September hat eine Delegation des Ratsbündnisses „Keinen Meter mehr“ in Berlin 11.000 Online-Unterschriften übergeben. Unsere Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese war dabei. „Bei dem Besuch im Verkehrsministerium haben sich für uns gute Ansätze ergeben, um ins Gespräch zu kommen. Deshalb wollten wir uns als Ratsbündnis auch wieder etwas nachgiebiger zeigen gegenüber der Autobahn GmbH und haben der Herausgabe von Katasterdaten zugestimmt.“

Ein Check für den Fußverkehr

Wir haben erreicht, dass Leverkusen sich im kommenden Jahr bewerben wird für den „Fußverkehrs-Check“. Denn zu Fuß gehen schont die Umwelt und ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende. Vor allem aber ist es gesund. Deswegen sollte Gehen als Verkehrsmittel unbedingt stärker gefördert werden! Aber wie ist überhaupt der Stand des Fußverkehrs in Leverkusen und welche Maßnahmen bieten sich an? Hier soll der professionelle Check helfen, denn er unterstützt Kommunen dabei, den Fußverkehr unter die Lupe zu nehmen. Die Kosten werden vom Ministerium übernommen. (Hinweis: Unser Antrag musste nicht vom Rat beschlossen werden, die Verwaltung hat die Bewerbung für 2024 zugesagt.)

Anwohnerparken, Kindergartenbeiträge und Förderprogramm für PV und Dachbegrünung

Im Rat sind am 25. September einige Änderungen beschlossen worden, wie wir kritisch begleitet haben. Zum Beispiel wird das Anwohnerparken in Leverkusen teurer. Wir hatten uns in einer internen Arbeitsgruppe intensiv mit dem Thema beschäftigt und fanden die Lösung der Stadtverwaltung gut.

Ebenso ausführlich haben wir die neue Satzung für die Kindergartenbeiträge diskutiert. Bis zuletzt hatten wir noch wichtige Anmerkungen, die auch größtenteils in die neue Satzung eingeflossen sind.

Dass Leverkusen jetzt Photovoltaik-Anlagen und Dachbegrünung fördert, finden wir natürlich sehr gut. Auch hier haben wir uns mit viel Fachwissen eingebracht und versucht, die Gewichtung noch besser zu gestalten und rein digitale Anträge zu ermöglichen.

Senior*innen jetzt schon gut repräsentiert

Soll Leverkusen einen „Seniorenrat“ bekommen? Wir sind dagegen und haben unsere Argumente in einem Positionspapier zusammengefasst. In Kürze: Wir sind gegen Doppelwahlen (Kommunalwahl plus Seniorenrat für alle über 60). Wir finden, dass ältere Menschen sich schon jetzt vielfach einbringen können und in der Kommunalpolitik überrepräsentiert sind. Und wir würden im Gegenteil lieber die Beteiligung junger Menschen stärker fördern.

Der Bürgerantrag für den Seniorenrat musste allerdings aus Zeitmangel in die nächste Ratssitzung verschoben werden.

Pflege und Tickets für Schüler*innen

Zwei weitere Anträge haben wir auch schon auf den Weg gebracht: Auf unsere Initiative hin fordern wir gemeinsam mit SPD und CDU für Leverkusen eine verbindliche kommunal Pflegebedarfsplanung. Außerdem soll die Stadtverwaltung prüfen, ob das Angebot zur Einführung des Deutschlandtickets auf alle Grundschüler*innen ausgeweitet werden kann.

Du interessierst Dich für die Arbeit unserer Fraktion? Komm doch mal vorbei, unsere Sitzungen sind immer öffentlich. Wir tagen in der Regel am Mittwochabend. Schreib uns gern vorab für weitere Informationen!

Deutschlandtickets für alle Schüler*innen

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt bei der Verwaltung eine Prüfung, ob das Angebot zur Einführung des sogenannten Deutschlandtickets auf alle Grundschüler*innen ausgeweitet werden kann. Positiv ist bereits jetzt: Der Rat der Stadt Leverkusen hat die Einführung des Deutschlandtickets für Schüler*innen im Stadtgebiet als Ersatz für die bisherigen Schüler*innen- sowie Prima-Tickets bereits beschlossen – jedoch werden damit zahlreiche Grundschüler*innen vom Angebot ausgeschlossen. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese: „Da Mobilitätserziehung möglichst früh beginnen muss, ist es unserer Ansicht nach sinnvoll, das Deutschlandticket allen Grundschüler*innen anzubieten.“

Der Antrag sieht zunächst die Abstimmung mit der wupsi GmbH vor und die Prüfung der Machbarkeit. Dies selbstverständlich auch unter Berücksichtigung möglicher Mehrkosten. Schulausschussvorsitzender Gerd Wölwer: „Ich erwarte, dass das Ergebnis den zuständigen Gremien zeitnah vorgelegt wird.“

Schon jetzt gut repräsentiert

Natürlich ist es wichtig, dass die Perspektiven und Bedürfnisse von älteren Menschen in der Politik berücksichtigt werden. Bei sozialen Themen, in der Bau- und Verkehrspolitik, im Gesundheitswesen und in der Kultur. Das ist überhaupt keine Frage.

Wir Grüne setzen uns generationenübergreifend für die Belange der Leverkusener Bürger*innen ein. So haben wir zum Beispiel gerade einen Antrag initiiert, in dem wir eine „Verbindliche kommunale Pflegebedarfsplanung“ fordern.

Dass unsere Fraktion den vorliegenden Wünschen für einen Seniorenrat nicht zustimmen kann, hat verschiedene Gründe. Unsere Haltung zu dem gestellten Bürgerantrag hat sich erst im Laufe vertiefter und mehrfach geführter Diskussionen so klar herausgestellt. Sie wird von einer breiten Mehrheit unserer Ratsmitglieder und Sachkundigen Bürger*innen getragen.

Das Projekt hat eine beträchtliche Dimension. Es geht nicht um einen „Beirat“, sondern um ein Gremium, das ähnlich wie der Stadtrat funktionieren würde. Laut Antrag sollen bei den Kommunalwahlen in Zukunft parallel Wahlen für alle über 60-jährigen Leverkusener*innen stattfinden. Geplant wird ferner die Einrichtung einer Geschäftsstelle, für die Personal eingestellt werden müsste. Auch Sitzungsgelder für die Gremienmitglieder wären zu zahlen.

Wir haben solche Strukturen bereits jetzt, und zwar mit voller Berechtigung: beim Integrationsrat. Dieses Gremium wird gewählt von Menschen mit Migrationsgeschichte, die sonst gar nicht in Leverkusen zur Kommunalwahl gehen könnten. Anders als beim Seniorenrat schafft der Integrationsrat also keine Möglichkeit zur doppelten Wahl.

Im Unterschied zum Integrationsrat geht es auch bei den Senior*innen nicht um eine Bevölkerungsgruppe, die in der Politik unterrepräsentiert ist. Im Gegenteil, wie in den meisten Kommunen engagieren sich im Leverkusener Stadtrat und in den Bezirksvertretungen schon jetzt viele ältere Menschen. Zudem besitzen Senior*innen selbstverständlich das aktive und passive Wahlrecht. Sie können sich also selbst zur Wahl stellen und sich auch jederzeit mit ihren Anliegen an die lokalen Parteien und Fraktionen wenden.

Nicht zuletzt: jede*r erwachsene Bürger*in kann Bürgeranträge stellen. Das kann auch durch die oder den Vorsitzende*n eines Verbandes geschehen, der ältere Menschen vertritt. Über diesen Weg können schon jetzt Vorschläge Eingang in die politische Meinungsbildung finden.

Ganz anders sieht es dagegen aus bei jungen Menschen. Gerade sie müssen noch viel stärker gehört und in die demokratischen Prozesse eingebunden werden. Der Jugendstadtrat, der in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet, soll auch dazu dienen, Jugendliche an das kommunalpolitische Engagement heran zu führen. Die jungen Leute binden wir ein durch ein mehrtägiges Planspiel. Wenn diese Idee auch auch für Senior*innen zur Debatte stünde, könnten wir uns sofort anschließen.

Gut geht besser: Verbesserungen der Förderungen von Solar und Begrünung

Seit Jahren setzt sich die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die Förderung von Solar- und Photovoltaikanlagen genauso wie für die Begrünung von Fassaden und Dächern in Leverkusen ein. Die aktuellen Diskussionen um die Förderprogramme zu den beiden Themen werden daher von den Grünen ausdrücklich begrüßt. Allerdings geht gut auch besser: Deshalb fordert die Fraktion vor allem vier elementare Änderungen in den bestehenden Förderrichtlinien:

Zum einen sollen Photovoltaikanlagen auf Dächern eine stärkere Berücksichtigung neben Stecksolargeräten, sogenannten „Balkonkraftwerken“, bei der Förderung bekommen. Weil die Planung und der Bau von Dachanlagen länger dauern, soll hierfür ein Teil des Förderbudgets im Rennen um die städtischen Zuschüsse fest reserviert werden. Außerdem sollen Balkonkraftwerke, die sich erfahrungsgemäß schneller finanziell rechnen, einen leicht reduzierten Förderbeitrag von 30%, maximal 300 Euro erhalten. Diese Maßnahmen sollen die Bürger*innen ermutigen, neben Balkonkraftwerken auch auf größerer Fläche die Möglichkeit der Strom-Gewinnung durch Sonne zu nutzen, denn gerade Dachanlagen haben eine höhere Hebelwirkung für die Energiewende.

Als weiteren Punkt sollen das Solar-Förderprogramm zusammen mit dem parallel aufgesetzten Programm zur Dach- und Flächenbegrünung ausschließlich digital abgewickelt werden und damit zur Entbürokratisierung und Entlastung der ohnehin bereits strapazierten Verwaltung beitragen. Ob das dann funktioniert hat, soll schlussendlich im kommenden Jahr auch entsprechend evaluiert werden.

Andreas Bokeloh, Ratsherr und Mitglied im Ausschuss Bürgereingaben und Umwelt: „Gerade mit der Evaluation möchten wir sicherstellen, dass effektive Anreize für privates Engagement zum Klimaschutz auch langfristig und zielgenau gesetzt werden.“ Dem kann Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese nur zustimmen: „Alle vier Änderungen machen absolut Sinn und ergänzen die bisherigen Bemühungen, Leverkusen zu einer klimaneutraleren, liebenswerteren, aber auch für die Bürger*innen attraktiven Stadt zu machen. Investitionen sollen und müssen sich lohnen – für die Umwelt, aber auch für die Menschen, die sie tätigen.“

Elternbeitragssatzung: Wir schauen genau hin!

Auch wenn die neue Leverkusener Elternbeitragssatzung quasi schon als beschlossen gilt, fordert die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zwei wichtige Änderungen. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese: „Wir finden die Satzung grundsätzlich sehr gelungen. Bei einem so bedeutenden Thema ist es uns aber wichtig, sehr genau hinzuschauen und die neue Regelung nicht einfach durchzuwinken.“

Bei den gewünschten Änderungen geht es um die Kosten für Mahlzeiten. Denn in der in der aktuellen Satzung ist für Essensgelder keine Angemessenheitsprüfung vorgesehen, auch wird nicht durch Richtwerte oder Höchstbeträge festgelegt, was örtlich als „angemessen“ gilt. Wenn Kindertagespflegepersonen zusätzlich ein Entgelt für die Verpflegung erheben dürfen, könnte das eine neue, unabsehbare finanzielle Belastung von Leverkusener Eltern bedeuten. Da das Essen bereits über die Sachkosten an die Tagespflegepersonen abgedeckt wird, möchten die Grünen diese Möglichkeit streichen lassen.

Irina Prüm, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion: „Entgelte für Mahlzeiten müssen auch von denjenigen Familien bezahlt werden, die niedrige Elternbeiträge zahlen oder von Elternbeiträgen befreit wurden.“

Ebenfalls soll das Wort „Mittagsverpflegung“ durch das Wort „Mahlzeiten“ ersetzt werden. Das mag erst einmal rein formell klingen, hat aber eine wichtige Bedeutung: denn das Wort „Mittagsverpflegung“ suggeriert, dass für andere Mahlzeiten während der Betreuung zusätzliche Entgelte erhoben werden dürften. Gemäß Kinderbildungsgesetz handelt es sich jedoch um ein Entgelt für „Mahlzeiten“, in das beispielsweise auch ein Frühstück oder Zwischenmahlzeiten einzukalkulieren wären.

Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese fasst zusammen: „Wir möchten in Zeiten hoher finanzieller Belastung von Familien das Beste für Leverkusener Eltern herausholen. Deshalb die beiden Änderungsvorschläge.“

Frisches Grün aus dem Rat

Ja! zu erneuerbaren Energien

In erste Ratssitzung nach der Sommerpause haben wir gleich einen wichtigen und richtigen Schritt für Leverkusen beschlossen: endlich soll die Energiewende in Schwung kommen. Die Stadt wird prüfen, wo Windkrafträder gebaut werden können, z.B. an der Grenze zu Monheim. Wir begrüßen dieses interkommunale Vorgehen. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese betont: „Ganz wichtig ist uns, dass die Leverkusener*innen sich an der Windenergie mit eigenem Geld beteiligen und mitverdienen können sollen, so wie das ja in anderen NRW-Kommunen bereits geschieht. Die Energiewende wird nur klappen, wenn alle verstehen, was für enorme Chancen sie bietet!“ Aus diesem Grund haben wir die Vorlage der Stadtverwaltung noch um einen Prüfantrag zu Energiegenossenschaften ergänzt.

Für unsere Fraktion hatte sich Ratsherr Gerd Wölwer im Aufsichtsrat der EVL maßgeblich inhaltlich bei der Vorbereitung eingebracht. Er ergänzt: „Die Pläne der Stadtverwaltung sind in jedem Fall in unserem Sinne. Dennoch sind sie lediglich der erster Einstieg. Nach dem Beschluss im Rat müssen nun zügig die notwendigen Gutachten erstellt werden, die zeigen werden, welche Standorte am besten geeignet sind.“

Und nicht nur Windkraft, auch die verstärkte Nutzung von Photovoltaik ist in Planung. Gut so! Wir wünschen uns aber noch ein noch viel stärkeres Engagement der Stadt bei der Förderung von Solaranlagen auf privaten Dächern.

 

Wir machen uns stark für die Kultur

Der städtische Eigenbetrieb „Kulturstadt Lev“ (KSL) soll wieder Teil der Kernverwaltung werden. Wir halten die Planungen für übereilt und haben im Rat gefordert, den Prozess noch mal um ein Jahr zu verschieben — leider erfolglos. So wie dargestellt, ist aus unserer Sicht die Zeit für die Reorganisation bis Ende dieses Jahres viel zu kurz.“
Roswitha Arnold, stellv. Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Betriebsausschusses Kultur, stellt fest: „Nicht nur strukturell verbleibt die Vorlage im Dunkeln. Auch die finanziellen Folgewirkungen der Reorganisation sind in keiner Weise dargelegt.“

 

Klinikum, Wupsi, WGL & Co

Immer kurz nach der Sommerpause stehen im Rat die städtischen Firmen im Blickpunkt, denn wir verabschieden ihre Wirtschaftsberichte für das vergangene Jahr. Einige — wie das Klinikum und die Wupsi — kämpfen mit Verlusten. Andere dagegen schießen dem städtischen Haushalt Gelder zu, zum Beispiel die Wohnungsbaugesellschaft (WGL). Auch die Sparkasse Leverkusen ist solide aufgestellt. Wir konnten allen Berichten zustimmen, ebenso wie dem Jahreswirtschaftsbericht 2022 der Stadtverwaltung.

 

Ausblick und Einladung

Mit diesen Themen werden wir uns in den kommenden Wochen beschäftigen:

Ob Heimplatz oder eine Pflege-WG: Wir fordern die Einführung einer verbindlichen kommunalen Pflegebedarfsplanung ab 2024
Gehen ist gesund: Wir setze uns ein für einen „Fußverkehrs-Check“. Das Angebot dafür kommt vom Verkehrsministerium NRW, das auch die Kosten übernimmt.
Leverkusen ist eine der wenigen Kreise in NRW, die kein Kommunales Medienzentrum haben. Unser Antrag geht jetzt in die Beratungen.
Du interessierst Dich für die Arbeit unserer Fraktion? Komm doch mal vorbei, unsere Sitzungen sind immer öffentlich. Wir tagen in der Regel am Mittwochabend. Schreib uns gern vorab für weitere Informationen!

Dreifaches grünes JA zum Windpark!

Am Montag, 21.08.2023, wird im Rat der Stadt Leverkusen über die von der Verwaltung eingebrachte Ratsvorlage zur Nutzung erneuerbarer Energien abgestimmt. Es mag nicht verwundern, dass die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Leverkusen dieser Vorlage zustimmen wird.

Jedoch nicht nur aus einem, sondern gleich aus drei guten Gründen: Erstens ist Windkraft richtig und wichtig für Leverkusen, denn die Energiewende muss nun wirklich in Schwung kommen. Zweitens stärkt das Projekt die Energieversorgung Leverkusen (EVL). Und drittens begrüßen die Grünen das gemeinsame Vorgehen mit der Stadt Monheim. Die grüne Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese betont: „Ganz wichtig ist uns, dass die Leverkusener*innen sich an der Windenergie mit eigenem Geld beteiligen und mitverdienen können sollen, so wie das ja in anderen NRW-Kommunen bereits geschieht. Die Energiewende wird nur klappen, wenn alle verstehen, was für enorme Chancen sie bietet!“

Für die Grünen hatte sich Ratsherr Gerd Wölwer im Aufsichtsrat der EVL maßgeblich inhaltlich bei der Vorbereitung dieser Vorlage eingebracht. Er ergänzt: „Die Vorlage ist in jedem Fall in unserem Sinne. Dennoch ist sie lediglich der erste Schritt. Nach einem hoffentlich positiven Beschluss am Montag, müssen zügig unter anderem die notwendigen Gutachten erstellt werden, die zeigen werden, welche Standorte am besten geeignet sind.“

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Leverkusen setzt sich seit Jahren für erneuerbare Energien ein. Deshalb wünschen sich die grünen Ratsmitglieder beispielsweise auch ein noch viel stärkeres Engagement der Stadt zum Beispiel bei der Förderung von Solaranlagen auf privaten Dächern. Mit der Frage, auf welchen städtischen Dächern dies möglich ist, beschäftigt sich die Verwaltung nach Aussage des Baudezernats bereits jetzt.

Ratsherr Andreas Bokeloh wird zudem an diesem Sonntag, den 20.08.2023, ab 14 Uhr bei der Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Schlebusch den aktuellen Stand der Kommunalen Wärmeplanung vorstellen und steht gemeinsam mit anderen Fachexpert*innen allen interessierten Bürger*innen für Fragen zur Verfügung.

Austausch- und Diskussionsabend: „Zur Reform des Europäischen Asylsystems: Gemeinsam, heilsam oder einsam?“

Einladung: Austausch- und Diskussionsabend

Zur Reform des Europäischen Asylsystems: Gemeinsam, heilsam oder einsam?

Donnerstag, 29. Juni 2023 um 19:00 Uhr

Für die einen historisch, für die anderen desaströs: Seit Jahren ringt die Europäische Union um eine Einigung im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS). Seit dem EU-Innenministertreffen am 08. Juni 2023 scheint nun eine Einigung zum Greifen nah. Doch zu welchem Preis? Wie viel wert sind uns unsere europäischen Werte? Ordnung versus Abschottung, Internierung versus Chance oder sicheres Herkunftsland versus individuelle Verfolgung? Wie steht es um Recht und Gesetz, Humanität und Vulnerabilität? Und wie könnte ein finaler Konsens, aber auch dessen konkrete Umsetzung an den Außengrenzen, aussehen?

Kurz bevor viele Menschen aus Leverkusen in den wohlverdienten Sommerurlaub verreisen und damit teilweise auch in die betroffenen Länder an den europäischen Außengrenzen, laden wir am Donnerstag, den 29. Juni 2023 um 19 Uhr, in die Kreisgeschäftsstelle von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen, Mülheimer Straße 7a, 51375 Leverkusen, zu einer Podiumsdiskussion ein. Moderiert von Kreisgeschäftsführer Sven Weiss, der selbst zwei Jahre für und mit geflüchteten Menschen in Griechenland gearbeitet hat, diskutieren unter anderem:

  • Birgit Naujoks, Geschäftsführerin Flüchtlingsrat NRW e.V.
  • Pegah Edalatian, stellv. Bundesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
  • Monika Düker, ehem. Fraktionsvorsitzende und flüchtlingspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW
  • Bernd Schiefer, stellv. Vorsitzender Europa-Union Leverkusen e.V.
  • Rupy David, Vorstandssprecherin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Leverkusen

Uns interessiert auch deine Meinung! Komm vorbei und diskutiere mit! Für weitere Fragen und Informationen sende uns gern eine E-Mail an kreisverband@gruene-lev.de. Der Vorstand des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen freut sich auf einen spannenden Austausch!

Position zu den aktuellen Entwicklungen des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS)

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am heutigen Dienstag, 20. Juni 2023, hat sich der Vorstand des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Leverkusen sowie der Vorstand der GRÜNEN JUGEND LEV-RheinBerg klar zu den aktuellen Entwicklungen des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) positioniert:

„Internationale Migration ist ein essenzieller Teil der Leverkusener Stadtgesellschaft, denn unser Zusammenleben ist geprägt von weltweit tätigen Konzernen und Arbeitnehmer*innen, einem Anteil von 40 Prozent an Einwohner*innen mit sogenannter Migrationsgeschichte, etlichen Tausenden, für die die Stadt nach ihrer Flucht eine neue Heimat geworden ist, sowie einem starken Bekenntnis zur europäischen Nachbarschaft, unter anderem durch neun Städtepartnerschaften. Migration bedeutet dabei immer: individuelle Menschen und ihre Schicksale. Diese Menschen prägen und bereichern unser Leben. Sie machen unsere Stadt vielfältig. Sie fördern und fordern auf verschiedensten Ebenen das Zusammenleben, die beiderseitige soziokulturelle Teilnahme und das gemeinsame Engagement und Ehrenamt.

Soweit zur Theorie. Zur Wahrheit gehören aber leider auch strukturelle und über Jahrzehnte verfestigte Integrationsdefizite, überforderte und unterbesetzte Bund Landes und Kommunalbehörden sowie ungleiche Chancen auf dem Wohnungs und Arbeitsmarkt für die Betroffenen auch hier in Leverkusen. Wir fordern seit langem Investitionen in Personal und Infrastruktur von Sprach- und Bildungsangeboten sowie die Abschaffung von Arbeitsverboten, also die Möglichkeit eines echten und unbürokratischen „Spurwechsels“, um dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können und um gleichzeitig gesellschaftliche Teilhabe ab dem ersten Tag zu ermöglichen. Stattdessen ist Europa nun im Begriff sich weiter abzuschotten.

Deshalb fordern wir neben einer grundlegenden Novellierung des Aufenthaltsgesetzes und einer zielorientierten Verwaltungsreform über alle föderalen Ebenen, eine menschenwürdige Behandlung an den EU-Außengrenzen. Wir fordern eine Politik, die alle – vor allem die vulnerabelsten Gruppen, wie beispielsweise Frauen, Jugendliche und Kinder – schützt und sie nicht interniert. Egal aus welchem Land diese kommen! Wir fordern einen verpflichtenden, solidarischen und schnellen Verteilmechanismus auf alle europäischen Staaten mit der Möglichkeit eines rechtsstaatlichen Asylverfahrens.

Allein schon aufgrund ihrer historischen Verantwortung, sich in besonderem Maße für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen, hätte die Bundesrepublik Deutschland der am 06. Juni 2023 vorgelegten Einigung nicht zustimmen dürfen. Wir unterstützen daher unsere grüne Fraktion im Europäischen Parlament im nun anstehenden Trilogverfahren die dringend notwendigen Korrekturen vorzunehmen, damit sich die humanitäre Situation vieler Menschen, die in Europa Schutz und Zuflucht suchen, nicht noch weiter verschlechtert. Außerdem muss Migration endlich als das verstanden werden, was es ist: Neben dem Klimawandel eines der wichtigsten Themen der kommenden Jahrzehnte. Es geht dabei um unser aller Leben. Und für Millionen Menschen auf der Flucht ums blanke Überleben.“

Feuerwache Nord: Es geht um Katastrophenschutz!

Leverkusen braucht eine neue „Feuerwache Nord“. Daran gibt es keinen Zweifel. Die Herausforderungen der letzten Jahre, zuletzt die Hochwasserkatastrophe in Juli 2021 und die Explosion bei der Currenta, haben gezeigt, wie wichtig eine gut ausgerüstete und ausgebildete Feuerwehr ist. Denn ohne diese mutigen Menschen und ihre Ausrüstung wäre für die Menschen in unserer Stadt vieles schlimmer gewesen.

Die Anforderungen an den Katatrophenschutz steigen und deshalb ist eine einsatzbereite und moderne Feuerwache für Leverkusen Nord unabdingbar. Die heutige Feuerwache an der Kanalstraße kann diese Voraussetzungen auf Dauer nicht mehr erfüllen. Auch braucht die Feuerwehr in der Zukunft kompetentes Personal und wir alle wissen, wie schwer es ist, Mitarbeitende bzw. Auszubildende zu bekommen. Moderne Räume und Ausbildungsbereiche sind wichtige Gründe, sich für eine Arbeit bei der Feuerwehr zu entscheiden.

Zu der Frage, wo die neue Feuerwache gebaut werden soll, gibt es unterschiedliche Meinungen. Der Rat der Stadt hat sich in der Sitzung am 26.09.2022 für den Standort „Auf den Heunen“ ausgesprochen. Das „ob“ ist also geklärt, es geht nur noch um das „wie“. Eine Machbarkeitsstudie soll Einzelheiten klären.

Aber warum gerade dort?

Bei der Vorauswahl der Standorte hat die Verwaltung bereits mit großer Sorgfalt anhand verschiedenster Kriterien ein Ranking der möglichen Flächen erstellt. So ist es z.B. wichtig, dass die Wache so gelegen ist, dass Feuerwehr möglichst schnell am Einsatzort ist. Für alle Standorte gab es entsprechende Argumente und vielleicht sind die Gewichtungen einzelner Kriterien nicht immer im Sinne eines jeden. Auch nicht unserer. Wir vertrauen aber auf die Kompetenz der Verwaltung und gehen davon aus, dass der gewählte Standort trotz aller Bedenken der sinnvollste ist.

Es bleiben Zweifel und Klärungsbedarf

Normalerweise würden wir GRÜNE es nicht unterstützen, dass in einem solchen Gebiet wie „Auf den Heunen“ gebaut wird. In diesem Fall müssen wir aber leider sagen: Es geht um wirksamen Katastrophenschutz. Denn Extremwetter-Ereignisse werden zunehmen. Auf mehr Waldbrände und Hochwasser müssen wir uns einstellen. Und dafür brauchen wir eine gut gerüstete Feuerwehr. Wir sehen beim besten Willen zurzeit keinen geeigneteren Alternativstandort. Nur dagegen zu sein, ohne einen besseren Vorschlag zu machen, finden wir aber auch nicht richtig.

Trotzdem bleibt der geplante Standort alles andere als ideal, denn es sprechen insbesondere Natur- und Umweltschutzgründe dagegen. Die Fläche liegt in einem so genannten „Landschaftsschutzgebiet“, und ein solcher Neubau wird natürlich Auswirkungen auf freie Fläche, Frischluft, Versickerung von Wasser und die Artenvielfalt haben. Das wird auch in der Machbarkeitsstudie weiter untersucht.

So platzsparend wie nur möglich und wirklich nur das Notwendigste darf gebaut werden.

Den Plänen der Verwaltung konnten wir daher nur unter zwei Bedingungen zustimmen – und auch die Mehrheit im Rat davon überzeugen:

  1. So wenig Fläche wie möglich darf „Auf den Heunen“ versiegelt werden. Alles, das nicht unabdingbar ist für den Notfall, muss anderswo untergebracht werden, z.B. die Technischen Betriebe der Stadt Leverkusen (TBL), Ausbildungsräume oder Werkstätten. Zu diesem Ergebnis ist auch die Stadtverwaltung gekommen. Wie das genau gehen kann, prüft jetzt die Machbarkeitsstudie.
  2. Dieselbe Fläche, die versiegelt wird, muss anderswo im Stadtgebiet mindestens in gleichem Umfang entsiegelt werden. Es muss also ein echter Ausgleich gefunden werden, und der darf nicht etwa durch den Ankauf von bereits unversiegelten Flächen geschehen. Die Stadtverwaltung prüft zurzeit, wo Entsiegelung möglich ist. Wir erwarten hierzu eine entsprechende Planung im Rahmen der Machbarkeitsstudie.

Klar ist auch: Wenn sich im Laufe der weiteren Untersuchungen herausstellen sollte, dass der Standort „Auf den Heunen“ unter Naturschutzaspekten oder aufgrund anderer wichtiger Gesichtspunkte keine Option ist, muss die Verwaltung neu überlegen.

Du hast Fragen zu der Planung und zu unserer Entscheidung?

Schreib uns gerne: fraktion(at)gruene-lev.de

Jetzt erst recht! – Keinen Meter mehr!

Gestern hat das Land NRW dem beschleunigten Ausbau von 66 Autobahnprojekten in NRW zugestimmt. Wegen der Alles oder Nichts-Strategie des Bundesverkehrsministeriums konnte das Land nur insgesamt zustimmen. Die Herausnahme einzelner Ausbauabschnitte war nicht möglich. Der Landesverkehrsminister gab daher zähneknirschend die Freigabe nach Berlin. Für Leverkusen wird sich durch das geplante Beschleunigungsgesetz der Bundesregierung voraussichtlich nicht viel ändern. Auch der mögliche Klageweg gegen die Ausbaupläne kann nicht mehr verkürzt werden, da schon jetzt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gesetzlich als einzige Instanz für den Ausbau in Leverkusen festgelegt ist.

Für das Bündnis „Keinen Meter mehr!“, bestehend aus den Leverkusener Ratsfraktionen von CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP, Opladen Plus und der Einzelvertreterin Gisela Kronenberg, steht fest, dass der oberirdische Ausbau der Autobahnen nur durch ein Umdenken in Berlin verhindert werden kann. Es gilt daher jetzt erst recht für „Keinen Meter mehr!“ zu kämpfen. Noch in dieser Woche gehen daher Schreiben an den Bundeskanzler Olaf Scholz, die Bundesministerin Steffi Lemke, die Bundesminister Volker Wissing, Robert Habeck und Karl Lauterbach sowie die Fraktionsvorsitzenden der Fraktionen im Deutschen Bundestag in die Post. Zur Kenntnis wird das Schreiben auch an Ministerpräsident Hendrik Wüst und den Landesminister Oliver Krischer gesendet. Unterzeichnet sind diese Schreiben von den politischen Vertreterinnen und Vertretern der Ratsfraktionen sowie von zahlreichen Leverkusener Verbänden, Initiativen und Gewerkschaften, die im Rahmen des städtischen Arbeitskreises „Politik und Stadtgesellschaft zum Autobahnausbau in Leverkusen einschließlich der PWC-Anlage“ mitwirken.

„Online Petition“ endet

Die Online Petition gegen den Autobahnausbau „Keinen Meter mehr“ endet am heutigen Mittwoch. Das Sammelziel von 10.000 Unterschriften wurde mit rund 11.200 Online-Unterschriften deutlich übertroffen. Auch 3.902 Kommentare der Petentinnen und Petenten sprechen eine starke Sprache und senden ein deutliches Signal in Richtung Bundesverkehrsministerium und Autobahn GmbH.

„Wir werden die 11.200 digitalen Unterschriften symbolisch und die fast 4.000 Kommentare gedruckt vor Ort in Berlin mit einer kleinen Delegation aus Verwaltung, Kommunalpolitik und Bürgerschaft persönlich übergeben. Diesmal wird uns das Ministerium empfangen müssen!“, so die Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE Grünen, FDP, Opladen Plus und die Einzelvertreterin Gisela Kronenberg.

„Es ist Zeit, dass Leverkusen gehört wird. Die erfolgreiche Petition zeigt einmal mehr, dass wir es nicht zulassen werden, dass Verkehrsplanung auf unserem Stadtgebiet ohne uns gemacht wird“, unterstützt Oberbürgermeister Uwe Richrath die Initiative „Keinen Meter mehr!“. „Gemeinsam werden wir weiter gegen die Ausbaupläne der Autobahn GmbH kämpfen. Jetzt erst recht müssen wir beweisen, dass Leverkusen nicht bereit ist, wertvolle Fläche zu opfern und die Gesundheit und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger für eine automobilgerichtete Verkehrspolitik aufs Spiel zu setzen.“

Weitere „Keinen Meter mehr“ Aktionen folgen in den nächsten Wochen. Die Menschen und Gesichter hinten den Unterschriften werden noch sichtbarer werden und verdeutlichen, welchen Eingriff der geplante Autobahnausbau auf das Leben der Leverkusenerinnen und Leverkusener haben wird.

Weitere Infos zur Kampagne finden Sie im Internet: www.keinenmetermehr.de

Die Fraktion der GRÜNEN hat zur Mitte der Wahlperiode den Vorsitz neu gewählt

„Durch den Wechsel haben wir weiterhin zwei Frauen an der Spitze“, kommentiert Claudia Wiese den Ausgang der Wahl. „Ich denke, das ist die beste Voraussetzung für einen bewusst gestalteten Übergang und Wissenstransfer!“

Roswitha Arnold fügt hinzu: „Als drittstärkste Fraktion im Stadtrat haben wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren wichtige Beschlüsse für unsere Stadt getroffen und die Weichen für die Zukunft gestellt. Große Herausforderungen bleiben, deren Bewältigung vor allem den kommenden Generationen auferlegt ist. Ich freue mich daher, für einen guten Übergang den Staffelstab an meine bisherige Stellvertreterin zu übergeben!“

Seit Beginn der aktuellen Wahlperiode ist Claudia Wiese Mitglied des Leverkusener Stadtrates. Ihre Schwerpunkte sind Wirtschaft, Finanzen, Digitalisierung und Verkehrspolitik. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sieht sie „als ein Querschnittsthema, das heutzutage selbstverständlich alle politischen Entscheidungen leiten muss.“

Die studierte Historikerin und Journalistin war lange Jahre als Moderatorin für WDR 5 zu hören. Gemeinsam mit ihrem Mann Michael Wiese betreibt sie seit 2007 das Schlebuscher Yoga-Studio YogaYa. Als Unternehmerin ist sie inzwischen aber nur noch nebenbei tätig, denn seit August 2022 leitet sie hauptberuflich das Wahlkreisbüro der grünen Leverkusener Bundestagsabgeordneten Nyke Slawik.

„Demokratie bedeutet Wandel. Und die Fraktionsarbeit ist sowieso ein Mannschaftssport“, stellt Claudia Wiese klar. „Als Vorsitzende sehe ich meine Aufgabe vor allem darin, das Feld zu bereiten und den Rahmen zu stecken für unsere gemeinsame inhaltliche Arbeit. Wir werden weiterhin wichtige grüne Themen in Leverkusen voran bringen, zum Beispiel in der Bildungspolitik, bei den Verkehrs-, den Umwelt- und den Bauthemen, in der Kultur oder im Bereich der Integration.“

„Nur mit Moos, was los?! Leverkusens Elternbeiträge auf dem Prüfstand“

Alle Eltern kennen die folgende Situation:

Einmal im Jahr kommt der Gebührenbescheid für die KiTa, die Tagespflege oder die Offene Ganztagsschule (OGS). Manche Leverkusener Eltern mögen sich da wundern – wie kommt dieser Beitrag eigentlich zustande? Warum werden alle Einkünfte zugrunde gelegt, aber Verbindlichkeiten wie Unterhalt oder private Altersvorsorge nicht berücksichtigt? Warum lohnt der Wechsel von Teil- zu Vollzeit bei einigen Elternteilen nicht, weil die Differenz automatisch durch eine Beitragsanpassung zunichte gemacht wird?

Anlässlich des Internationalen Tages der Familie möchten wir uns am Montag, den 15. Mai 2023 ab 19 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen, Mülheimer Straße 7a, 51375 Leverkusen, unter anderem mit Expert*innen wie Eva Birkhäuser (Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft der Grund- und Förderschulen), Heike Riedmann (ehem. Vorsitzende des Landeselternbeirats NRW), Annette Söffgen (Vorsitzende des Stadtelternrats Leverkusen) sowie Irina Prüm (Kinder- und Jugendpolitische Sprecherin, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen) und betroffenen Eltern zur aktuellen Beitragssatzung austauschen und dabei diskutieren, wie gerecht Leverkusens Elternbeiträge – auch im Vergleich zu anderen Kommunen in NRW – sind.

Dabei interessiert uns auch deine Meinung! Komm vorbei und diskutiere mit! Übrigens: Während der Veranstaltungsdauer bieten wir eine kostenfreie Kinderbetreuung an.

Für weitere Fragen und Informationen sowie eine bessere Planung, wird um eine Anmeldung an E-Mail: kreisverband@gruene-lev.de gebeten. Sofern du dich spontan entscheiden solltest, bist du natürlich auch herzlich willkommen! Für eine Kinderbetreuung ist eine Anmeldung bis 10. Mai 2023 zwingend erforderlich (bitte auch das Alter des Kindes angeben).

Stadt Leverkusen trifft Vorbereitungen für Ukraine-Hilfe

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Leverkusen begrüßt die Bereitschaft der Stadt, den Menschen aus der Ukraine zu helfen, und dankt Oberbürgermeister Richrath, dass die hierfür erforderlichen Maßnahmen schnell und unbürokratisch in die Wege geleitet werden.

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Leverkusen begrüßt die Bereitschaft der Stadt, den Menschen aus der Ukraine zu helfen, und dankt Oberbürgermeister Richrath, dass die hierfür erforderlichen Maßnahmen schnell und unbürokratisch in die Wege geleitet werden.

Europa kurz vor dem Scheitern: Endstation Migration?

Einigkeit, Recht und Freiheit – offenbar nicht für alle! Das Gemeinsame Europäische Asylsystem droht wieder einmal zu scheitern während jeden Tag hunderte Menschen über das Mittelmeer nach Europa kommen.

Bürgermeister*innen in ganz Deutschland klagen über volle Unterkünfte und mangelnde Integration, die Bundesregierung erklärt Georgien und Moldau zu sogenannten sicheren Herkunftsländern und Ursula von der Leyen reist nach Tunesien und macht den Geldhahn auf. In der Diskussion sind außerdem wieder einmal Schlagworte wie Ober- und Integrationsgrenzen und Sozialleistungskürzungen. Die Devise scheint: Flicken statt neu. Klein, klein statt der große Wurf.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen wollen an die erfolgreiche Veranstaltung im Juni anknüpfen und fragen: Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf Kommunen wie Leverkusen? Wie könnte eine gemeinsame europäische Asylpolitik aussehen? Was müsste jetzt im Hinblick auf die Europawahl im kommenden Jahr getan werden? Und was könnte der Masterplan für eines der bewegendsten Themen unserer Zeit sein?

Mit einem Impuls von Daniel Freund MdEP, diskutieren am Vorabend des Tages der deutschen Einheit, am Montag, 02.10.2023, um 19 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen, Mülheimer Straße 7a, 51375 Leverkusen, unter anderem:

  • Schahina Gambir MdB, u.a. Mitglied in der Enquete-Kommission „Lehren aus Afghanistan für das künftige vernetzte Engagement Deutschlands“
  • Miriam Koch, Beigeordnete für Kultur und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Monika Düker, ehem. Fraktionsvorsitzende und flüchtlingspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW
  • Rita Schillings, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats Leverkusen
    Rupy David, Vorstandssprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen

Die Veranstaltung wird moderiert von Kreisgeschäftsführer Sven Weiss. Uns interessiert auch deine Meinung! Komm vorbei und diskutiere mit! Für weitere Fragen und Informationen sende uns gern eine E-Mail an kreisverband@gruene-lev.de.

Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch,

Vorstand des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leverkusen

Ein sauberes Leverkusen für und mit allen

Seit Jahren setzt sich die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für ein umweltfreundliches Leverkusen und ein sauberes Stadtbild ein. Deshalb fordert die Fraktion mittels eines Änderungsantrags das Wiederaufleben der Aktion „Wir für unsere Stadt“, die bis vor der Corona-Pandemie jedes Jahr erfolgreich in Leverkusen stattgefunden hat.

Der umweltpolitische Sprecher Andreas Bokeloh erläutert: „In 19 Jahren Laufzeit haben zahlreiche Bürger*innen viele Tonnen an Müll gesammelt und so zur Sauberkeit in unserem Stadtgebiet beigetragen.“

Die GRÜNEN fordern die Verwaltung auf, die Aktion zu organisieren und in Zusammenarbeit mit der AVEA erneut öffentliche Sammelstellen zur Abholung einzurichten sowie Müllsäcke und Handschuhe bereitzustellen, um Sammelnde entsprechend zu unterstützen. Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese appelliert: „Wir möchten alle Menschen in Leverkusen ermutigen, sich an der Aktion zu beteiligen – egal, ob als Familie, mit der Schulklasse, organisiert in Parteien oder Vereinen oder zugehörig zu einem Unternehmen. Denn ein sauberes Leverkusen kommt uns allen zugute.“

Frisches Grün aus dem Rat

Haushalt verabschiedet

„Ja — unsere Ziele in Bezug auf den Klimaschutz sind ambitioniert. Und das ist auch notwendig!“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold in ihrer Haushaltsrede. Sie verwies auf wichtige Vorhaben wie die geplante Grünsatzung als Maßnahme zum Schutz vor Hitze und Trockenheit sowie zur Flächenentsiegelung. Auch die Notwendigkeit, sich verstärkt mit einer kommunalen Wärmeplanung zu beschäftigen, sei in Leverkusen erkannt worden. Hier komme es auf eine enge Kooperation mit der EVL an.

Dennoch gilt, so Roswitha Arnold, mit Blick auf die finanzielle Lage der Stadt: „Unsere Handlungsspielräume sind klein, und die Isolierungen im Haushalt werden in den folgenden Jahrzehnten zu erheblichen Belastungen führen.“ Wir GRÜNE hatten uns daher gemeinsam mit CDU und SPD dazu entschlossen, keine haushaltswirksamen Anträge zu stellen. Dem Haushaltsentwurf und dem Stellenplan haben wir zugestimmt.

Die vollständige Rede findest Du/finden Sie hier.

Beschlussmonitoring

Wir meinen: Bei etlichen Maßnahmen aus dem Klimaschutz kommen wir in Leverkusen nicht schnell genug voran, vor allem bei der Verkehrswende und den notwendigen Veränderungen zur Förderung des ÖPNV sowie des Rad- und des Fußgängerverkehrs. Roswitha Arnold dazu: „Auch wenn dies zum Teil auf Personalengpässe zurückzuführen ist, fordern wir Politik und Verwaltung auf, sich auf die notwendigen Veränderungen einzulassen, in Bezug auf die notwendigen Transformationsprozesse mutig zu sein und in den geplanten Maßnahmen vor allem den Gewinn zu sehen.“

Um in Zukunft besser beurteilen zu können, wie der Status der Konzepte zu Klimaschutz und Verkehrswende bei der Verwaltung ist, haben wir gefordert, ein Beschlussmonitoring für diese Konzepte einzuführen. Dieser Antrag fand eine große Mehrheit im Rat.

Nikopol – Partnerschaft mit der Ukraine

Das war etwas Besonders für eine Ratssitzung – und sehr berührend: Live dabei war am Nachmittag Oleksandr Sayuk, der Oberbürgermeister von Nikopol. Zusammen mit zwei weiteren Vertreter*innen und den Übersetzer*innen war Sayuk zugeschaltet aus einem Luftschutzbunker.

Unsere Stadt hat in der Ratssitzung mit der Stadt Nikopol eine Solidaritätspartnerschaft geschlossen, die in eine echte Städtepartnerschaft münden soll. Die Initiative geht zurück auf einen Antrag aus unserer Fraktion. Ratsfrau Claudia Wiese sagte dazu: „Die Nachrichten, die wir seit einem Jahr aus der Ukraine bekommen, erreichen den Kopf. Aber es sind die Begegnungen mit Menschen, die unser Herz erreichen. Deswegen sind solche Partnerschaften so wichtig.“

Auflösung der KulturStadtLev

Für die Kultur in Leverkusen fordern wir ein echtes Zukunftskonzept. Damit konnten wir uns aber nicht durchsetzen. Statt zunächst zu diskutieren, wie die Kultur in unserer Stadt in den nächsten Jahren aufgestellt sein soll, wurde das Ergebnis einfach vor die Analyse gestellt. In einem gemeinsamen Antrag haben CDU, SPD, FDP und die Einzelvertreterin Gisela Kronenberg dafür gesorgt, dass der städtische Eigenbetrieb „KulturStadtLev“ (KSL) Ende des Jahres aufgelöst wird. Die Institutionen der Kultur in Leverkusen werden dann verteilt auf zwei oder drei verschiedene Dezernate.

Roswitha Arnold bezeichnete diese Entscheidung als einen „Scherbenhaufen, der schwer zu kitten sein wird.“ Bei diesem Antrag gehe es offenkundig mehr um Einzelinteressen als um die Bedeutung von Kultur für die Stadtgesellschaft und die Kulturschaffenden. Zudem werde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht.

Zum Thema Stellen im Kulturbereich wies Ratsherr Andreas Bokeloh, ebenfalls Mitglied im Betriebsausschuss der KSL, außerdem darauf hin, dass die geplante Wiederbesetzungssperren rechtlich womöglich problematisch seien.

Demnächst Sondersitzung

Es war die bisher längste Sitzung des Rates in dieser Wahlperiode. Sie begann morgens um zehn Uhr und endete am Abend um halb neun. Und trotzdem haben wir nicht alles geschafft! Schuld daran war vor allem der rechtsextreme Einzelvertreter Markus Beisicht, der für alle anstehenden Wahlen geheime Abstimmungen gefordert hatte. Dabei geht es bei diesen Wahlen um ganz unstrittige Besetzungen und Nachbesetzungen. Aus diesem Grund wird es nach den Osterferien noch eine Sondersitzung des Rates geben müssen.

Claudia Wiese und Marc Nohl für die Fraktion

Bild: Oberbürgermeister Richrath bei der Unterzeichnung der Dokumente zur Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Nikopol. Das Bild stammt von Uwe Miserius. Wir danken Uwe Miserius für die Nutzungserlaubnis.

Fotoquelle: Uwe L. W. Miserius, Nutzung mit freundlicher Genehmigung

Bericht zur Ratssitzung am 13. Februar 2023

Die Ratssitzung begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Erdbebenopfer in der Türkei und in Syrien. Unsere Bürgermeisterin Zöhre Demirci stammt aus dem Erdbebengebiet und informierte in bewegenden Worten über die Situation der Menschen vor Ort. Jeder Euro hilft bei der Versorgung der dort lebenden Menschen. Daher rufen auch wir nochmals zu Geldspenden auf. Weitere Infos hier.

Bis hierhin bestand Einigkeit. Hiernach stand jedoch eine Änderung der Geschäftsordnung des Rates auf der Tagesordnung. Mit dieser Änderung wird das Recht von Einzelvertreter*innen und Gruppen beschränkt, die Tagesordnung beliebig aufzublähen. Mit Blick auf die unzureichenden Ergebnisse der Ratssitzungen in der ersten Hälfte des Tagungsabschnitts hatte der Oberbürgermeister daher den Vorschlag gemacht, dieses erweiterte Recht zurückzunehmen. Bereits im Vorfeld stand dieser Vorschlag in der Kritik.

Unsere Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold erläuterte, weshalb die Fraktion der GRÜNEN diesem Vorschlag zugestimmt hat.

„Die Stadtverwaltung ist darauf angewiesen, dass der Rat beschlussfähig ist. Für die Beratung der städtischen Vorlagen und Anträge stehen den Ratsfrauen und -herren aber nur begrenzte Zeiträume zur Verfügung.

Die Ratsmitglieder arbeiten ehrenamtlich und versehen die Ratsarbeit nicht nur neben ihrem Beruf, sondern müssen diese auch mit ihrem Familien- und Privatleben in Einklang bringen können. Viele Ratsmitglieder können diese Zeiträume für die politische Arbeit nicht ausdehnen. Wir halten komplette Sitzungstage für notwendig, nehmen aber auf die Kolleg*innen Rücksicht. Deshalb tragen wir eine Begrenzung der Dauer von Sitzungen mit.

Stattdessen haben wir versucht, die Sitzungen zu straffen. Die Mitglieder unserer Fraktion verzichten auf die Wiederholung von Reden und verweisen stattdessen auf die Vorberatungen in den ebenfalls öffentlich tagenden Fachausschüssen und den Bezirksvertretungen. Wir lagern notwendige Diskussionen in Arbeitskreise und Arbeitsgruppen aus. Wir treffen interfraktionelle Absprachen, um auf zusätzliche Anträge und Reden verzichten zu können. Und wir helfen mit, die Geschäftsordnung konsequenter anzuwenden.

Trotzdem stellen wir zur Hälfte dieses Tagungsabschnitts fest, dass wir Beschlussfassungen immer wieder verschieben müssen, weil unsere Bestrebungen nicht von allen mitgetragen werden. Und nicht nur das: Unser Vorgehen wird uns immer wieder als undemokratische Hinterzimmer-Politik ausgelegt.

Der von der Verwaltung gemachte Vorschlag ist in der Gemeindeordnung NRW explizit genannt. Er ist ein Ausdruck von Akzeptanz politischer Wahlergebnisse. Weder wird das Rederecht eines Einzelvertreters verletzt, noch werden die Möglichkeiten politischer Einflussnahme beschränkt.

Herr Rees wird weiterhin zu jedem Tagesordnungspunkt des Rates sprechen; er wird auch weiterhin nahezu jeden Beschluss des Rates bei der Bezirksregierung monieren. Dennoch halten wir den Vorschlag für richtig und notwendig.“

Die Änderung der Geschäftsordnung wurde von einer breiten Mehrheit beschlossen und wird zur nächsten Ratssitzung wirksam.

Unser Fraktionsgeschäftsführer Marc Nohl meint: „Es gibt Zuhörer*innen, die Ratsherrn ‚Rees eigentlich ganz unterhaltsam‘ finden“. Das ist bitter. Denn Ratssitzungen sind keine Doku-Soap, sondern ernsthafte Arbeit zum Wohl der Stadt. Wenn diese Arbeit nur noch als Zirkusveranstaltung mit extrovertierten Einzeldarstellern wahrgenommen wird, müssen sich die übrigen Ratsvertreter*innen wehren.“

Wie notwendig die Änderung der Geschäftsordnung ist, zeigt auch der Verlauf der Ratssitzung am 13. Februar 2023: Trotz der fast siebenstündigen Ratssitzung wurden erneut über dreißig geplante Beschlussfassungen vertagt.

Nach der streitig geführten Debatte zur Geschäftsordnung, bei der sich Ratsherr Rees schließlich als Mobbing-Opfer sah und eine Klage wegen Mobbings ankündigte, wurde der Haushalt für das Jahr 2023 eingebracht.

Der Haushaltsentwurf 2023 ist geprägt vom Krieg in der Ukraine und den fortdauernden Krisenlagen. Dennoch bleibt der finanzielle Spielraum erhalten für die dringend notwendigen Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen, die Verkehrswende, den Erhalt und den Ausbau der sozialen Infrastruktur und andere wichtige Projekte. Hierfür danken wir dem Oberbürgermeister und dem Kämmerer ausdrücklich. Der Entwurf wird nunmehr in den Fraktionen beraten und in der Ratssitzung am 30. März 2023 beschlossen.

Auch der geplante Autobahnausbau beschäftigt uns weiter. Wir haben den Widerstand gegen die Planungen des Bundesverkehrsministeriums zwischenzeitlich mit einer Protest-Aktion am 14. Februar 2023 fortgesetzt. Weitere Informationen hier. Zudem bereitet die Stadt eine Verfassungsklage vor. Die hierfür erforderlichen Beschlüsse wurden im Rat konkretisiert.

Für weitere Fragen zu den Beschlüssen des Stadtrats steht Euch unser Geschäftsführer gerne zur Verfügung.

Roswitha Arnold und Marc Nohl

„Keinen Meter mehr“ – Widerstand gegen den geplanten Autobahnausbau fortsetzen

Kommt alle mit zur „Info-Messe“ der Autobahn GmbH am 14. Februar 2023 von 17 bis 20 Uhr in der Bürgerhalle Wiesdorf. Bei dieser Veranstaltung wirbt die Autobahn GmbH für das oberirdische Ausbauvorhaben in Leverkusen. Verkehrsminister Wissing und die Autobahn GmbH glauben, dass die Interessen der Leverkusener Bürger*innen mit einem verbesserten Lärmschutz ausreichend berücksichtigt werden. Wir sind aber nicht bereit, die Belastungen durch die Schadstoffemissionen, den Feinstaub und die großräumigen Einschnitte in das Stadtgebiet hinzunehmen. Die Planer sagen zwar, andere Lösungen seien „irgendwie“ möglich, aber zu teuer und auch nicht sinnvoll. Wir sagen: Es reicht. Keinen Meter mehr.

Wir versammeln uns am 14. Februar 2023 um 16.30 Uhr vor der Bürgerhalle Wiesdorf, Hauptstraße 150.

Rede von Roswitha Arnold zum Beschluss des Haushalts 2023

Am 30. März 2023 beriet der Leverkusener Stadtrat über den Haushalt für das Jahr 2023. Zum Erlass der Haushaltssatzung äußerte sich die Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold wie folgt:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,

die Stadt Leverkusen muss die Auswirkungen des Angriffskriegs von Wladimir Putin stemmen, sie arbeitet weiter an der Beseitigung der Flutschäden, kann nach der Pandemie erst langsam wieder in einen Normal-Modus zurückkehren, und sie steht in Bezug auf den Klimawandel vor gewaltigen Herausforderungen.

Die finanziellen Voraussetzungen und Folgewirkungen hierfür sind im Haushaltsplan für die Jahre ab 2023 abgebildet und ergeben eine Finanzplanung, die Zitat Herr Kämmerer Molitor „auf Kante genäht ist“.

Wichtig für uns GRÜNE ist also, genau hinzusehen, welche politischen Weichenstellungen für das kommende Jahr erkennbar und vorgenommen sind:

Zur Verringerung der CO2-Emmissionen und der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels haben Politik und Verwaltung zahlreiche wegweisende Konzepte erarbeitet und beschlossen. Auch der vorgelegte Entwurf einer Grünsatzung als örtliche Bauvorschrift scheint ebenfalls mehrheitsfähig zu sein.

Wenn in diesem Jahr nun auch der Entwurf einer Grünschutzsatzung für die bereits bestehenden Flächen und Bepflanzungen beauftragt wird, gewinnen wir einen weiteren dringend erforderlichen konzeptionellen Baustein als eine flankierende Maßnahme zum Schutz vor Hitze und Trockenheit sowie zur Flächenentsiegelung. Und auch die Notwendigkeit, sich verstärkt mit einer kommunalen Wärmeplanung zu beschäftigen, wurde erkannt.

Hier kommt es auf eine enge Kooperation mit der EVL an, die hierzu mit ihren Projekten einen hervorragenden Aufschlag gemacht hat. Ebenfalls müssen Bezüge zu den Beteiligungen der Stadt – ich meine hier vor allem die AVEA – mitgedacht und in den Entscheidungsprozess aufgenommen werden.

Vielen Dank, Herr Beigeordneter Lünenbach, dass Sie dies deutlich formuliert haben!

Im Haushaltsplanentwurf werden die Ziele zum Klimaschutz und die notwendigen Anpassungsmaßnahmen definiert und mit Etatmitteln versehen.

Nun gilt es, beschlossene Konzepte auch umzusetzen. Viel Zeit haben wir nicht mehr.

Bei neuen Bauvorhaben werden zukunftsweisende Energie- und Wärmekonzepte verfolgt. Eigentümer*innen beschäftigen sich in zunehmendem Maße mit entsprechenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen. Förderprogramme zum Ausbau der Photovoltaik und zur Dach- und Fassadenbegrünung wurden angekündigt.

Und doch liegen viele weitere Maßnahmen aus dem Klimaschutz- und dem Mobilitätskonzept noch immer in der Schublade.

Vor allem bei der Verkehrswende und der Umgestaltung unserer Verkehrsräume zur Förderung des ÖPNV oder des Rad- und des Fußgängerverkehrs kommen wir nicht voran. Auch wenn dies zum Teil auf Personalengpässe zurückzuführen ist, fordern wir Politik und Verwaltung auf, sich auf die notwendigen Veränderungen einzulassen, in Bezug auf die notwendigen Transformationsprozesse mutig zu sein und in den geplanten Maßnahmen vor allem den Gewinn zu sehen.

Ja – unsere Ziele in Bezug auf den Klimaschutz sind ambitioniert. Und das ist auch notwendig!

Für das Erreichen dieser Ziele sind konkrete Fahrpläne erforderlich. Nur so können wir kontinuierlich überprüfen, ob die gesteckten Ziele erreicht werden und ob eine Nachsteuerung erforderlich ist.

Genau dafür haben wir ein Beschluss-Monitoring gefordert, das heute nach einstimmigen Vorberatungen sicher verabschiedet wird und als Blaupause auch für andere Dezernate gelten soll.

Dieses Monitoring schafft Transparenz und richtet den Fokus auf die Umsetzung und den Prozess beschlossener Maßnahmen – es verhindert zudem, dass permanent Wiederholungs- oder Ergänzungsanträge gestellt werden, beschlossene Konzepte aufgeweicht oder gar konterkariert werden. Damit ist das Monitoring ein Gewinn für Politik und Verwaltung.

Im Zusammenhang mit den erforderlichen Anpassungsmaßnahmen hat die Bildung für nachhaltige Entwicklung eine besondere Bedeutung. Sie ermöglicht nicht nur Teilhabe, sondern fördert das Umweltbewusstsein und schafft so die Grundlage für die Verankerung eines verantwortungsvollen Handelns der Menschen in einer sich verändernden Welt. Auch hier begrüßen wir, dass die Stadt entsprechende Maßnahmen kontinuierlich ausbaut.

Wir GRÜNE richten den Blick auf mögliche Synergien, wie städtische Einrichtungen und Beteiligungen besser kooperieren können und werden uns nochmals dem Fuhrparkmanagement widmen. Die wupsi ist hier eine starke Partnerin.

Eine große Baustelle bleibt der Ausbau der Kita-Plätze. Wir können nicht so weitermachen wie bisher:

Immer dann, wenn Planungen konkret werden, melden sich Bedenkenträger*innen und setzen sich für Einzelinteressen oder nochmals zu verändernde Nutzungskonzepte ein – im Ergebnis verhindern sie eine zügige Umsetzung des Rechtsanspruchs von Eltern.

Dieses Abweichen von grundsätzlicher Absichtserklärung und Verhinderung von konkreten Maßnahmen müssen wir überwinden. Tragfähige Lösungen erzielen wir nur, wenn wir an einem Strang ziehen.

„Der Rat ist kein Wettbewerb der Ideen, sondern der Interessen“ – das ist ein Zitat des ersten grünen Bürgermeisters Klaus Wolf.

Seine Einschätzung trifft auf einen Antrag in diesem Turnus besonders zu: den Antrag von CDU, SPD und anderen zur Aufspaltung der städtischen Kultur.

Bei diesem Antrag geht es offenkundig viel mehr um Einzelinteressen als um die Bedeutung von Kultur für die Stadtgesellschaft und die Kulturschaffenden. Zudem wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht. Das lehnen wir ab.

Was hingegen Einigkeit bewirkt, zeigt der breit getragene Widerstand gegen den geplanten Autobahnausbau. Wir nehmen die Interessen unserer Stadt mit einer Stimme wahr – nur diese Einigkeit kann ein Umdenken auf Bundesebene bewirken. Der Bundesverkehrsminister muss eine Lösung vorstellen, die den klimapolitischen Zielen Deutschlands und den berechtigten Interessen der Stadtgesellschaft entspricht. Wir alle wollen ein lebenswertes Leverkusen.

Herrn Kämmerer Molitor und der Verwaltung ist es gelungen, für 2023 einen genehmigungsfähigen Haushalt vorzulegen.

Unser Dank dazu gilt ihm und Herrn Oberbürgermeister Richrath, in gleicher Weise wie der Beigeordneten Deppe und den Herren Beigeordneten Lünenbach und Adomat sowie allen Mitarbeitenden.

Unsere Handlungsspielräume sind klein, und die Isolierungen im Haushalt werden in den folgenden Jahrzehnten zu erheblichen Belastungen führen.

Wir haben uns daher gemeinsam mit CDU und SPD dazu entschlossen, keine haushaltswirksamen Anträge zu stellen.

Wir unterstützen die Verwaltung auf dem Weg zu einer weiterhin handlungsfähigen Stadt und stimmen dem Haushaltsplan und dem Stellenplan zu.

Aus gegebenem Anlass: zu unserem Politikverständnis

Als Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben wir alle kommunalen Themen auf dem Schirm: Natur und Umwelt, Stadtentwicklung, Kinder und Jugendliche, soziale Fragen, wirtschaftliche Belange, Verkehrspolitik oder auch schulische Angelegenheiten.

Fundierte Politik heißt für uns, dass wir uns informieren, Argumente zusammentragen, Interessen und Fallstricke erkennen und letzten Endes das Beste für die Stadt herausarbeiten. Wir GRÜNE sind keine Ein-Themen-Partei. Und wir betrachten die Stadtverwaltung auch nicht als unsere Gegnerin.

Bei unseren Abwägungsprozessen stehen ökologische Aspekte im Vordergrund – gerade bei Bauvorhaben in der Stadt. Doch am Ende eines Diskurses gibt es in der Fraktion immer wieder auch gute Gründe dafür, zunächst das weitere Verfahren wie zum Beispiel die Bürgerbeteiligung abzuwarten.

Selbstverständlich suchen wir nach Mehrheiten, damit wir unsere Überlegungen auch durchsetzen können. Manchmal sind Kompromisse erforderlich; manchmal eröffnet die Beratung in den Ausschüssen aber auch die Möglichkeit, bis dato festgelegte, unseren Vorstellungen zuwiderlaufende Haltungen anderer Fraktionen durch Änderungsanträge zu beeinflussen. Das ist nicht immer ein vollständig zufriedenstellendes Ergebnis, aber auf lange Sicht lohnt es sich.

Wir verharren auch nicht in Absichtserklärungen, sondern suchen und fordern die konkrete Umsetzung – hin zu den dringend erforderlichen Umgestaltungsprozessen.

Und: Die Arbeit von Aktivist*innen schätzen wir sehr. Ihr Engagement treibt dringend notwendige Entwicklungen voran. Wir versuchen, diese Entwicklungen in die Politik zu tragen, widerstreitende Interessen zusammenzuführen und Lösungen zu finden. Und wenn es notwendig ist, machen wir auch deutlich, dass Verhandlungsergebnisse nicht zufriedenstellend sind.

Sind wir in Bezug auf die notwendigen Transformationsprozesse schnell genug? Nein. Machen wir auch Fehler? Ja. Dennoch suchen wir auch nach einer Abstimmungsniederlage weiter nach tragfähigen und dauerhaft wirksamen Lösungen. Das ist unsere Aufgabe, und dafür wurden wir gewählt.

Unsere Entscheidungen können wir gut begründen. Die Auseinandersetzung mit unseren Kritiker*innen scheuen wir nicht. Aber in der Öffentlichkeit erwarten wir auch einen offenen Austausch sowie eine objektive Berichterstattung über unsere Argumente und Entscheidungskriterien.

Roswitha Arnold im Namen von Fraktion und Vorstand des Kreisverbands

Bauvorhaben am Kurtekottenweg – Binnendüne erhalten

Aktuell wird in den politischen Gremien der Stadt ein Bauvorhaben an der Elisabeth-Langgässer-Straße diskutiert. Dort soll nach Wunsch des Investors eine Unterbringung für junge Sportler*innen in einem Wohngruppenprojekt entstehen.

Die GRÜNEN meinen: Die Freiflächen an der Elisabeth-Langgässer-Straße müssen unbebaut bleiben. Daher lehnen wir die Aufnahme eines Bauleitverfahrens für diese Flächen ab. Die Eingriffe in Natur und Umwelt sind nicht vertretbar. Auch die unmittelbare Nähe zum Flugplatz verbietet eine Bebauung. Das Interesse des Investors an diesem Standort ist verständlich. Dennoch muss der Investor nach einem anderen Standort suchen. Zu prüfen ist insbesondere, ob bereits versiegelte Flächen für das Vorhaben genutzt werden können.

Nach der Explosion in Bürrig – Schadstoffe im Wasser: Was macht die Stadt?

Nach der genehmigten Einleitung des Schädlingsbekämpfungsmittels Clothianidin wurde vom Betreiber in dieser Woche eingeräumt, dass weitere große Schadstoffmengen über mindestens fünf Monate hinweg in die Umwelt gelangten. Diese ungenehmigten Einleitungen seien laut Bezirksregierung „nicht tolerierbar“. Daher würden die staatsanwaltlichen Ermittlungen ausgeweitet. Dieses Vorgehen begrüßen wir ausdrücklich.

Bisher sind wir davon ausgegangen, dass Stoffreste aus den Tanklagern und das Löschwasser vollständig aufgefangen und fachgerecht entsorgt wurden. Diese Annahme beruhte auf Aussagen des Betreibers nach der Explosion im Juli. Heute müssen wir feststellen, dass diese Aussagen zumindest ungenau waren.

In Bezug auf den „jetzt entdeckten“ Defekt an einem Abwassertank prüft die Bezirksregierung nun erneut, „ob … es zu einer Schädigung des Gewässers gekommen ist.“ Wie bereits bei der Einleitung des Insektengifts stellt sich angesichts der über fünf Monate hinweg ausgelaufenen Mengen jedoch nicht die Frage, ob eine Gewässerbelastung erfolgte. Ein Schaden ist sicher eingetreten. Zu fragen ist deshalb vielmehr, in welchem Umfang die Umwelt geschädigt wurde und welche Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen ergriffen werden müssen.

Bereits die Auswirkungen des Ausfalls der Brunnenanlage wurden erst auf Nachfrage der grünen Fraktionsvorsitzenden weiter thematisiert.

Das bisherige Auftreten des Betreibers führt nicht zu mehr Vertrauen. Daher wollen wir wissen: Sind nunmehr tatsächlich alle Schäden bekannt oder ist mit weiteren Schäden zu rechnen, die irgendwann einmal „entdeckt“ werden? Was unternimmt die Stadt, um an die erforderlichen Informationen zum Schutz der Leverkusener Bürgerinnen und Bürger zu gelangen, und welche Maßnahmen werden ergriffen, um sicherzustellen, dass keine weiteren Umweltschäden entstehen?

Anstelle der Kontrollbehörde oder der Stadt lädt nun der Betreiber zu einem „Begleitkreis“ ein. Hierzu wollen wir wissen, weshalb die Einrichtung nicht durch die Bezirksregierung oder die Stadt erfolgt und welche Rolle die Vertreter*innen der Kontrollbehörde und der Stadt in diesem „Begleitkreis“ haben. Welche eigenständigen Maßnahmen ergreifen Kontrollbehörde und Stadt zur Gewährleistung eines transparenten Verfahrens zur Information der Öffentlichkeit und wie beurteilt die Stadt die Einrichtung dieses „Begleitkreises“?

Wir erwarten, dass der Oberbürgermeister diese Fragen umgehend beantwortet.

Nachtrag: Auch die Landtagsfraktion beschäftigt sich weiter mit dem Thema. Die Pressemitteilung von Norwich Rüße (umwelt- und verbraucherschutzpolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW) vom 2. Januar 2022 findest Du/finden Sie hier.

Bericht zur Ratssitzung am 12. Dezember 2022

Strom und Gas

Zu Beginn der Ratssitzung ging es um die Energielage. Wenn die Sparmaßnahmen weiter verfolgt werden, kann ein Gasmangel voraussichtlich verhindert werden. Auch ein längerer Stromausfall ist nicht sehr wahrscheinlich, erläuterte Baudezernentin Andrea Deppe, die den Krisenstab leitet. Die Stadt ist gut vorbereitet und hat Informationen hier zusammengestellt: www.leverkusen.de/leben-in-lev/energiekrise/stromausfall.php. Außerdem bereitet sich Leverkusen auf die Aufnahme weiterer Geflüchteter vor allem aus der Ukraine vor; sie sollen zum Beispiel untergebracht werden im ehemaligen St. Josef-Krankenhaus in Wiesdorf.

Schulsozialarbeiter*innen

Wir wollen mehr Schulsozialarbeiter*innen für Leverkusen. Der gemeinsam mit CDU, SPD und FDP gestellte Antrag wurde einstimmig angenommen. Der Bedarf ist groß, gerade durch die Pandemie. „Auch die bisher nicht berücksichtigten Gymnasien benötigten Schulsozialarbeiter*innen“, meint unser finanzpolitischer Sprecher Stefan Baake. Eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung wird nun über die Details und die genaue Stellenzahl entscheiden.

Leverkusener Hauptbahnhof

„Leverkusen ist eines Hauptbahnhofs würdig“, formulierte David Dettinger im Rat. Trotzdem haben wir unseren Antrag, den Bahnhof „Leverkusen Mitte“ umzubenennen, erst einmal zurückgezogen. Denn die Deutsche Bahn hat mitgeteilt, dass eine Umbenennung frühestens im Jahr 2028 möglich wäre. Wir bleiben dran!

Ergebnisse des Jugendstadtrates

In dieser Sitzung haben Vertreter*innen des Jugendstadtrates ihre Ideen vorgestellt, die im Rahmen des dreitägigen Planspiels im Herbst beraten wurden. Mit diesen Anträgen, zum Beispiel zu Schulen und Fahrradwegen, wird sich der „echte“ Rat im kommenden Jahr in den Ausschüssen beschäftigen. Für die grüne Fraktion des Jugendstadtrats stellte Moritz Hüttner einen Antrag zum Thema Digitalisierung der Schulen vor. Das nächste Planspiel findet voraussichtlich Mitte Oktober 2023 statt.

Satzungen und Bauen

Die Biotonne kommt. Im Rat wurde nun die zugehörige Satzung zu den Abfallentsorgungsgebühren beschlossen. Auch die Hundesteuersatzung wird geändert.
Bei den Bauvorhaben ist klar, dass die Stadt Prioritäten setzen muss. Die Verwaltung hat dafür auf der Basis klarer Kriterien eine Liste erstellt, die die dringend notwendigen Schulsanierungen nach vorne stellt. Auch hier haben wir zugestimmt.

Länge der Ratssitzungen

Über hundert Punkte standen auf der Tagesordnung, getagt haben wir von 14:00 bis um 22:15 Uhr. Die Verwaltung hat einen Vorschlag zur Verkürzung der Ratssitzungen vorgelegt. Die Sitzungen sollen demnächst in der Regel um 14 Uhr beginnen und spätestens um 20 Uhr enden. Zu diesem Vorschlag gibt es sehr unterschiedliche Meinungen im Rat. Roswitha Arnold im Namen der Fraktion: „Wir tragen den Kompromiss mit. Eine Verkürzung darf aber nicht dazu führen, dass wir Beschlüsse vertagen müssen.“ Wir sind gespannt, ob insbesondere die Einzelvertreter auf wiederholt wortreiche Ausführungen verzichten können.

Claudia Wiese und Roswitha Arnold für die Fraktion

Stellungnahme zur „Millenniumeiche“ im Kreisverkehr Rennbaumstraße

Die GRÜNEN unterstützen die Suche nach Möglichkeiten zur Umsetzung der „Millenniumeiche“. Am geplanten Umbau des Kreisverkehrs halten die GRÜNEN aber fest.

Dirk Danlowski (Bezirksvertreter und Ratsherr) meint: „Ich verstehe die Enttäuschung und bedauere, wenn eine Umsetzung nicht doch erfolgen kann. Wird der Baum aber nur einmal umgesetzt, steigen die Chancen, dass der Baum überlebt.“ Dr. Stefan Pausch (Fraktionsvorsitzender im Stadtbezirk II) begründet, weshalb die GRÜNEN am Umbau des Kreisverkehrs festhalten: „Der geplante Umbau ist ein Gewinn für die Umwelt. Anstelle der bisherigen Asphaltwüste entstehen fünf neue Grünstreifen mit insgesamt sechs neuen Bäumen. Damit wird das Areal sehr viel grüner. Und auch für die Fußgänger*innen und Radfahrer*innen ist die Neugestaltung ein Gewinn.“

Die GRÜNEN sehen den Umbau auch als Maßnahme zur Umsetzung des Schwammstadt-Konzepts: Mit dem Umbau wird eine Hitzeinsel beseitigt. Die entsiegelten Flächen gewährleisten, dass Wasser auf diesen Flächen verbleibt und versickert. Gegen einen Verzicht auf den Umbau des Kreisverkehrs spricht zudem, dass die Sicht im Kreisverkehr durch die Eiche, deren Belaubung bis auf den Boden reicht, stark eingeschränkt ist. Die GRÜNEN fordern daher, dass ein Ersatzbaum gepflanzt wird, der wichtige Sichtbeziehungen ermöglicht und Unfallrisiken für alle Verkehrsteilnehmer*innen reduziert.

Stefan Pausch fasst zusammen: „Eine nicht gut durchdachte Pflanzung vor 22 Jahren wird durch eine artgerechte Neupflanzung und weitere zusätzliche Bepflanzung mehr als kompensiert. Sichergestellt werden muss auch, dass ein Ersatzbaum nicht in den Wiembachkanal wurzeln kann.“

Die gesamtstädtische Entwicklung hat Roswitha Arnold (Vorsitzende der Ratsfraktion und baupolitische Sprecherin) im Blick: „Städtebau ist mehr als Straßenbegleitgrün. Die Planung für den neuen Kreisverkehr ist ein gutes Beispiel, wie wir solche neuralgischen Bereiche gut umgestalten und gleichzeitig auch einer anderen zukünftigen Mobilität Rechnung tragen.“

Zum Hintergrund: Der Kreisverkehr an der Rennbaumstraße soll umgebaut werden. Im Rahmen des Umbaus wird die Kreisinsel versetzt. Um die auf der Kreisinsel angepflanzte „Millenniumeiche“ zu erhalten, wurde beschlossen, dass die Eiche entnommen und nach der Umgestaltung des Kreisverkehrs wieder eingesetzt wird. Die Stadt teilte nach einer Prüfung jedoch mit, dass eine Umsetzung nicht möglich sei, da erhebliche Wurzelverluste zu erwarten seien, die bei einer Umsetzung zum Absterben der Eiche führen würden. Eine Fällung sei daher zwingend notwendig.

Bericht zur Ratssitzung am 26. September 2022

Die Fraktion der GRÜNEN akzeptiert die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Neubau der Rettungs- und Feuerwache Nord am Standort „Auf den Heunen“ nur mit strengen Maßgaben und auch nur, wenn die Flächenversiegelung ausgeglichen wird.

Bau der Feuerwache: nur mit Flächen-Entsiegelung

Die Fraktion der GRÜNEN akzeptiert die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Neubau der Rettungs- und Feuerwache Nord am Standort „Auf den Heunen“ nur mit strengen Maßgaben und auch nur, wenn die Flächenversiegelung an diesem Standort durch Entsiegelung anderer städtischer Flächen im mindestens gleichen Umfang ausgeglichen wird. Die Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold stellte hierzu klar: „Wir erwarten eine Entsiegelung, die mehr ist als nur ein Feigenblatt.“ Dieser Antrag fand die Zustimmung von CDU und SPD. Zum ersten Mal ist es uns damit gelungen, für die Entsiegelung von Flächen auch Mehrheiten zu organisieren. Roswitha Arnold betonte: „Wir wissen sehr wohl, dass Leverkusen dringend eine neue Wache braucht. Die Feuerwehr hat gerade in Leverkusen im vergangenen Jahr gezeigt, wie wichtig sie ist, und wir bedanken uns ganz ausdrücklich für das Engagement und für die Tatkraft.“

Das Gelände „Auf den Heunen“ ist aus Sicht der Verwaltung das einzige, das wirklich in Frage kommt – bei allen Bedenken, denn es liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Die Bedenken teilen auch wir. Mit der Entscheidung haben wir es uns deswegen nicht leicht gemacht.

Der geplante Machbarkeitsstudie für dieses Gelände wird nun unter den folgenden Vorgaben erstellt:

  1. Die Flächenversiegelung wird auf das unbedingt notwendige Maß reduziert.
  2. Die versiegelte Fläche wird durch Entsiegelung anderer städtischer Flächen im mindestens gleichen Umfang ausgeglichen. Diese zu entsiegelnden Flächen müssen konkret benannt werden.

Ratsherr Andreas Bokeloh erläuterte zur Reduzierung auf das notwendige Maß: „Wir wollen geklärt wissen: Welche Funktionalitäten müssen auf dem Gelände zusammengefasst werden und welche Bauweise ist geboten?“

Biotonne: Mit Augenmaß und Pragmatismus

Lange diskutiert, jetzt wird’s endlich wahr: Leverkusen führt die Biotonne ein. Zwei Varianten standen im Rat zur Debatte. Unsere Position ist eindeutig: Mit Blick auf die Stärkung der Kreislaufwirtschaft und mit Blick auf eine bestmögliche Verwertung von Abfällen sind wir für eine freiwillige Biotonne, die abgeholt wird – ohne Wenn und Aber. Und die kommt nun auch – wenngleich bei sehr knapper Mehrheit. Unser Umweltexperte Andreas Bokeloh betonte: „Mit dieser Entscheidung stoßen wir das Thema Biotonne in Leverkusen jetzt mit Augenmaß und Pragmatismus an.“

Stadttauben sind keine Wildtiere

Keine Zustimmung fand unser Antrag, dass die Stadt ein Konzept entwickeln solle, um für mehr Tierwohl bei den Tauben zu sorgen. Wir hatten vorgeschlagen, nach Standorten für Taubentürme und Taubenhäuser zu suchen, um die Zahl der Tauben zu reduzieren und zu kontrollieren. Denn durch falsches, nicht artgerechtes Futter sind viele Tauben, die ja keine Wildtiere sind, krank und unterernährt. Trotz schriftlicher Unterstützung durch Leverkusener Tierschützer konnte sich die Mehrheit im Rat aber nicht durchringen, der Fürsorgepflicht für die Stadttauben nachzukommen.

Roswitha Arnold für die Fraktion

Bericht zur Ratssitzung am 29. August 2022

In der Ratssitzung am 29. August 2022 standen die Jahresabschlüsse im Vordergrund: die der städtischen Gesellschaften wie zum Beispiel EVL, TBL oder Klinikum, der Jahresabschluss der Stadt 2021 sowie der Gesamtabschluss 2018.

In der Ratssitzung am 29. August 2022 standen die Jahresabschlüsse im Vordergrund: die der städtischen Gesellschaften wie zum Beispiel EVL, TBL oder Klinikum, der Jahresabschluss der Stadt 2021 sowie der Gesamtabschluss 2018. Die Einzelheiten waren wie immer vorher ausführlich im Finanzausschuss diskutiert worden, wo die Geschäftsführer einen Ausblick auf das kommende Jahr gegeben hatten.

In einigen Wochen würden wir uns normalerweise im Rat mit der Frage beschäftigen, wie viel Geld die Stadt im nächsten Jahr ausgeben kann. Diesmal aber wird die Haushaltssatzung erst später eingebracht. Denn durch den Krieg in der Ukraine, die Probleme durch gestörte Lieferketten, Energiemangel und Inflation sei die Prognose „als würde man in eine Glaskugel schauen“. So hatte es Kämmerer Markus Molitor im Finanzausschuss formuliert. Erst müsse man abwarten, welche Unterstützung die Kommunen von Land und Bund zu erwarten haben.

Zum Thema Energie hat die Stadt eine Arbeitsgruppe „Gasmangellage“ eingerichtet. Die Verwaltung erarbeitet aktuell ein Konzept zu weiteren Einsparungen sowohl im Gas- als auch im Strombereich. Die Leiterin der AG, Baudezernentin Andrea Deppe verwies dabei auf die schon seit Jahren vorgenommenen Energieeinsparungen in den städtischen Gebäuden: zum Beispiel sind Flure ungeheizt, Raumlicht wird nach einer Nutzung ausgeschaltet und zum Händewaschen steht ausschließlich kaltes Wasser zur Verfügung. Der große Teil des Energieverbrauchs liege bei Schulen und Kitas, hier signifikante Energieeinsparungen vorzunehmen, wird eher schwierig.

Wir sind sehr erfreut darüber, dass Leverkusen sich einen Public Corporate Governance Codex geben will: eine Richtlinie zur guten Führung öffentlicher Unternehmen. Die Verwaltung hat nun einen Entwurf vorgelegt, der mit den städtischen Beteiligungsbetrieben abgestimmt wird und den wir im Anschluss in den nächsten Wochen diskutieren und dann verabschieden werden.

Claudia Wiese und Roswitha Arnold für die Fraktion

Kommunale Investitionsprogramme: Leverkusener Sportstätten könnten profitieren

Der Startschuss neuer Förderrunden gleich mehrerer kommunaler Investitionsprogramme aus dem Bundeshaushalt ist gefallen. Auch Leverkusen könnte vor allem von einem Förderprogramm besonders profitieren:

„Mit dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ sollen vor allem Sportstätten, Schwimmhallen sowie Jugend- und Kulturzentren profitieren. In Leverkusen denke ich dabei zum Beispiel an das Hallenbad Bergisch Neukirchen oder den Sportplatz Birkenberg“, erklärt die unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat zur neuen Förderrunde 2022 aufgerufen. Projektskizzen können ab dem 15. August 2022 bis einschließlich 30. September 2022 durch die Kommunen beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eingereicht werden. Bis zum 23.09.2022 muss bei der zuständigen Landesbehörde auch eine Voranzeige zum geplanten Projekt eingereicht sein.

„Ich habe bereits den Oberbürgermeister und auch meinen Kollegen Karl Lauterbach auf das Programm hingewiesen und mit meinen Kolleg*innen im Sport- und Haushaltsausschuss über die Situation in Leverkusen gesprochen“, sagt Slawik.

Sie hofft, dass Bundesgelder für die Sanierung des Hallenbades in Bergisch Neukirchen oder für die dringend benötigte Sanierung des Sportplatzes Birkenberg endlich bewilligt werden könnten.

„Der Sportpark hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach Fördergelder für die Projekte beim Bund beantragt, die aber leider jedes Mal abgelehnt wurden“, erklärt Stefan Pausch, sportpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion.

Auf Landesebene wird aktuell noch darüber diskutiert, wie hoch eine Ko-Finanzierung aussehen könnte. „Wir hoffen, dass sich die neue schwarz-grüne Regierung für eine hohe Beteiligung des Landes und die Entlastung der Kommunen ausspricht“, so unsere Kreisvorsitzende Rupy David,

Weitere kommunale Investitionsprogramme sind das Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“, bei dem u.a. Projekte der Grün- und Freiraumentwicklung mit hoher Wirksamkeit für Klimaschutz (CO2-Minderung) und Klimaanpassung gefördert werden. Und darüber hinaus das Denkmalschutz-Sonderprogramm (DS XI), das die Förderung national bedeutsamer oder das kulturelle Erbe mitprägende, unbewegliche Kulturdenkmäler vorsieht.

9-Euro-Ticket: Nyke Slawik fordert Verlängerung

Nyke Slawik und ihre zwei Bundestags-Kolleg*innen aus Köln, Katharina Dröge und Sven Lehmann, fordern eine Anschlusslösung an das 9-Euro-Ticket. Der August ist der letzte Monat, in dem das Ticket noch erhältlich ist. Doch allein im Juni haben laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) über 30 Millionen Menschen das Angebot genutzt. Das 9-Euro-Ticket wurde von der Ampel-Koalition für die Monate Juni, Juli und August im Rahmen des Entlastungspaketes eingeführt.

Nyke Slawik und ihre zwei Bundestags-Kolleg*innen aus Köln, Katharina Dröge und Sven Lehmann, fordern eine Anschlusslösung an das 9-Euro-Ticket. Der August ist der letzte Monat, in dem das Ticket noch erhältlich ist. Doch allein im Juni haben laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) über 30 Millionen Menschen das Angebot genutzt. Das 9-Euro-Ticket wurde von der Ampel-Koalition für die Monate Juni, Juli und August im Rahmen des Entlastungspaketes eingeführt.

Evaluierung im November kommt zu spät
Die von Verkehrsminister Volker Wissing geforderte Evaluierung sehen die drei Abgeordneten kritisch: „Das 9-Euro-Ticket darf nicht ohne Anschlusslösung im September auslaufen. Eine Evaluierung im November und eine Anschlusslösung Ende des Jahres oder Anfang 2023 kommen zu spät“, betont Katharina Dröge, Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion.

Umweltschädliche Subventionen zur Finanzierung nutzen
Finanziert werden könnte ein günstiges bundesweites Ticket, nach Meinung der drei Kölner Abgeordneten über den Abbau von umweltschädlichen Subventionen. „Das Geld für eine Verlängerung könnte zum Beispiel anstelle der Energiesteuerbefreiung für Kerosin oder der für Dieselkraftstoff eingesetzt werden. Ich könnte mir auch den Abbau des Dienstwagenprivilegs vorstellen“, so Nyke Slawik, stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses.

Erfolgsbilanz 9-Euro-Ticket
Nicht nur die hohe Nachfrage nach dem Ticket spricht für dessen Erfolg. „In den vergangenen zwei Monaten waren so viele Menschen mit Bus und Bahn unterwegs, wie selten zuvor. Das führte auch zu weniger Stau auf den Straßen“, erklärt Sven Lehmann, Staatssekretär im Familienministerium. „Das Ticket ist gleichermaßen sozial und umweltfreundlich: Es entlastet Geringverdienende, gibt allen Menschen Freiheit und schützt das Klima.“

Erneuerung der Unterstände an den Bushaltestellen im Stadtgebiet

Im Stadtgebiet Leverkusen werden seit geraumer Zeit die Unterstände an den Bushaltestellen erneuert. Diese Umbaumaßnahmen dauern teilweise sehr lange. Daher fordern die GRÜNEN eine Beschleunigung der Maßnahmen und haben hierzu eine Anfrage gestellt.

Im Stadtgebiet Leverkusen werden seit geraumer Zeit die Unterstände an den Bushaltestellen erneuert. Diese Umbaumaßnahmen dauern teilweise sehr lange. Während dieser Zeit können die Unterstände nicht genutzt werden. Auch stehen während des Umbaus keines Aushanginformationen zur Verfügung. Ein attraktives ÖPNV-Angebot beginnt an der Bushaltestelle. Daher fordern die GRÜNEN eine Beschleunigung der Maßnahmen und haben hierzu eine Anfrage gestellt.

Nyke Slawik fordert, Entnahme-Rechte für Currenta zu beschränken

Unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik wendet sich mit einem offenen Brief an die Bezirksregierung Köln und das nordrhein-westfälische Umweltministerium: „Wir können nicht steigende Hitze- und Dürreperioden, austrocknende Naturräume und Nachrichten über Wasser-Rationierungen in Frankreich und Italien ignorieren und davon ausgehen, dass in 30 Jahren alles beim Alten ist“. Sie fordert deshalb Bezirksregierung und Umweltministerium dazu auf, die derzeit anbedachten Genehmigungszeiträume für die Grundwasserentnahme zu überdenken.

Die bereits vor zwei Jahren abgelaufenen Rechte der Firma Currenta zur Entnahme von rund 100 Millionen Kubikmetern Grundwasser auf Leverkusener Stadtgebiet sollen auf 30 weitere Jahre verlängert werden.

Die grüne Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik hält dieses Vorgehen in Anbetracht der sich zuspitzenden Klimakrise für fragwürdig und wendet sich deshalb mit einem offenen Brief an die Bezirksregierung Köln und das nordrhein-westfälische Umweltministerium: „Wir können nicht steigende Hitze- und Dürreperioden, austrocknende Naturräume und Nachrichten über Wasser-Rationierungen in Frankreich und Italien ignorieren und davon ausgehen, dass in 30 Jahren alles beim Alten ist“, so Slawik. Sie fordert deshalb Bezirksregierung und Umweltministerium dazu auf, die derzeit anbedachten Genehmigungszeiträume für die Grundwasserentnahme zu überdenken.

„Nur durch eine Erlaubnislage auf Sicht kann sichergestellt werden, dass es in Anbetracht von häufigen und länger anhaltenden Trockenperioden und unsicherer werdender Prognosen zu einer regelmäßigen Überprüfung der Rahmenbedingungen kommt. Verkürzte Genehmigungszeiträume würden bei den betreffenden Unternehmen außerdem einen stärkeren Anreiz zum Wassersparen setzen“, heißt es in dem offenen Brief.

„Auch als Anwohnerin besorgt mich das Vorhaben sehr. In 30 Jahren bin ich Ende 50 und möchte auch dann noch gutes, lokales Trinkwasser aus der Leitung trinken können. Deshalb habe ich auch als Privatperson eine schriftliche Einwendung bei der Bezirksregierung eingereicht“, erklärt die junge Abgeordnete. Bis diesen Freitag, 24. Juni, bleibt betroffenen Anwohner*innen Zeit, eine schriftliche Einwendung gegen das Vorhaben bei der Bezirksregierung einzureichen.

Dass das Thema von der Tagesordnung der Ratssitzung vom 20. Juni abgesetzt wurde, bedauert die Leverkusenerin: „Meine grünen Kolleg*innen aus der Leverkusener Ratsfraktion hätten gerne dafür gestritten, dass sich die Stadtverwaltung kritischer zu der Wasserentnahme positioniert. Leider erkennt ein Großteil der kommunalen Politik die Dringlichkeit der Klimakrise scheinbar immer noch nicht“. Auf Antrag der FDP und mit Stimmen u. a. von CDU und SPD wurde ein Antrag der grünen Ratsfraktion Leverkusen zur Grundwasserentnahme von Currenta von der Tagesordnung abgesetzt.

Bericht zur Ratssitzung am 20. Juni 2022

66 Tagesordnungspunkte im Rat, vorlaufend drei Sondersitzungen und die Sitzung des Hauptausschusses: Damit begann der Sitzungstag um 12:45 Uhr und endete erst um 21:35 Uhr. Die Themen „Sondermüllverbrennungsanlage“ und „Wasserrechte“ wollte eine Ratsmehrheit nicht mehr diskutieren.

Grundwasser: kein Gesprächsbedarf

Dass eine Grundwasser-Entnahme durch die Firma Currenta für 30 weitere Jahre genehmigt werden soll, wollten die meisten Ratsmitglieder gar nicht erst diskutieren. Unser Antrag, die Stadt solle ihre Haltung dazu erklären und eine Stellungnahme mit dem Rat abstimmen, wurde auf Antrag der FDP von der Tagesordnung abgesetzt. Ratsherr Andreas Bokeloh: „Wie enttäuschend, dass das wichtige Thema Grundwasser nicht die Beachtung findet, die es verdient.“ Neue Studien, anhaltende Waldbrände in Brandenburg und Rekordhitze im Juni führen uns schon heute vor Augen, wie umsichtig wir mit der wertvollen Ressource Wasser umgehen müssen.

Städtepartnerstadt mit der Ukraine

Unsere Idee fand große Zustimmung: Leverkusen wird eine Städtepartnerschaft mit einer Stadt in der Ukraine schließen. Ratsfrau Claudia Wiese ist überzeugt: „In den vergangenen Wochen hat Leverkusen viele neue Verbindungen in die Ukraine geknüpft. Der Grund dafür, der russische Angriffskrieg, ist schrecklich. Aber daraus können wir doch jetzt etwas Gutes entstehen lassen.“ Wie wir vorgeschlagen hatten, soll erst einmal eine formlose „Solidaritätspartnerschaft“ entstehen, später eine reguläre Städtepartnerschaft. Die Verwaltung wird Vorschläge machen, welche Städte in Frage kommen.

Freibad Auermühle und Freibad CaLevornia

Ob das Freibad Auermühle doch noch einmal reaktiviert werden kann, wurde – einmal mehr – im Rat diskutiert. „Leider bedient Opladen plus mit ihrer Aktion lediglich den Populismus und streut den Bürger*innen Sand in die Augen“, kommentierte Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold. Bei dieser Gelegenheit erfuhr der Rat aus dem Sportdezernat, dass das Freibad im „CaLevornia“ in diesem Sommer nicht geöffnet werden kann. Der Grund: Es fehlen Bademeister*innen. „Die großen Ferien stehen an und die Stadt schließt ein Freibad? Nein, an dieses Thema müssen wir noch mal ran.“

Einig beim Widerstand gegen den Autobahn-Ausbau

Die Demonstration am 10. Juni 2022 in Berlin war ein Erfolg. Das sehen nicht nur wir so. Auch die Ratsmitglieder von CDU, SPD, FDP, Opladen plus und Einzelvertreterin Gisela Kronenberg lobten die gelungene Aktion und zeigten sich einig: Nur gemeinsam sind wir stark. Die Übergabe der 6.000 Unterschriften war nur ein weiterer Schritt. Nun erwarten wir die Ergebnisse der Lärmschutzprüfungen und bereiten uns auf die angekündigten Planfeststellungsverfahren vor.

Grünsatzung auf den Weg gebracht

Mit großer Mehrheit wurde ein erster Teil der von uns geforderten Grünsatzung auf den Weg gebracht. Ein entsprechender Entwurf mit Gestaltungsvorgaben zur Begrünung von Gebäuden, Grundstücksfreiflächen sowie Lager- und Stellplatzflächen wird vom Baudezernat erarbeitet. Damit legt Andrea Deppe vor. Nun muss aber auch das Umweltdezernat liefern: Wir warten noch immer auf den bereits am 22. März 2021 beschlossenen Entwurf des Umweltdezernenten zum Schutz der privaten Grünflächen und des Baumbestands und werden nicht locker lassen.

Windkraft für Leverkusen

Wir haben nach sorgfältiger Überlegung der Aufstellung des neuen Regionalplans zugestimmt. An der Stadtgrenze zu Burscheid ist die Möglichkeit für ein neues Gewerbegebiet vorgesehen. Wir sind dagegen, dass dort Industrie angesiedelt und Fläche versiegelt wird. Was wir uns aber dort vorstellen können, ist eine Windkraftanlage. Wichtig zu wissen: Der Regionalplan legt noch keine Bebauung fest, sondern ist nur die Grundlage für eine sehr langfristige Planung. Ob und was dort irgendwann mal gebaut wird, entscheidet der Rat später.

Claudia Wiese und Marc Nohl für die Fraktion

Bericht des Gutachters zur Explosion auf dem Gelände der Sondermüllverbrennungsanlage

Wie konnte es zu der Explosion in Bürrig im vergangenen Jahr kommen und wie kann eine solche Katastrophe in Zukunft verhindert werden? In der Sondersitzung des Umweltausschusses am 13. Juni 2022 hat Professor Jochum, der Leiter des Begleitkreises, auch diese Fragen beantwortet.

Wie konnte es zu der Explosion in Bürrig im vergangenen Jahr kommen und wie kann eine solche Katastrophe in Zukunft verhindert werden? In der Sondersitzung des Umweltausschusses am 13. Juni 2022 hat Professor Jochum, der Leiter des Begleitkreises, auch diese Fragen beantwortet.

Wir fordern:

  • Die Hochspannungsleitung muss verlegt werden.
  • Die Gefährlichkeit und die Mengen der Schadstoffe, die entsorgt werden, muss begrenzt bleiben.
  • Alle Verfahren sind umfassend zu prüfen und neu zu genehmigen. Am Personal darf nicht gespart werden.
  • Ein Tanklager auf dem Gelände der Sondermüllverbrennungsanlage muss auf ein absolutes Minimum beschränkt werden.
  • Auffangkapazitäten für Lösch- und Havariewasser sind in mehr als ausreichendem Maße bereit zu stellen.
  • Alle angelieferten Stoffe sind vor der weiteren Behandlung im Rahmen einer Eingangskontrolle durch geschultes Personal in dafür vorgesehenen Laboreinrichtungen vor Ort zu beproben.
  • Wir wollen außerdem, dass Leverkusen an allen Verfahren beteiligt und in alle Kommunikationsstrukturen einbezogen wird. Denn die Stadt muss die Schutzinteressen der Bürger*innen vertreten können. Sie sollte ihrerseits laufend die Kommunalpolitik informieren.

Die Sondermüllverbrennungsanlage wurde bereits wieder in Betrieb genommen. Das hat die Bezirksregierung genehmigt. Ratsherr Andreas Bokeloh: „Weshalb die Currenta die Anlage hochfährt, bevor die Veranstaltung zur Information der Leverkusener Bürger*innen stattgefunden hat, ist uns unbegreiflich. So sorgt man nicht für Vertrauen.“

Die Informationsveranstaltung des Gutachters findet statt am 23. Juni 2022 (Donnerstag) um 18:00 Uhr in der Wiesdorfer Bürgerhalle, Hauptstraße 150, 51373 Leverkusen.

Kein „Weiter wie bisher“ in Bürrig – Bürger*innen und Umwelt bestmöglich schützen

In Bezug auf die von der CURRENTA geplante Wiederinbetriebnahme der Sondermüllverbrennungsanlage hat Prof. Jochum am 8. Juni 2022 das Gutachten für eine erste Teilinbetriebnahme vorgelegt. Dieses Gutachten ist eine der Grundlagen für die Genehmigung durch die Bezirksregierung.

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dankt Herrn Prof. Jochum und seinem Team für die umfangreiche Begutachtung der Sondermüllverbrennungsanlage. Die Fraktion geht davon aus, dass die Anlage deutlich sicherer wird, wenn die vom Gutachter-Team empfohlenen Vorgaben zur ersten Teilinbetriebnahme konsequent eingehalten werden.

Auch die Veröffentlichung des Gutachtens wird von den GRÜNEN begrüßt, denn Offenheit ist eine unabdingbare Voraussetzung für Vertrauen und Akzeptanz. Unverständlich bleibt deshalb, dass die Gutachter nicht alle Untersuchungsergebnisse veröffentlichen.

Ratsherr Andreas Bokeloh kritisiert: „Weshalb werden nicht alle umgesetzten Empfehlungen benannt? Weshalb werden die untersuchten Gefahrenszenarien nicht benannt? Und weshalb wird zugestanden, dass mehrere Maßnahmen erst ‚unverzüglich‘ nach der Inbetriebnahme umgesetzt werden müssen? Unsere Anregungen wurden nicht aufgegriffen. Damit muss eine abschließende Bewertung der Schutzmaßnahmen unvollständig bleiben.“

Besonderer Aufmerksamkeit bedarf insbesondere das Verfahren von der Annahme bis zur Verbrennung der Abfallstoffe auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage. Hierzu Andreas Bokeloh: „Unklar bleibt weiterhin, welche Abfallstoffe entsorgt werden dürfen. Zudem wird das Schutzkonzept offenbar schon im Rahmen der ersten Teilinbetriebnahme aufgeweicht, indem die Entsorgung eines ‚für die Currenta sehr wichtigen‘ Abfallstoffes zugelassen ist, der den grundlegenden Kriterien des Schutzkonzeptes nicht entspricht und gesondert behandelt werden muss.“

Sehr kritisch betrachten die GRÜNEN auch die Zuständigkeiten im Rahmen des Genehmigungsverfahrens. Die Stadt wird zwar informiert, erhält aber bis heute keinen Einblick in zugrundeliegende Unterlagen und verfügt auch nicht über ein Mitgestaltungsrecht.

Hierzu fragt die Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold: „Wie kann es sein, dass Leverkusen trotz dieser für die Stadt so elementaren Fragen weitgehend zum Zuschauen verdammt wird? Verschärfend kommt hinzu, dass wir bisher nicht erkennen können, dass sich die Bezirksregierung im notwendigen Maße auch mit der Verbesserung der behördlichen Kontrollen und dem zugrundeliegenden behördlichen Kontrollsystem beschäftigt.“

Ein „Weiter wie bisher“ darf es aus Sicht der GRÜNEN nicht geben. Daher werden die GRÜNEN auch den weiteren Prozess kritisch begleiten.

Koalitionsverhandlungen in NRW: Nyke Slawik verhandelt Mobilitäts-Themen

Unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik verhandelt in den kommenden Wochen für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Mobilitäts-Themen für den schwarz-grünen Koalitionsvertrag in Nordrhein-Westfalen mit. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir meine Partei entgegenbringt“, so Slawik. „Das Sondierungspapier hat bereits sehr viele grüne Akzente: Eine flächendeckende Mobilitätsgarantie mit einem preiswerten ÖPNV, deutlich mehr Radverkehr und Vorrang für Sanierung statt Neubau beim Straßenbau. Jetzt gilt es, diese Akzente weiter auszuformulieren.“

Die Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik verhandelt in den kommenden Wochen für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Mobilitäts-Themen für den schwarz-grünen Koalitionsvertrag in Nordrhein-Westfalen mit. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir meine Partei entgegenbringt“, so Slawik.

Nach ersten Sondierungsgesprächen, die in einem Sondierungspapier mündeten, und der Zustimmung der zuständigen Parteigremien, haben die Grünen und die CDU am Dienstag, den 31. Mai, die Verhandlungen für eine Regierungsbildung aufgenommen.

„Das Sondierungspapier hat bereits sehr viele grüne Akzente: Eine flächendeckende Mobilitätsgarantie mit einem preiswerten ÖPNV, deutlich mehr Radverkehr und Vorrang für Sanierung statt Neubau beim Straßenbau. Jetzt gilt es diese Akzente weiter auszuformulieren“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverkehrsausschusses.

Für 13 Themengebiete schicken beide Seiten jeweils sechs Personen in die Verhandlungen. Nyke Slawik übernimmt die stellvertretende Leitung der grünen Arbeitsgruppe zu Verkehr. Die Leitung der Gruppe hat der Landtagsabgeordnete Arndt Klocke inne. Die CDU schickt die noch amtierende Ministerin Ina Brandes als Leiterin und den Landtagsabgeordneten Klaus Voussem als stellvertretenden Leiter in die Fachgruppe Verkehr.

Die weiteren Gruppen neben der Verkehrsgruppe und einer Hauptverhandlungsgruppe sind:

  • „Klimaschutz, Energie, Wirtschaft“
  • „Wissenschaft, Digitalisierung und Innovation“
  • „Haushalt, Personal, Finanzen“
  • „Kommunales“
  • „Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz“
  • „Innen und Recht“
  • „Arbeit, Gesundheit und Soziales“
  • „Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung, Landesplanung“
  • „Schule und Bildung“
  • „Gleichstellung, Frauen, Familie, Kinder und Jugend, offene Gesellschaft“
  • „Kultur und Medien, Demokratie und Sport“
  • „Migration, Integration, Flucht, Europa und Internationales“

Danke, Leverkusen, für 18,4 %!

Bei der Landtagswahl am 15. Mai haben wir mit 18,4 % das beste Landtagswahlergebnis unserer Geschichte geholt. Unsere Direktkandidatin Rupy David holte 16,9 % der Stimmen – ebenfalls ein Rekordergebnis. Sie zieht (vorerst) nicht in den Landtag ein, trotzdem war es für uns ein wahnsinnig erfolgreicher und glücklicher Abend!

Bei der Landtagswahl am 15. Mai haben wir mit 18,4 % das beste Landtagswahlergebnis unserer Geschichte geholt. Unsere Direktkandidatin Rupy David holte 16,9 % der Stimmen – ebenfalls ein Rekordergebnis. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir so viele Leverkunsener*innen von unseren Ideen für den echten Wandel überzeugen konnten. Dieses tolle Ergebnis haben unsere vielen Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer, bei denen ich mich nicht genug bedanken kann, mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit ermöglicht! Die Stimmung bei uns war über die ganze Strecke immer super, alle waren sehr motiviert. Auch der viele Zuspruch zur Arbeit unserer grünen Bundesminister*innen und die guten grünen Ergebnisse in Schleswig-Holstein letzte Woche haben uns Mut gemacht. Dass wir jetzt sogar noch über den letzten Umfragewerten liegen würden, hatten wir aber nicht zu hoffen gewagt – das hatten wir zu oft andersherum erlebt! In Leverkusen haben wir unseren Stimmenanteil sogar mehr als verdreifacht und liegen damit über dem Landesschnitt. Ich bin wahnsinnig stolz auf unseren tollen Kreisverband! Zur Zeit sieht es so aus, als ob ich durch die gewonnenen Direktmandate z. B. in Köln ganz knapp nicht einziehen würde, das finde ich natürlich schade. Ich hätte mich sehr gefreut, im Landtag für meine Herzensthemen zu streiten: eine bessere Inklusion von Menschen mit Behinderung, eine vielfältige Sportpolitik und eine solidarische Gesellschaft. Aber das mache ich jetzt weiter in meinen bisherigen Funktionen. Und wer weiß, ob im Rahmen der Regierungsbildung nicht doch noch zwei, drei Mandate frei werden und Leverkusen dann doch noch eine grüne Landtagsabgeordnete erhält! Eins ist in jedem Fall klar: Die Menschen in NRW wollen eine grüne Politik und einen wirklichen Wandel. Diese Aufgabe müssen wir mit dem tollen Rückenwind von der Basis bis zu unseren Spitzen in NRW und im Bund angehen!“

Wir fieberten dem Ergebnis gemeinsam im Rathaus und auf unserer Wahlparty im K1 in Wiesdorf entgegen. Unsere Kreisvorsitzende Anja Boenke überreichte ihrer Doppelspitzen-Partnerin Rupy David ein Geschenk-Abo des feministischen „Missy Magazine“ als Dank. Unsere Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer erhielten ebenfalls einen persönlichen Dank. „Jetzt sorgen wir gemeinsam für einen grünen Wandel in Düsseldorf! In Berlin sind wir die treibende und zuverlässige Kraft hinter den so notwendigen Veränderungen, die andere Parteien lieber ins übermorgen verschieben würden. Jetzt werden wir hoffentlich dasselbe in Düsseldorf zeigen können!“

Bei der letzten Landtagswahl 2017 hatten wir in NRW lediglich enttäuschende 6,4 % erhalten (2012: 11,3 %); in Leverkusen lagen wir damals mit 6,1 % (11,7 %) sogar etwas darunter. Seitdem hat der Kreisverband Leverkusen seine Mitgliederzahl ungefähr verdoppelt und viele jüngere Mitglieder gewonnen; auch die grüne Ratsfraktion in Leverkusen konnte sich bei der Kommunalwahl 2020 fast verdoppeln. Seit 2021 sitzt außerdem Nyke Slawik aus Opladen für die GRÜNEN im Bundestag.

Bald mehr Photovoltaik in Leverkusen?

Der Klima- und Transformationsfonds soll mit 203 Milliarden Euro im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für den Haushalt 2022 und den Finanzplan bis 2026 ausgestattet werden. Die Bundesregierung hat dies in der heutigen Sitzung des Bundestages auf den Weg gebracht. Welche Auswirkungen das für Leverkusen haben wird, beschreibt unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik hier.

Für den Kampf gegen die Klimakrise und für die Versorgung mit preiswertem Strom hat die Bundesregierung einen 200 Milliarden Euro schweren Klima- und Transformationsfonds auf den Weg gebracht. So soll der Ausbau Erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz zügig vorangetrieben werden.

„Ein Ausbau der Erneuerbaren ermöglicht es auch, viel schneller unabhängig von Energieimporten zu werden. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine führt uns derzeit schmerzhaft vor Augen, wie wichtig dieser Schritt ist. Deshalb werde ich für den Klima- und Transformationsfonds stimmen, mit dem auch bei uns in Leverkusen der Klimaschutz bis 2026 nochmal beschleunigt wird“, sagt Nyke Slawik, Abgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen. Zusätzlich wolle man mit weiteren 20 Milliarden Euro der Industrie bei der Umstellung auf eine Energieversorgung mit sauberem Wasserstoff helfen.

Energie für und von Bürgerinnen und Bürgern
Was bedeutet das für die Menschen in Leverkusen? Die Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien ist klimafreundlicher und schon jetzt in vielen Fällen günstiger als die aus Gas, Kohle oder Atomenergie. Zugleich senken Investitionen in Energieeffizienz die Stromrechnung und entlasten Haushalte und Unternehmen. „Das in der Ampel- Regierung vereinbarte Ziel, die Stromversorgung bis zum Jahr 2035 nahezu vollständig auf Erneuerbare umzustellen, bedeutet also auch, Menschen dauerhaft von hohen Strompreisen zu entlasten“, so Slawik weiter. Beim Ausbau der Solarenergie bieten vor allem ungenutzte Dachflächen eine große Chance. Davon gibt es in Leverkusen einige. Aber auch jeder Hausbesitzer und jede Hausbesitzerin kann prüfen, ob das eigene Dach dafür in Frage komme. Für diese Anlagen werde es eine angemessene Förderung von bis zu 13,8 Cent/kWh geben. Sehr große Dachanlagen würden zudem weiterhin über Ausschreibungen gefördert.

„Wir wollen, dass möglichst viele Menschen als „Erzeuger“ von Erneuerbaren Energien profitieren“, erklärt Nyke Slawik. „Bei den Mieterstromanlagen auf den Dächern der WGL in Rheindorf haben wir damit in Leverkusen bereits gute Erfahrungen gemacht.“ Wind- und Solarprojekte von Bürgerenergie-Gesellschaften sollen deshalb, von den Ausschreibungen ausgenommen werden, so dass diese unbürokratisch realisiert werden können. Begleitend dazu soll zudem ein neues Förderprogramm für Bürgerenergie aufgelegt und auch die finanzielle Beteiligung der Kommunen an Wind- und Solarprojekten weiterentwickelt werden.

Klimaneutraler Industriestandort Leverkusen
Für den Umbau der Wirtschaft schaffe man so die Voraussetzung, um diese hin zu einer wasserstoffbasierten Wirtschaft zu entwickeln, ist sich Nyke Slawik sicher. NRW strebe als bedeutender Industriestandort bei der Transformation der Industrie hin zu mehr Klimaneutralität eine Vorreiterrolle an. Und auch Leverkusener Unternehmen, wie Covestro, sind bereits auf einem guten Weg. „Die Herausforderungen müssen wir gemeinsam beherzt angehen. Ziel ist, dass Deutschland und damit auch Leverkusen ein langfristig starker Wirtschaftsstandort bleibt. Klimaschutz ist dabei inzwischen die Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Wohlstand“, sagt die Abgeordnete der Grünen.

Und noch ein Punkt ist ihr wichtig: „Auch in NRW müssen wir Tempo aufnehmen beim Klimaschutz! Deshalb muss jetzt auch in NRW endlich die Abstandsregelung für Windräder angepasst werden. Gerade in NRW verstromen wir immer noch viel zu viel Kohle. Eine neue Landesregierung mit grüner Beteiligung wird das ändern.“

Hintergrund:

  • Der Energie- und Klimafonds (EKF, künftig Klima- und Transformationsfonds (KTF)) soll mit Mitteln in Höhe von rund 200 Milliarden Euro (konkret: 203 Milliarden Euro) im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für den Haushalt 2022 und den Finanzplan bis 2026 ausgestattet werden. Dies dient der finanziellen Unterlegung der Transformation der deutschen Wirtschaft hin zu mehr Klimaneutralität. Daraus sollen Maßnahmen zur Dekarbonisierung und zur Senkung der EEG-Umlage sowie zur Erhöhung der Versorgungssicherheit finanziert werden.
  • Im Vergleich zu den Plänen der großen Koalition wächst der Energie- und Klimafonds um rund 90 Milliarden Euro und verdoppelt sich damit fast von 114 Milliarden auf 203 Milliarden Euro.
  • Neu sind zudem weitere 20 Milliarden Euro an Verpflichtungsermächtigen, die insbesondere für die Dekarbonisierung zur Verfügung stehen, und zwar für CCfD-Verträge (Carbon Contracts for Difference), bei denen Gelder erst später ausgezahlt werden.
  • Die EKF-Einnahmen speisen sich aus auf mehrere Quellen: Bundeszuschuss, EU-Emissionshandel, Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), globale Mehreinnahmen und Entnahmen aus der Haushaltsrücklage.
  • Das BMWK setzt sich auch in den Folgejahren dafür ein, dass wichtige klimapolitische Projekte und die Vorgaben des Koalitionsvertrages umgesetzt werden, insbesondere im Rahmen der Umsetzung der Wasserstoffstrategie und Transformation der deutschen Wirtschaft. Weitere Schwerpunktthemen sind die Abschaffung der EEG-Umlage, der Umweltbonus sowie die Gebäudesanierung.

Einführung der Biotonne – Was treibt die CDU um?

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sind erstaunt über die Pressemitteilung der CDU-Fraktion zur Einführung der Biotonne in Leverkusen: „Die CDU-Fraktion muss den mit ihren Stimmen gefassten Beschluss zur Einführung der freiwilligen Biotonne vergessen haben. Anders lassen sich die Äußerungen nicht erklären.“

Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sind erstaunt über die Pressemitteilung der CDU-Fraktion zur Einführung der Biotonne in Leverkusen: „Stefan Hebbel, Tim Feister und die CDU-Fraktion müssen in anderen Veranstaltungen gesessen haben und den mit ihren Stimmen gefassten Beschluss zur Einführung der freiwilligen Biotonne vergessen haben. Anders lassen sich deren Äußerungen nicht erklären. Die CDU-Fraktion stützt sich mit ihrer Pressemitteilung auf eine Formalie, zeigt aber keine Alternativen, wie sie die bekannten gesetzlichen Regelungen umsetzen will“, so die Fraktionsvorsitzenden Milanie Kreutz, Roswitha Arnold und Monika Ballin-Meyer-Ahrens.

Ein Blick zurück

Blicken wir einmal zurück. Am 26. Januar 2021 lud die Stadtverwaltung zu einem ersten interfraktionellen Informationsgespräch zur Sammlung und getrennten Erfassung von Bioabfällen in Leverkusen ein. In Anwesenheit auch der CDU wurden hier die gesetzlichen Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetztes anhand eines Gutachtens der Kanzlei Gruneberg rechteindeutig dargestellt. Die bisherige Regelung für Bioabfälle nach § 9 Abs. 2 e der Abfallsatzung der Stadt Leverkusen wurden als rechtswidrig klassifiziert.

„Schon hier war klar, dass wir in der Stadt etwas ändern und eine Biotonne für die Bürger*innen einführen müssen. In einem Testversuch wurde sechs Monate lang ein Bringsystem erprobt. Die dort gesammelten Mengen reichen aber keinesfalls, um den Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetztes zu entsprechen“, verdeutlicht Monika Ballin-Meyer-Ahrens, FDP-Fraktionsvorsitzende.

Beschluss zur Einführung der freiwilligen Biotonne

Deshalb hat der Rat der Stadt Leverkusen, anhand eines Änderungsantrages der SPD-Fraktion, am 22. März 2021 den Grundsatzbeschluss zur getrennten Erfassung biogener Abfälle mit einer freiwilligen Biotonne im Holsystem beschlossen. Die Einführung erfolgt zum 1. Januar 2023. „Dieser Beschluss wurde auch mit den Stimmen der CDU-Fraktion gefasst. Seit April 2021 tagt eine regelmäßige Projektgruppe mit den umwelt- und finanzpolitischen Sprechern der Fraktionen. Und offensichtlich versucht die CDU, die dort erlangten Informationen zu ignorieren! Die nun aufgeworfenen Bedenken sind dort bisher nicht artikuliert worden. Das Umweltdezernat und die Kämmerei haben die Politik von Anfang an in dem Prozess mitgenommen und standen immer zur Verfügung“, so Milanie Kreutz, SPD-Fraktionsvorsitzende.

Chancen besonders für den Klimaschutz nutzen

„Die biogenen Abfälle bieten in der getrennten Sammlung ein viel größeres Potenzial. Anstatt sie einfach als nasses Material im Müllheizkraftwerk zu verbrennen, können sie zur Verwertung in Biogasanlagen verwendet werden. Der Effekt für den Klimaschutz ist dort viel größer, da der energetische Effekt des biogenen Abfalls besser genutzt wird“, erläutert Roswitha Arnold, Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Mit der Biotonne sollen die Bürger*innen weiter für die Mülltrennung sensibilisiert werden. Fehlwürfe in die Biotonne sind im besten Fall zu vermeiden. „Uns ist klar, dass es teilweise schwierig wird, die Biotonne erfolgreich einzusetzen. Wir setzen hier aber auf die Erfahrungswerte der AVEA, um auch im teilweisen anonymen Umfeld von Mehrfamilienhäusern gute Ergebnisse bei der Bioabfallsammlung erzielen zu können. Und deshalb hoffe ich, dass zahlreiche Eigentümer*innen die Chance zur besseren Mülltrennung bei gleichzeitiger Gebührenreduzierung für ihre Mieter*innen nutzen und direkt Schritt die freiwillige Biotonne bestellen werden“, so Monika Ballin-Meyer-Ahrens.

Gerade auch vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung der Energiepreise ist es sinnvoll, dass wir das volle Potenzial des biogenen Abfalls ausnutzen. „Jeder, der in dieser Stadt einen Beitrag für klimaschonende Energieversorgung leisten will, muss daher die Biotonne wählen. Auch für den eigenen Geldbeutel“, so Milanie Kreutz.

Wie geht es nun weiter…

Da die Testphase des Bringsystems gezeigt hat, dass dieses keine Option zur nachhaltigen Einhaltung der Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetztes ist, liegt der Fokus schon seit Monaten auf der Biotonne, die, wie der Restmüll, von der AVEA abgeholt werden soll.

Für die notwendige Neukalkulation der Müllgebühren bekommen in diesen Tagen 34.000 Grundstückseigentümer:innen Post. Anhand der Rückmeldungen wie viele Eigentümer*innen die freiwillige Biotonne ab dem 1. Januar 2023 haben möchten, können dann die Gebühren abschließend berechnet werden. Anhand der Berechnungshilfe auf www.bioabfall-lev.de lässt sich schon jetzt eine voraussichtliche Leistungsgebühr berechnen. Die Gebührengrundlage wird dabei allein das Restmüllvolumen sein. „Jede Verringerung des Restmülls, eben zum Beispiel durch die getrennte Sammlung biogener Abfallstoffe über die Biotonne, führt insgesamt zu einer Ersparnis im System“, erklärt Roswitha Arnold.

„Wir bedanken uns bei der Verwaltung für den äußerst gut vorbereiteten Prozess zur Einführung der Biotonne und die Begleitung währenddessen. Ziel muss es nun sein, eine möglichst hohe Anschlussquote zu generieren, denn dies entlastet das Gebührensystem,“ verdeutlichen die drei Fraktionsvorsitzenden abschließend.

Widerstand gegen den Autobahnausbau – jetzt erst recht

Die Kampagne „Keinen Meter mehr!“ zeigt einen ersten Erfolg. Wir müssen unsere Protestaktionen aber fortführen, denn eine Prüfung der Ausbauplanungen darf nicht auf den Lärmschutz beschränkt bleiben. Auch wurde vom Bundesverkehrsministerium kein Planungsstopp angekündigt.

Die Kampagne „Keinen Meter mehr!“ zeigt einen ersten Erfolg. Wir müssen unsere Protestaktionen aber fortführen, denn eine Prüfung der Ausbauplanungen darf nicht auf den Lärmschutz beschränkt bleiben. Auch wurde vom Bundesverkehrsministerium kein Planungsstopp angekündigt.

Weitere Informationen zur Kampagne „Keinen Meter mehr!“ findest Du/finden Sie hier.

Bericht zur Ratssitzung am 4. April 2022

Die Ratssitzung dauerte insgesamt fünf Stunden und begann mit einer Schweigeminute für die Ukraine. Auf der Tagesordnung im öffentlichen Teil standen 68 Tagesordnungspunkte. Leider konnten erneut nicht alle Themen behandelt werden.

Die Ratssitzung begann mit einer Schweigeminute für die Ukraine.

Städteinitiative und Verkehr

Wir hätten es sehr befürwortet, dass Leverkusen Teil einer Städteinitiative wird, die sich für mehr Entscheidungsfreiheit bei der Einrichtung von Tempo 30 einsetzt. Dazu gab es einen Bürgerantrag. Es war denkbar knapp – mit 22 zu 22 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Weitere Anträge aus dem Bereich Verkehr: Noch im zweiten Halbjahr 2022 wird das Schnellbussystem weiter ausgebaut (zu den Verbesserungen siehe hier). Daneben geht das On Demand-System an den Start. Von diesem System versprechen wir uns viel, da die Wohngebiete jenseits der regulären Buslinien deutlich besser angebunden werden. Zudem wurde der Wasserbus auf dem Rhein auf den Weg gebracht. Zur Verbesserung der E-Mobilität soll Leverkusen weitere E-Ladesäulen im öffentlichen Raum bekommen. Streitig diskutiert wurde, ob die Verkehrsführung am Bruno-Wiefel-Platz in Opladen probeweise geändert wird. Das hätte zu Fahrtzeitverlängerungen geführt und wurde auch von der wupsi abgelehnt. Wir freuen uns daher, dass eine solche Änderung vorläufig nicht kommt.

Während der Sitzung kam der „Bericht aus Berlin“: denn Oberbürgermeister Uwe Richrath war an diesem Tag im Verkehrsministerium zum Thema Autobahnausbau. Er wurde begleitet von Nyke Slawik und Serap Güler. Wir GRÜNEN lehnen die bisher präsentierten Ausbaupläne weiter ab. Die vorläufige Stellungnahme unserer Delegation findest Du hier.

Bau und Bildung

Zugestimmt haben wir bei den Vorlagen aus dem Baubereich: In der Rathenaustraße soll ein „Ort der Generationen“, eine Werkstatt für Bildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, entstehen. Auch die Pläne für den Neubau der GGS Regenbogenschule finden wir ausgesprochen gelungen.

Bei der Planung einer Kindertagesstätte an der Heinrich-Lübke-Straße konnten wir uns mit unserer Haltung nicht durchsetzen. Wir befürworteten den ursprünglichen Vorschlag der Verwaltung, der schnell viele neue Kita-Plätze gebracht hätte. Durch einen neuen Antrag von SPD und CDU wird es jetzt leider viel länger dauern, bis dort eine Kita gebaut werden kann.

Energiekosten und Personal

Was kann Leverkusen dafür tun, die Belastungen durch die gestiegenen Energiekosten abzufedern? Dazu hatten wir einen Antrag gestellt, und zwar noch vor dem Ukraine-Krieg. Der Rat beschloss, unsere Vorschläge zu prüfen.

Die Leverkusener Verwaltung ist auf einem guten Wege, sich stärker um die Personalentwicklung zu kümmern, eine Arbeitgebermarke zu etablieren und ein Karriereportal aufzubauen. Gemeinsam mit der CDU hatten wir die Stadt aufgefordert, einen jährlichen, öffentlichen Personalbericht vorzulegen. Dieser Gedanke stieß auf offene Ohren und wird umgesetzt.

Schlosspark und Stadtkultur

Für den Schlossgarten und das Museum Morsbroich hatte das Team um den neuen Museumsdirektor Jörg van den Berg ein Konzept vorgelegt, es wurde nun im Rat beschlossen. Uns hat es gut gefallen, auch wenn es sich nach unserer Meinung eher um eine erste Skizze handelt, nicht um ein fertiges Konzept. Daher hatten wir uns eingesetzt für einen deutlich präziseren Kosten- und Maßnahmenplan – die Ratsmehrheit hielt das aber nicht für nötig.

Wir können uns ein „Institut für Stadtkultur und Stadtgeschichte Leverkusen“ vorstellen. In einem breit getragenen Antrag haben wir die Gründung einer Kommission „Stadtkultur“ beschlossen, die dafür ein Konzept entwickeln soll.

Claudia Wiese und Marc Nohl für die Fraktion

Entlastungspaket: Vergünstigtes ÖPNV-Ticket freut Verkehrspolitikerin Nyke Slawik

Drei Monate lang werden auch in Leverkusen und Köln die Monatstickets nur 9 Euro kosten. Neben dem „9 für 90“-Ticket hat die Bundesregierung außerdem eine Energiepauschale in Höhe von 300 € beschlossen, die über die Einkommenssteuer sozial ausgestaltet wird und per Vorauszahlung auch Selbständige erreichen wird. Zudem soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für drei Monate auf das europäische Mindestmaß gesenkt werden. Die bestehende Einmalzahlung von 100 € für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, verdoppelt die Ampel-Koalition. Für jedes Kind werdem 100 € ergänzend zum Kindergeld ausgezahlt.

Drei Monate lang werden auch in Leverkusen und Köln die Monatstickets nur 9 Euro kosten. Menschen, die bereits über ein ÖPNV-Abo verfügen, erhalten einen Gutschein. Diese und viele weitere Maßnahmen hat die Bundesregierung am Donnerstag beschlossen. Das Entlastungspaket soll den steigenden Preisen an der Supermarktkasse, auf der nächsten Heizkostenabrechnung oder an der Zapfsäule entgegenwirken, von denen viele Menschen hart getroffen sind.

„Mit dem vergünstigten ÖPNV-Ticket werden die Fahrgastzahlen in Bus und Bahn hoffentlich wieder steigen. Die Pandemie hat auch hier zugeschlagen, viele Menschen sind aus Angst vor dem Virus mit dem Auto statt mit dem ÖPNV gefahren“, erklärt Nyke Slawik, die als stellvertretende Vorsitzende im Verkehrsausschuss sitzt. „Damit der ÖPNV hier in Leverkusen und Köln aber auch langfristig attraktiv bleibt, brauchen wir auch zukünftig dringend mehr Mittel für den barrierefreien Ausbau von Busverbindungen, Schiene und Radwegen!“

Neben dem „9 für 90“-Ticket hat die Bundesregierung außerdem eine Energiepauschale in Höhe von 300 € beschlossen, die über die Einkommenssteuer sozial ausgestaltet wird und per Vorauszahlung auch Selbständige erreichen wird. Zudem soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für drei Monate auf das europäische Mindestmaß gesenkt werden.

Die bestehende Einmalzahlung von 100 € für Menschen, die Sozialleistungen beziehen, verdoppelt die Ampel-Koalition. Für jedes Kind werdem 100 € ergänzend zum Kindergeld ausgezahlt.

Langfristige Maßnahmen sind unter anderem ein Finanzierungsprogramm für Wärmepumpen und die Erhöhung von Energieeffizienz bei Neubauten.

Wahlkreisbüro und Telefon-Sprechstunde: Slawik im Dialog

Zur Unterstützung ihrer politischen Arbeit vor Ort hat unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik nun ihr Wahlkreisbüro in Schlebusch eingerichtet. Durch das Büro vor Ort möchte Slawik eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger aus Leverkusen und Köln schaffen: „Wer ein lokales Anliegen hat, das nach Berlin getragen werden soll, kann mich nun über meine Mitarbeiterin vor Ort noch besser erreichen“, erklärt sie. Darüber hinaus wird sie regelmäßige Telefonsprechstunden anbieten, bei denen sie selbst mit offenem Ohr am anderen Ende der Leitung sitzt. Der erste Termin hierfür ist der 30.03. von 15:30 – 17.30 Uhr.

Zur Unterstützung ihrer politischen Arbeit vor Ort hat Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik nun ihr Wahlkreisbüro in Leverkusen-Schlebusch eingerichtet. Durch das Büro vor Ort möchte Slawik eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger aus Leverkusen und Köln schaffen: „Wer ein lokales Anliegen hat, das nach Berlin getragen werden soll, kann mich nun über meine Mitarbeiterin vor Ort noch besser erreichen“, erklärt Slawik. Aufgrund der aktuellen Pandemielage sollten sich Interessierte am besten per Mail oder telefonisch melden. Auch per Messengerdienst Signal können sich Bürger*innen mit ihrem Anliegen an das Wahlkreisbüro richten.

Darüber hinaus bietet die junge Politikerin regelmäßige Telefonsprechstunden an, bei denen sie selbst mit offenem Ohr am anderen Ende der Leitung sitzt. Der erste Termin hierfür ist der 30. März, zwischen 15.30 und 17.30 Uhr. Eine Anmeldung ist auf https://nyke-slawik.de/dialog oder per E-Mail möglich.

In sitzungsfreien Wochen und sobald die Corona-Situation es wieder zulässt ist sie nach Absprache auch persönlich für Treffen offen. Slawik möchte dadurch einen engen Dialog mit den Menschen aus ihrer Heimatstadt Leverkusen und aus Köln pflegen.

Bei der Bundestagswahl am 26. September ist die Leverkusenerin Nyke Slawik erstmalig über die Landesliste der NRW-Grünen in den Bundestag gewählt worden. Als stellvertretende Vorsitzende im Verkehrsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend macht Slawik sich vor allem für die Mobilitätswende, Klimaschutz sowie eine vielfältige und soziale Gesellschaft stark. In ihrem Berliner Büro wird sie dafür von einem fünfköpfigen Team unterstützt.

Kontakt:
Wahlkreisbüro Nyke Slawik MdB
Mülheimer Str. 7a, 51375 Leverkusen
Telefon: 0214 3100285
Mobil: 01511 2044041
E-Mail: nyke.slawik.wk@bundestag.de
Website: https://nyke-slawik.de

Gesprächsrunde: Kinder als Betroffene von Rassismus

Die Grüne Landtagskandidatin Rupy David lädt zum digitalen Gespräch über Rassismus: Zusammen mit den beiden Anti-Rassismus-Aktivistinnen Gina Hintsch und Wiona Tolulope Rauschenplatt spricht sie am Donnerstag, 24.3., ab 19 Uhr über strukturellen Rassismus. Ein Augenmerk wird dabei insbesondere auf Kinder als Betroffene von strukturellem Rassismus gelegt. Aber auch die aktuelle Situation in der Ukraine für PoC (people of color = nicht-weiße Menschen) wird viel Stoff für Gespräche geben.

Die Grüne Landtagskandidatin Rupy David lädt zum digitalen Gespräch über Rassismus: Zusammen mit den beiden Anti-Rassismus-Aktivistinnen Gina Hintsch und Wiona Tolulope Rauschenplatt spricht sie am Donnerstag, 24.3., ab 19 Uhr über strukturellen Rassismus. Ein Augenmerk wird dabei insbesondere auf Kinder als Betroffene von strukturellem Rassismus gelegt. Aber auch die aktuelle Situation in der Ukraine für PoC (people of color = nicht-weiße Menschen) wird viel Stoff für Gespräche geben.

Zugang zur Online-Diskussion unter https://zoom.us/j/96142523274?pwd=RFB5WGphdVFZNHIvWUVoNU9CQnhJUT09. Die Teilnahme ist auch telefonisch möglich:
Schnelleinwahl mobil: +496938079883,,96142523274#,,,,*679913# Deutschland
Einwahl vom Festnetz: +49 69 3807 9883
Meeting-ID: 961 4252 3274
Kenncode: 679913

Nyke Slawik fordert Stärkung von Schiene, Bus und Bahn

Für eine Stärkung des Bus- und Bahnangebots machte sich heute unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik in ihrer ersten Bundestagsrede stark. Dabei sprach sie auch den geplanten Autobahnausbau in Leverkusen an.

Für eine Stärkung des Bus- und Bahnangebots machte sich heute unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik in ihrer ersten Bundestagsrede stark. Außerdem sprach sie sich für eine Sanierung des Straßennetzes statt Neubauten aus.

Die Nyke Slawik griff dabei auch die CDU/CSU-Fraktion scharf an und kritisierte eine jahrelang fehlgeplante Verkehrspolitik zugunsten von Neubauprojekten: „Das deutsche Straßennetz retten wir, indem wir endlich einen Fokus auf die Sanierung legen, statt uns in überdimensionierten Neubauten festzubeißen“, so Slawik.

Ganz konkret meinte sie damit auch den geplanten Autobahnausbau in Leverkusen: „Die Leverkusener Rheinbrücke war so marode, dass sie jetzt neugebaut wird. Und zwar als Doppelbrücke mit zwölf Fahrspuren! Ja, in zwölf Fahrspuren über den Rhein. Das nenn ich eine richtig breite Riesen-Autobahn. Schade nur, dass es da auch noch eine andere Krise gibt: Die Klimakrise. Und den Krieg in der Ukraine. Und beides fliegt uns gerade im deutschen Verkehrssektor um die Ohren dank 16 Jahren völlig verfehlter CDU/CSU-Politik!“

Damit reagierte Sie auf zwei Mobilitäts-Anträge der Union, die von einer breiten Mehrheit im Bundestag abgelehnt wurde.

Leverkusen solidarisch: Gemeinsam aus der Pandemie

Mit Blick auf die zunehmende Zahl an sogenannten Corona-Spaziergängen und die für den 17. Februar 2022 angekündigte Veranstaltung fordern wir den Rat auf, sich nachdrücklich an die Seite der Menschen zu stellen, die sich für eine solidarische Pandemiebekämpfung einsetzen.

Hierzu stellen die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SPD, FDP, Opladen plus und die Einzelvertreterin Gisela Kronenberg zur Ratssitzung am 14. Februar 2022 den folgenden Antrag zur Abstimmung:

„Der Rat der Stadt Leverkusen stellt sich in Zeiten von Corona ausdrücklich seiner Aufgabe, für ein vielfältiges, demokratisches und solidarisches Leverkusen einzustehen.

Er unterstützt die städtische Verwaltung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer Arbeit und ihren Aktivitäten gegen die Ausbreitung des Corona-Virus und begrüßt ausdrücklich ihre Maßnahmen der Einrichtung niederschwelliger Impfangebote und der Impfaufklärung, damit sich Menschen faktenbasiert informieren können.

Der Rat fordert, alle durch wissenschaftliche Analysen empfohlenen Maßnahmen für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Pandemie wie Impfen, die Masken- und Testpflicht sowie temporär notwendige Beschränkungen einzuhalten. Diese nicht einzuhalten, ist unsolidarisch und beeinträchtigt die Gesundheit vieler und die Freiheit aller.

Der Rat der Stadt Leverkusen beobachtet mit Sorge eine bundesweit zunehmende Radikalisierung von sogenannten Corona-Spaziergängen.

Wir wenden uns gegen provokative Verweigerungen von Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, wie z.B. der Maskenpflicht, und gegen alle verbalen und tätlichen Übergriffe gegen Menschen im Gesundheitswesen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ordnungsamt und Polizei, die die Umsetzung dieser Maßnahmen verantworten müssen, sowie gegen Bedrohungen jeglicher Art.

Wir verurteilen die Diffamierung der Presse und der öffentlich-rechtlichen Medien mit Begriffen wie „Lügenpresse“ oder „Systempresse“, mit der eine Fortsetzung der nationalsozialistischen Diktatur suggeriert wird. Wir wenden uns ausdrücklich gegen esoterische und antisemitische Verschwörungstheorien.

Wir setzen uns nachdrücklich für die Presse- und Meinungsfreiheit ein:

  • Für einen aufklärenden Journalismus, der auf Fakten basiert.
    Für die kritische Auseinandersetzung und angemeldete Demonstrationen, die den Regeln unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung entsprechen.
  • Wir fordern alle sogenannten Spaziergänger, die ihre Meinung öffentlich demonstrieren, energisch auf, sich entschieden von Rechtsextremen und rechten Populisten, die diesen Protest für ihre nationalistischen und rassistischen Ziele instrumentalisieren wollen, zu distanzieren und nicht mit ihnen gemeinsam auf die Straße zu gehen.

Der Rat der Stadt Leverkusen steht an der Seite von allen Menschen in Leverkusen, die sich für eine solidarische Pandemiebekämpfung einsetzen.

Der Rat steht für ein friedliches Zusammenleben, für Demokratie, Freiheit und für eine soziale, solidarische und bunte Gesellschaft.“

Der Rat der Stadt Leverkusen schließt sich damit einem entsprechend gefassten Beschluss des Rates der Stadt Köln an.

Roswitha Arnold: „Mit Nazis spaziert man nicht“

Die Fraktionschefin der GRÜNEN im Leverkusener Stadtrat, Roswitha Arnold, über „Querdenker“, den Start der Ampel in Berlin und den Karneval

Interview von Bernd Bussang (Rheinische Post, Redaktionsleiter in Leverkusen und stellvertretender Leitender Regionalredakteur)

Die Stadt hat 2021 viel erdulden müssen und läuft wegen der Pandemie weiter im Krisenmodus. Was können wir lokal tun, um zurück zur Normalität zu gelangen?

ROSWITHA ARNOLD Was ist normal? Klar, wir alle sind nach zwei Jahren „Pandemie-müde“ und wollen so schnell wie möglich in unser altes Leben zurück: Wieder anderen Menschen ohne einen Mindestabstand von 1,5 Metern begegnen, Freunde in den Arm nehmen, mal wieder feiern, unbeschwert sein. Aber das Virus wird uns noch eine Zeit begleiten, und die Erfahrungen der letzten beiden Jahre haben uns alle auf unterschiedliche Weise geprägt. Zu den Folgen der Explosion sind viele Fragen noch völlig offen, und auch die Frage, welche Lehren wir aus der Flut ziehen, ist noch nicht beantwortet. Ich wünsche mir, nicht einfach da anzuknüpfen, wo wir Ende 2019/Anfang 2020 stehen geblieben sind, sondern wir die Chance nutzen, Zukunft neu zu denken. Das ist doch ein inspirierender Gedanke, aus der Vergangenheit zu lernen und neue Maßnahmen zu entwickeln: Strategien zu den Folgen des Klimawandels und hierzu gute Beispiele nutzen; zeitgemäße und digitale Bildungsangebote schaffen, Schulen ein Update geben; eine kreative und nachhaltige Stadtgestaltung, Sicherung von Teilhabe aller Menschen und Stärkung der Stadtgesellschaft; soziale und kulturelle Identifikation und vieles mehr. Bei den Katastrophen des letzten Jahres haben wir die große Solidarität und den Zusammenhalt in unserer Stadt mit den Geschädigten erlebt. Das ist eine schöne Grundlage, gemeinsam und lokal die Zukunft anzugehen.

Wie groß ist Ihr Verständnis für Querdenker und Coronaschutz-Demonstranten?

ARNOLD Demokratie lebt vom Widerspruch und der Auseinandersetzung, aber das, was sich aktuell bei den Demonstrationen und in dieser Szene abspielt, hat damit absolut nichts zu tun. Und, dass bei den Corona-Schutzmaßnahmen Vergleiche zur Apartheid angeführt werden, verhöhnt die Opfer eines menschenfeindlichen Systems. Mit ihren Aufrufen zu den Demos verbrämen Rechtsextreme, Neo-Nazis, Reichsbürger und Verschwörungsmystiker nur ihre demokratiefeindlichen Absichten und gerieren sich als Rattenfänger. Abgesehen davon, dass die Bezeichnung als Quer“denker“ ziemlich gewagt ist, behaupten die Mitläufer ja oftmals, sie hätten gar keinen rechtslastigen Hintergrund. Ich zitiere: „Mit Nazis spaziert man nicht. Niemals.“ (©Zusammen gegen Rassismus)

Wie zufrieden sind sie mit dem Start der neuen Bundesregierung?

ARNOLD Sehr zufrieden bin ich unseren grünen Minister*innen; in allen von ihnen geführten Ressorts ist eine hohe Leistungsbereitschaft und tolles Engagement vorhanden. Robert Habeck hat als verantwortlicher Minister für unsere inhaltlich wichtigsten Themen praktisch in der Minute Eins begonnen, die Transformation zu den erneuerbaren Energien auf den Weg zu bringen und dabei Unternehmen und Menschen mitzunehmen. Was ich wirklich bemerkenswert finde: Die Koalitionsparteien haben den ideologischen Ballast aus der Vergangenheit beiseitegeschoben; sie haben erkannt, dass Politik für die Zukunft gemacht wird und Lösungen für die Herausforderungen neu gedacht werden müssen. Ich hoffe sehr, dass dies für die kommenden Jahre weiter trägt.

Holen Sie Karneval ihr Kostüm aus dem Schrank?

ARNOLD Ich habe mir ja bisher für jedes Sessionsmotto ein neues Kostüm genäht. Da es auch in diesem Jahr eher wenige Gelegenheiten geben wird, Karneval zu feiern, werde ich im Fall der Fälle wohl in meinen Fundus greifen.

Was sind für die GRÜNEN die drei wichtigsten lokalen Themen für 2022?

ARNOLD Natürlich stehen für uns die Themen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel im Vordergrund. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat erneut gezeigt, dass wir mehr tun müssen. Bereits seit langem fordern wir beispielsweise ein Schwammstadt-Konzept für Leverkusen, denn auch für zunehmende Hitze- und Dürreperioden müssen wir die Stadt fit machen. Darüber hinaus kämpfen wir weiter für eine Grünsatzung. Die beschlossenen Maßnahmen zur Energie- und zur Verkehrswende müssen umgesetzt werden. Sonst erreichen wir die selbst gesteckten Ziele nicht. Ein „Weiter so“ verbietet sich. Wir setzen daher darauf, dass wir nunmehr auch politische Mehrheiten für die Umsetzung konkreter Maßnahmen finden. Weitere wichtige Themen sind für uns der Umgang mit der Explosion im Entsorgungszentrum, den entstandenen Umweltschäden und der angekündigten Wiederinbetriebnahme sowie der Widerstand gegen die Planungen zum Autobahn-Ausbau. Auch bei diesen Themen wird das Jahr 2022 wegweisend sein.

Das Interview wurde in der Leverkusener Lokalausgabe der Rheinischen Post am 30. Januar 2022 veröffentlicht. Autor: Bernd Bussang. Die Veröffentlichung des Textes erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Lokalredaktion.

Geeint im Widerstand gegen den Autobahn-Ausbau: Ballon-Aktion am 22. Januar 2022

Mit gelben Luftballons wurde verdeutlicht, welche Flächen zwischen Gustav-Heinemann-Straße und Flensburger Straße von der Autobahn gefressen werden, wenn die bisherigen Planungen tatsächlich umgesetzt würden. Gemeinsam mit der IG fordern wir: Keinen Meter mehr!

Vertreter*innen des Autobahn-Bündnisses von CDU, SPD, GRÜNEN, FDP und Opladen plus sowie Einzelvertreterin Gisela Kronenberg nahmen an der Ballon-Aktion der IG Schleswig-Holstein-Siedlung am 22. Januar 2022 teil. Mit gelben Luftballons wurde verdeutlicht, welche Flächen zwischen Gustav-Heinemann-Straße und Flensburger Straße von der Autobahn gefressen werden, wenn die bisherigen Planungen tatsächlich umgesetzt würden. Gemeinsam fordern wir: Keinen Meter mehr!

Von der Fraktion mit dabei: Roswitha Arnold, Claudia Wiese, Bettina Miserius, Andreas Bokeloh, Gerd Wölwer, Wolfgang Berg, Georg Thomanek und Michael Hill.

Wir danken der IG Schleswig-Holstein-Siedlung für Idee, Organisation und Durchführung der gelungenen Aktion und werden auch an weiteren Aktionen teilnehmen, um zu helfen, die Ausmaße dieser zerstörerischen Planungen aufzuzeigen und den Widerstand zu stärken.

Kita-Angebot endlich ausbauen

Die Fraktion der Leverkusener GRÜNEN fordert eine zügige Umsetzung der Planungen zum Ausbau der Kita-Plätze. Seit Jahren ist der Bedarf an Kita-Plätzen deutlich größer als das Angebot. Viele Familien suchen händeringend nach einen Betreuungsplatz und warten auf den geplanten Ausbau.

Die Fraktion der Leverkusener GRÜNEN fordert eine zügige Umsetzung der Planungen zum Ausbau der Kita-Plätze.

Seit Jahren ist der Bedarf an Kita-Plätzen deutlich größer als das Angebot. Viele Familien suchen händeringend nach einen Betreuungsplatz und warten auf den geplanten Ausbau. Die Stadtverwaltung hat nun die aktuellen Planungen zum Ausbau vorgelegt. Sofort jedoch stehen die geplanten Maßnahmen in der Kritik. Insbesondere die Ausbaumaßnahmen in Hitdorf, Alkenrath, und Steinbüchel werden kontrovers diskutiert. Zwar ist sich die Mehrheit der Fraktionen einig, dass ein Ausbau dringend erforderlich ist – werden die Planungen an einem Standort jedoch konkret, folgt der große Auftritt der Bedenkenträger. Entweder werde die Verkehrsbelastung zu groß, infrage gestellt, weshalb die Versorgung von anderen Stadtteilen mit übernommen werden solle, kritisiert, dass weitere Baumaßnahmen folgen könnten, oder angeregt, weitere Projekte im Rahmen der Errichtung einer Kita zu realisieren. Dies führt immer wieder zu erheblichen Verzögerungen.

Christoph Kühl, Ratsherr und Mitglied im Kinder- und Jugendhilfeausschuss, meint „So kommen wir nicht weiter! Sind wir denn die einzigen, die das Große und Ganze im Blick haben?“ und führt als Beispiel den geplanten Ausbau an der Heinrich-Lübke-Straße an: „Dort könnte schnell eine Ausweitung des Angebots erfolgen. Die neuen Kita-Gruppen wären gut in die bestehenden Strukturen eingebunden. Ein Beschluss für eine zügige Umsetzung der Planungen ist jedoch nicht zu erwarten, denn CDU und SPD haben angekündigt, dass sie dem Vorhaben nur dann zustimmen, wenn an diesem Standort auch barrierefreie Wohnungen für ein Mehrgenerationenwohnen mitgeplant werden – obwohl hierfür kein Investor zur Verfügung steht. Erneut wird dadurch ein Kita-Projekt torpediert. Wir können Familien nicht noch länger warten lassen. Ich fordere meine Kolleg*innen daher auf, den Planungen zuzustimmen und einer zügigen Umsetzung dieser Planungen nicht im Weg zu stehen.“

Roswitha Arnold, Fraktionsvorsitzende und baupolitische Sprecherin, ergänzt: „Mit der Spiegelung des bestehenden Gebäudes an der Heinrich-Lübke-Straße wäre eine Schaffung der dringend erforderlichen Kita-Plätze unverzüglich möglich. Wer den Standort ablehnt, scheint die Kita-Plätze als entbehrlich zu betrachten.“

Für das Kindergartenjahr 2022/2023 ist nach den Berechnungen der Jugendhilfeplanung stadtweit eine Unterversorgung in Höhe von insgesamt 1.100 Betreuungsplätzen gegeben. Dementsprechend ist ein weiterer Ausbau der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege erforderlich. 87 neue Gruppen an 14 Standorten in den Stadtteilen Rheindorf, Hitdorf, Bürrig, Küppersteg, Manfort, Alkenrath, Steinbüchel, Lützenkirchen und Opladen werden geprüft bzw. geplant. Die GRÜNEN setzen sich seit langem für einen zügigen Ausbau des Angebots ein, begrüßen die vorgelegten Planungen und setzen darauf, dass die Planungen auch die erforderlichen politischen Mehrheiten finden werden.

Hohe Energiepreise: Steigende Belastungen der Haushalte abfedern

Die Energiekosten steigen seit kurzem deutlich. Diese Entwicklung wird sich vermutlich fortsetzen. Je geringer die finanziellen Spielräume in den Haushalten sind, desto schwerer sind die steigenden Preise aufzufangen. Als Kommune sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Wir sollten aber das uns mögliche tun. Daher haben wir den nachstehenden Antrag gestellt:

  1. Der Fachbereich Soziales gewährt den Leistungsberechtigten großzügig Darlehen zur Tilgung von entstandenen Schulden durch Energiekosten.
  2. Der Fachbereich Soziales erhöht zeitnah die Nichtprüfgrenze für Heizkosten.
  3. Die Vertreter*innen der Stadt in der Trägerversammlung des Jobcenters setzen sich dafür ein, dass die Punkte 1 und 2 auch bei den Hartz-IV-Bezieher*innen umgesetzt werden.
  4. Die EVL wird gebeten, großzügiger und über längere Zeiträume als bisher Ratenzahlungsvereinbarungen bei Energiekostenschulden zu gewähren.

Ratsherr Stefan Baake im Namen der Fraktion

 

Entsorgungszentrum Bürrig: Auch die Stadt muss endlich Stellung beziehen

Im Rahmen der Sitzung des Umweltausschusses im Landtag am 19. Januar 2022 wurden die Folgen der Explosion im Entsorgungszentrum weiter diskutiert. Immer noch sind viele Fragen offen. Dazu erklärt Norwich Rüße, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag NRW:

„Erhebliche Zweifel bleiben bestehen, ob Currenta tatsächlich alles getan hat, um die Einleitung der mit Chemikalien belasteten Löschwasser in den Rhein zu vermeiden. Die angebliche Notlage, auf die sich das Unternehmen beruft, entstand Stunden nach dem Brandereignis, weil der Chempark immer weiter Abwasser in Richtung Kläranlage leitete und die Behälter mit dem kontaminierten Löschwasser dadurch zu klein wurden. Dringende Fragen müssen nun beantwortet werden: Warum wurde dieser Zufluss nicht gedrosselt? Warum wurde das Löschwasser nicht separat aufgefangen? Trotz mehrerer Nachfragen dazu meinerseits blieben Landesregierung und Bezirksregierung diese Antworten schuldig. Auch blieb unbeantwortet, wann überhaupt Bezirksregierung und Landesregierung die Absicht hatten, die Öffentlichkeit über die genehmigten Einleitungen zu informieren. Weiter verstärkt sich der Eindruck, dass man glauben machen wollte, das gesamte Löschwasser sei sicher auf dem Currenta-Gelände aufgefangen worden und werde ordnungsgemäß entsorgt.

Die Landesregierung gab im Umweltausschuss das Bild eines Zuschauers ab, der Stunden nach dem Abpfiff ein Spiel kommentiert, in dem er als Schiedsrichter hätte eingreifen müssen. Dass weder die Ministerin noch der Staatssekretär die Ereignisse bei Currenta aktiv begleitet haben, ist mehr als erstaunlich. Ein solches Ereignis kann nicht – wie hier geschehen – vom Verursacher abgewickelt werden.“

Gleiches gilt für die Stadt Leverkusen. Auch die Stadt scheint in der Rolle des Zuschauers zu verharren, anstatt die berechtigten Schutzinteressen der Bürgerinnen und Bürger aktiv zu vertreten.

Daher haben wir den folgenden Antrag gestellt:

  1. In Bezug auf die Explosion im Entsorgungszentrum, im weiteren Verlauf entstandene Schäden und möglicherweise nachfolgende Ereignisse sowie die Planungen zur (teilweisen) Wiederinbetriebnahme der Anlage informiert die Stadt Leverkusen ab sofort regelmäßig im Ausschuss für Bürgereingaben und Umwelt.
  2. Diese Berichterstattung umfasst insbesondere
    1. den aktuellen Stand zu Schadenereignissen sowie den Stand der Planungen im Rahmen einer (teilweisen) Wiederinbetriebnahme der Anlage,
    2. eine Bewertung der aktuellen Situation und der geplanten Maßnahmen sowie
    3. eine Darstellung der von der Stadt ergriffenen bzw. in die Wege geleiteten Maßnahmen zur Sicherstellung des Schutzes der Bevölkerung und der Umwelt.
      Begründung:

Die Wahrung der berechtigten Schutzinteressen der Bürgerinnen und Bürger obliegt zuvörderst der Stadt. Politik und Bürger*innen müssen in die Lage versetzt werden, Schadenereignisse und Planungen hinreichend gut bewerten zu können. Hierzu reichen Mitteilungen der Currenta oder Pressemitteilungen von Bezirks- und Landesregierung oder EVL nicht aus. Daher fordern wir die Stadt auf, ihrer Verpflichtung nachzukommen und eigenständig zu berichten. Neben den Schutzinteressen der Bürgerinnen und Bürger gilt es auch, das Ansehen der Stadt Leverkusen zu wahren.

Eine besondere Dringlichkeit ist aufgrund der aktuellen Schadenereignisse gegeben. Sofern eine Berichterstattung nicht bereits im Rahmen der Sitzung am 20. Januar 2022 erfolgen kann, soll zumindest eine Berichterstattung ab der nachfolgenden Sitzung sichergestellt werden.

Ratsherr Andreas Bokeloh im Namen der Fraktion

Ableitung von Giftstoffen in den Rhein nach Explosion in Bürrig

Rüße: „Landesregierung spielt Löschwasser-Problem systematisch herunter“

Zu den Widersprüchen rund um die Löschwasser-Einleitung nach der Chempark-Explosion im Juli 2021, die in der Sitzung des Umweltausschusses am morgigen Mittwoch Thema sein wird, erklärt Norwich Rüße, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

„Die Landesregierung hat mittlerweile sehr viele Gelegenheiten verstreichen lassen, die irreführenden Informationen zum Löschwasser zu korrigieren. Die GRÜNE Fraktion hatte die Landesregierung in den vergangenen sechs Monaten immer wieder um Berichte zum aktuellen Sachstand zur Explosion in der Sonderabfallverbrennungsanlage im Chempark Leverkusen gebeten. Auch für die morgige Umweltausschuss-Sitzung haben wir das Thema erneut auf die Tagesordnung geholt. Denn die bisherigen Aussagen von Ministerin Heinen-Esser zum Umgang mit dem Schadereignis überzeugen nicht.

Die Landesregierung zeigt sich in der Aufarbeitung des schlimmen Unfalls an so mancher Stelle sehr detailverliebt: So hat sie bei den Rußproben sogar erwähnt, wo genau einzelne Wischproben entnommen wurden, z.B. von einer Windschutzscheibe eines Kleintransporters in Bürrig. Das war angesichts der Sorge der Bevölkerung und der Dimensionen der Explosion auch richtig. Zum Umgang mit dem Löschwasser hingegen erweckt die Landesregierung mit wenigen, dürren Sätzen in den Berichten wiederholt den Eindruck, das Löschwasser sei vollständig aufgefangen worden und werde nach und nach ordnungsgemäß entsorgt. Dass zu diesem Zeitpunkt längst ein Drittel der belasteten Abwässer in den Rhein eingeleitet war, ist weder dem Ministerium noch der Bezirksregierung eine einzige Silbe wert. Und während über fast jede einzelne Rußprobe in den Berichten Auskunft gegeben wird, befand es das Ministerium nicht einmal für nötig zu erwähnen, dass das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) aufgrund der potenziellen Gefährdung durch die Einleitungen ein zusätzliches Messprogramm installiert hatte.

Diese Informationen fanden sich vor den Aufdeckungen des WDR und BUND im Dezember weder in den schriftlichen Berichten noch in mündlichen Einlassungen in den Ausschusssitzungen. Es festigt sich damit der Eindruck, dass die Landesregierung das Löschwasser-Problem systematisch herunterspielen und verheimlichen wollte. In der morgigen Umweltausschuss-Sitzung werden wir diese und zahlreiche weitere offene Fragen thematisieren. Die Landesregierung ist den Bürgerinnen und Bürgern NRWs und dem Parlament schuldig, alle Widersprüchlichkeiten aufzuklären.“

Sondersitzung am 17. Januar 2022

Neues Logo und mehr

Dieses Logo wird in Zukunft öfter zu sehen sein auf Plakaten, Bannern oder Fahnen. Denn der Protest gegen den Ausbau der Autobahn nimmt Gestalt an: Der Rat der Stadt hat am 17. Januar 2022 mit unseren Stimmen das Logo für die Öffentlichkeitsarbeit beschlossen. Mit Unterschriftenaktionen, Protestbriefen und Demonstrationen kämpfen wir gegen den Ausbau. Und die Bürgerinitiativen werden auch eingebunden. Keinen Meter mehr!

Der Grund der Sondersitzung war aber eine Personalie: Der Geschäftsführer der Leverkusener Wohnungsbaugesellschaft (WGL) soll zum 31. Januar 2022 abberufen werden. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates betonte der grüne Ratsherr Stefan Baake: „Leider war Herr Mues nicht bereit, unser Angebot anzunehmen. Dies sah vor, mit erhöhten Bezügen bis zum Rentenalter weiterzumachen – aber eben nicht darüber hinaus.“

Claudia Wiese und Marc Nohl für die Fraktion

Brand New Bundestag unterstützt unsere Landtags-Kandidatin Rupy David!

Santharupiny „Rupy“ David gehört zu den sieben Kandidat*innen, die nach Überzeugung von „Brand New Bundestag“ das Zeug haben, die Zukunftsprobleme unseres Landes anzugehen. Die bundesweite und überparteiliche Initiative unterstützt sie deshalb im Wahlkampf!

Schon immer hatte der Bundestag Probleme, die Diversität unserer Gesellschaft abzubilden. Leichte Verbesserungen täuschen nicht darüber hinweg, dass junge Menschen, Frauen, Nicht-Akademiker*innen, Menschen mit Migrationshintergrund und Angehörige anderer Minderheiten stark unterrepräsentiert sind. Das zu ändern hat sich die renommierte und parteiunabhängige Initiative „Brand New Bundestag“ (BNB) zum Ziel gesetzt. Sie sucht Kandidatinnen und Kandidaten für die Parlamente, die diese nicht nur vielfältiger machen, sondern auch entschlossen und authentisch die drängenden Zukunftsprobleme unseres Landes und unserer Welt angehen, und unterstützt diese bei der Strategie und mit Weiterbildungen zu Organisation und Kampagnenführung.

Unsere Kandidatin für den Landtag, Santharupiny „Rupy“ David, wurde nominiert und gehört nach mehreren Bewerbungsrunden zu den sieben Kandidat*innen, die sich gegen über 90 Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchsetzen konnten!

Die BNB-Jury begründet das so: „Wir waren begeistert von Rupys Motivation, politische Veränderung zu bewirken. Zudem hat sie mehrfach bewiesen, welche positiven Auswirkungen ihr Handeln auf benachteiligte Gruppen haben kann.“

Rupy selbst freut sich sehr: „Mit meiner Motivation und meinem politisches Know-how konnte und kann ich schon viel erreichen, aber um meine Ideen adäquat in die Welt zu tragen, brauche ich Unterstützung. Deshalb bin ich so dankbar, den großen Fundus des BNB an Fachwissen nun an meiner Seite zu wissen und damit eine reale Chance zu haben, die Menschen da draußen zu überzeugen!“

Inklusion und Sportpolitik sind die politischen Schwerpunkte von Rupy David. Sie ist als Kind tamilischer Eltern in Düsseldorf geboren, ist Vorsitzende der Leverkusener GRÜNEN und Mitarbeiterin der grünen Fraktionsvorsitzenden im nordrhein-westfälischen Landtag und kennt deshalb die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen sehr genau. Rupy David tritt als Direktkandidatin für den Wahlkreis Leverkusen an und bewirbt sich auf Listenplatz 39 um den Einzug in den Landtag.

Mehr zu BNB unter https://brandnewbundestag.de

Ableitung von Giftstoffen in den Rhein nach Explosion in Bürrig: Vertrauen in die Currenta erneut erschüttert

Nach einer Recherche des WDR wurde bekannt, dass Sonderabfälle und Löschwasser über ein Klärwerk in den Rhein gelangt sind. Der giftige Stoff Clothianidin stamme aus einem der zerstörten Tanks.

Nach einer Recherche des WDR wurde bekannt, dass Sonderabfälle und Löschwasser über ein Klärwerk in den Rhein gelangt sind. In einer schriftlichen Stellungnahme habe die Currenta dem WDR mitgeteilt, dass der giftige Stoff Clothianidin aus dem Tank stamme, der Ende Juli auf dem Gelände der Sonderabfallverbrennungsanlage explodiert war.

Hierzu erklärt Andreas Bokeloh, Vertreter der Fraktion im Umweltausschuss der Stadt Leverkusen: „Die nun bekannt gewordenen Vorgänge stärken das Vertrauen in die Currenta nicht. Selbst wenn eine Ableitung nicht zu vermeiden gewesen wäre, so hätten wir erwartet, dass die Öffentlichkeit und die betroffenen Rheinanlieger zeitnah informiert werden, um eine Gefährdung von Menschen und Umwelt durch kontaminiertes Trinkwasser sicher auszuschließen. Der Verweis der Currenta auf fehlende Grenzwerte für die freigesetzten Giftstoffe und formal fehlende Voraussetzungen zum Auslösen des Rheinalarms sind nicht stichhaltig und mit einer proaktiven Informationspolitik eines auf öffentliche Akzeptanz besonders angewiesenen Unternehmens nicht vereinbar.“

Zurecht fordert Andreas Bokeloh: „Auch die Defizite bei der gesundheits- und umweltgefährdenden Nachbehandlung des Löschwassers und der enthaltenen Giftstoffe müssen bei der Beurteilung der Wiederinbetriebnahme berücksichtigt werden. Ein ‚Weiter-so‘ darf es nicht geben.“

Wir haben die Landtagsfraktion informiert und darum gebeten, die Umweltministerin zu einer Stellungnahme aufzufordern.

 

Bericht zur Ratssitzung am 13. Dezember 2021

Städtische Finanzen: Rückblick und Ausblick

Im kommenden Jahr endet für Leverkusen der Stärkungspakt. Das bedeutet: Der städtische Haushalt steht wieder auf sicheren Füßen. Die Stadt kann nach Jahren der Haushaltssicherung erstmals wieder frei über Einnahmen und Ausgaben entscheiden. Große finanzielle Sprünge sind deswegen aber noch lange nicht drin. Wir GRÜNE richten unser Augenmerk nun vor allem auf die Maßnahmen, die schon beschlossen worden sind. Unsere grüne Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold stellte in ihrer Haushaltsrede klar: „Jetzt muss aber auch geliefert werden!“ Dem Haushaltsentwurf für 2022 und dem Stellenplan haben wir zugestimmt.

Ganz vorne stehen für uns dabei die Klimakrise und ihre Folgen. Die Stadt muss in Zukunft besser gerüstet sein gegen extreme Wetterlagen — nicht nur bei Regenfluten und Hochwasser, sondern auch bei Hitze- und Dürreperioden. Schon vor zwei Jahren hatten wir GRÜNE ein Konzept für Leverkusen als Schwammstadt gefordert. Wir freuen uns, dass sich jetzt auch andere Fraktionen für dieses wichtige Thema begeistern. Es muss aber viel schneller und konkreter daran gearbeitet werden.

Anfang 2021 hatten wir uns stark gemacht für eine Grünsatzung, mit der auch der Baumschutz sichergestellt wird. Roswitha Arnold: „Verärgert müssen wir jedoch feststellen, dass das zu Beginn des Jahres mehrheitlich beschlossene Gutachten bis heute nicht vorliegt. Wir fordern daher erneut, die Planungen zur Erstellung eines Entwurfs endlich aufzunehmen.“

Die Sondermüllverbrennungsanlage in Bürrig wird wahrscheinlich schon bald nach dem Abschluss der Untersuchungen zur Unfallursache wieder in Betrieb genommen. Die für die Genehmigung zuständige Bezirksregierung sieht bisher keinen Grund für weiterreichende Auflagen und verweist auf die bestehenden rechtlichen Bestimmungen. Daher wollen wir unsere Fragen jetzt auch an die Landesregierung richten.

Die Eindämmung der Corona-Pandemie fordert weiter unsere volle Aufmerksamkeit. Nur wenn die Impfquote steigt, können wir gefährdete und kranke Menschen gut genug schützen. Daher nutzte Roswitha Arnold die Haushaltsrede auch für einen eindringlichen Appell an alle, die sich impfen lassen können: Handeln Sie solidarisch und lassen Sie sich impfen!

Klimaneutrale Energieversorgung

Wir setzen uns ein für die Energiewende. Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) legt dem Rat der Stadt einen verbindlichen Fahrplan vor, mit dem bis zum Jahr 2033 eine klimaneutrale Energieversorgung in Leverkusen sichergestellt wird. Diesen Antrag haben wir gemeinsam mit SPD und CDU gestellt und er wurde mit großer Mehrheit angenommen. Wir sind sicher: Leverkusen als innovative Industriestadt wird hier wegweisende Impulse setzen für eine kommunale Energiewende.

Hochwasser und Nachhaltigkeitsstrategie

Die Flutkatastrophe vom Sommer hat uns in der Ratssitzung ebenfalls beschäftigt. Dazu hatten fast alle Fraktionen einzelne Anträge gestellt – auch wir. Die Verwaltung hat auftragsgemäß einen umfassenden Bericht zu diesem komplexen Thema vorgelegt, mit dem wir GRÜNE durchaus zufrieden sind. Denn darin steht: Die zukünftigen Planungen werden sich an den Erkenntnissen des Berichts ausrichten und berücksichtigen auch die vorgelegten Einzelvorschläge. Das betrifft die Bauleitplanung, Entsiegelung, aber auch Warnsignale oder Fördermittel. Über einen Arbeitskreis zum Hochwasser werden Politik und Verwaltung eng zusammenarbeiten.

Ähnlich ist es mit dem Beschluss zur „Global Nachhaltigen Kommune NRW“: ein Gesamtkonzept, das die Verwaltung vorgelegt hat und das eine gute Grundlage für zukünftige Planungen bildet. Der grüne Ratsherr Gerd Wölwer sprach für die Politik: „Es ist jetzt an uns, dieses Konzept mit Leben zu füllen.“

Die Stadt als attraktive Arbeitgeberin: Mentoring und „Arbeitgebermarke“

Die Stadt braucht engagierte und kompetente Mitarbeiter*innen. Wir haben beantragt, dass Leverkusen eine „Arbeitgebermarke“ schafft, also dafür sorgt, dass die Stadt stärker als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen wird. Außerdem fordern wir ein städtisches Mentoring-Programm für Hochschul-Absolvent*innen. Diese Vorschläge wurden begrüßt und sollen Anfang 2022 in den politischen Gremien weiter diskutiert werden.

Die Stadt hat ein erstes Video produziert. Das Video, mit dem das Baudezernat auf sich aufmerksam macht, findest Du hier. Gerne teilen!

Claudia Wiese und Marc Nohl für die Fraktion

 

Grüner Parteitag wählt die Leverkusenerin Rupy David auf Listenplatz 39 für die Landtagswahl

Die GRÜNEN NRW hielten am vergangenen Wochenende online ihren Landesparteitag, die Landesdelegiertenkonferenz, ab. Auf dieser beschlossen sie nicht nur das Wahlprogramm für die Landtagswahl am 15. Mai, sondern wählten auch die Kandidatinnen und Kandidaten für die Landesliste. Die Rede unserer Kreisvorsitzenden Rupy David wurde mit viel Beifall und einem sehr guten Wahlergebnis von 93 % belohnt. Kandidiert hatte sie für Platz 39 der Liste.

Die GRÜNEN NRW hielten am vergangenen Wochenende online ihren Landesparteitag, die Landesdelegiertenkonferenz, ab. Auf dieser beschlossen sie nicht nur das Wahlprogramm für die Landtagswahl am 15. Mai, sondern wählten auch die Kandidatinnen und Kandidaten für die Landesliste, die mit darüber entscheidet, wer nach der Wahl in den Landtag einziehen darf.

Unsere Kreisvorsitzende Santharupiny „Rupy“ David stellte sich den Delegierten in einer engagierten Rede vor. Sie wurde als Kind von Eltern, die als Mitglieder einer verfolgten Minderheit aus Sri Lanka fliehen mussten, und als Schwester einer Schwerbehinderten früh dafür sensibilisiert, dass Minderheiten in der Politik nicht ausreichend mitgedacht werden. Um das zu ändern, trat sie 2011 den GRÜNEN bei und hat sich seitdem auf vielen Ebenen eingebracht, u. a. die Bundesarbeitsgemeinschaft Sport mitgegründet. Heute arbeitet die 33-jährige Opladenerin nach ihrer Elternzeit wieder als Mitarbeiterin des Landtags und bildet zusammen mit ihrer Co-Vorsitzenden Anja Boenke die Doppelspitze der Leverkusener GRÜNEN.

Ihre Rede wurde mit viel Beifall und einem sehr guten Wahlergebnis von 93 % bei den traditionell sehr ehrlichen Wahlergebnissen der GRÜNEN belohnt. Kandidiert hatte sie für Platz 39 der Liste. „Ich bin noch ganz überwältigt“, sagte sie kurz darauf. „Ich war vorher ziemlich aufgeregt und hätte nicht mit einem so tollen Ergebnis gerechnet! Jetzt müssen wir „nur noch“ die nächsten fünf Monate Gas geben und ein tolles grünes Ergebnis erzielen – das ist eh das Wichtigste!“

Mit Listenplatz 39 würde Rupy David bei etwa 20 % in den Landtag einziehen. In der letzten WDR-Umfrage zur Landtagswahl vom 24.10. lagen die GRÜNEN bei 17 %. Rupy David ist auch die grüne Direktkandidatin für den Wahlkreis Leverkusen.

Auf Platz 86 wurde außerdem Thomas Nagel gewählt, der von vorneherein nur auf einem hinteren Platz kandidiert hatte. „Damit komme ich vielleicht gar nicht in den Landtag“, schmunzelt der 38-jährige Richter aus Schlebusch. „Aber ich sehe das sportlich. Ich will mit den GRÜNEN für ein tolles Ergebnis kämpfen und Erfahrungen sammeln!“ Thomas Nagel setzt sich vor allem für eine nachhaltige und menschengerechte Verkehrspolitik ein – ein Thema, das in Leverkusen natürlich von besonderer Wichtigkeit ist. Darüber hinaus beschäftigt er sich, auch vor seinem Hintergrund als Jurist, mit innen- und rechtspolitischen Themen.

Bei der Landtagswahl am 15. Mai 2022 wählen die Einwohnerinnen und Einwohner NRWs die 199 Abgeordneten des Parlaments in Düsseldorf neu. Die Landtagswahlen werden traditionell vor allem bestimmt durch die zentralen Hoheitsaufgaben der Bundesländer, vor allem Bildung, Kultur und innere Sicherheit. Bei der anstehenden Wahl werden aber auch die aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen, der Umwelt- und Klimaschutz sowie des Wohnungsmangels große Rollen spielen.

Rede von Roswitha Arnold zum Beschluss des Haushalts 2022

In der Ratssitzung vom 13. Dezember 2021 beriet der Leverkusener Stadtrat über den Haushalt für das Jahr 2022. Hier finden Sie die Rede unserer Fraktionsvorsitzenden Roswitha Arnold im Wortlaut.

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Zuhörer*innen,

nach wie vor müssen wir uns mit der Corona-Pandemie beschäftigen.

Ich möchte meine Haushaltsrede daher zu Beginn für einen weiteren Appell an die Solidarität nutzen.

Nur wenn der Gedanke an das Gemeinwohl über das Einzelinteresse gestellt wird und sich auch die Zweifler- und Impfverweiger*innen impfen lassen, können wir die Pandemie überwinden.

Ich bitte daher alle Leverkusener Bürger*innen, die zahlreichen Impfangebote zu nutzen. Helfen Sie mit, die gefährdeten und kranken Menschen zu schützen, die Schließung vor allem von Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu verhindern und das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten.

Neben der Corona-Pandemie haben uns zwei weitere Ereignisse in diesem Jahr geprägt: die Explosion in Bürrig und die Flutkatastrophe.

Um zu verhindern, dass sich Schadenereignisse wie die Explosion in Bürrig mit sieben Toten und 31 Verletzten nicht wiederholen, müssen die Currenta, die Bezirksregierung und die Landesregierung ihrer Verantwortung nachkommen.

Wir GRÜNE werden uns sowohl hier in Leverkusen als auch auf Landesebene weiter für die berechtigten Schutzinteressen der Leverkusener Bevölkerung einsetzen.

In Bezug auf die Flutkatastrophe ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Stadt besser gerüstet ist für zukünftige Extremwetterlagen. Gemeint sind nicht nur Regenfluten und Hochwasser, sondern auch anhaltende Hitze- und Dürreperioden.

Schon seit vielen Jahren fordern wir, mehr zu tun. Die im Herbst vorgelegte Leitlinie der Stadt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes ist eine gute Grundlage.

Im Jahr 2022 müssen aber endlich auch konkrete Maßnahmen folgen. Wir werden die Arbeiten konstruktiv unterstützen und setzen darauf, dass wir für die erforderliche Umgestaltung der Stadt nun auch Mehrheiten finden.

Die Schwammstadt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verminderung der Auswirkungen von Starkregen- und Dürre-Ereignissen.

Daher freuen wir uns, dass sich auch weitere Fraktionen nunmehr mit den von uns bereits vor zwei Jahren geforderten Schwammstadt-Konzepten beschäftigen wollen.

Uns ist bewusst, dass eine Schwammstadt nur ein Baustein von mehreren sein kann.

Auch die zu Beginn des Jahres von uns geforderte Grünsatzung soll dazu beitragen, die Bürger*innen zu schützen und die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern.

Verärgert müssen wir jedoch feststellen, dass das zu Beginn des Jahres mehrheitlich beschlossene Gutachten bis heute nicht vorliegt. Wir fordern daher erneut, die Planungen zur Erstellung eines Entwurfs endlich aufzunehmen.

Die Anpassung an den Klimawandel beseitigt die Ursachen nicht.

Auch die Maßnahmen zum Klimaschutz müssen wir deshalb deutlich verstärken. Mit dem Antrag zur klimaneutralen Energieversorgung in Leverkusen bringen wir die Energiewende voran. Mit der EVL wissen wir eine starke Partnerin an unserer Seite.

Ziel ist eine Versorgung mit regenerativem Strom und Wärme bis spätestens 2033. Hierzu muss auch der Ausbau der Photovoltaik deutlich beschleunigt werden.

Wir benötigen dringend konkrete Ausbauziele und einen verbindlichen Fahrplan. Dafür machen wir uns stark.

Uns ist bewusst, dass hierfür die entsprechenden Rahmenbedingungen vorhanden sein müssen und setzen auf die neue Bundesregierung. Frischer Wind in und aus Berlin soll auch die konkrete Umsetzung in Leverkusen beflügeln.

Beim Klimaschutz kommt es auf uns alle an. Auch deshalb ist uns die Bildung für nachhaltige Entwicklung so wichtig.

Diese Förderung wollen wir deutlich intensivieren. Hierzu gibt es bereits viele gute Ansätze.

Um die zahlreichen Angebote zu bündeln und aufeinander abzustimmen, wollen wir vor allem die Koordinierungsstelle stärken.

Die Teilhabe an Bildung setzt hinreichende Sprachkenntnisse voraus. Mit einer konsequenten Sprachförderung wollen wir für die erforderliche Bildungsgerechtigkeit sorgen. Bildungsgerechtigkeit erfordert darüber hinaus einen Zugang zu digitalen Angeboten für alle. Daher wollen wir vor allem die Digitalisierung der Schulen vorantreiben.

Eine weitere Baustelle bleibt der geplante Autobahnausbau. Auch wenn es immer wieder infrage gestellt wird: Die große Mehrheit der Fraktionen im Rat ist sich einig; mehr als 85 Prozent der Wähler*innen stehen hinter „Keinen Meter mehr“.

Einen krakenartigen oberirdischen Ausbau, der den Flächenfraß und die Lärm- und Schadstoffbelastung der Bürger* auf unerträgliche Weise verschärft, wollen wir nicht.

Wir wollen, dass der Bund eine Alternative vorlegt, die den berechtigten Interessen der Stadt entspricht.

Diese Interessen haben wir deutlich formuliert. Solange beim Bund kein Umdenken erfolgt, gehen wir weiter gemeinsam gegen die bestehenden Planungen vor. Dies bringen wir mit der geplanten Informationskampagne zu „Keinen Meter mehr“ zum Ausdruck, die im kommenden Jahr startet.

Obwohl sich Herr Wissing eher als „Anwalt der Autofahrer“ versteht, wird er sich als neuer Verkehrsminister an die im Koalitionsvertrag vereinbarte Überprüfung des Bundesverkehrswegeplans zu halten haben, und wir erwarten, dass er unseren Widerstand unterstützt und die weiteren Planungen zum Ausbau von A1 und A3 und auch die Planungen für den Lkw-Rastplatz stoppt. Vor allem von Gesundheitsminister Lauterbach erwarten wir, dass er die Interessen der Stadt Leverkusen nachdrücklich vertritt. Am Kabinettstisch ist der Weg zu Herrn Wissing kurz.

Wir haben viel zu tun. Für die vielen anstehenden Aufgaben braucht die Verwaltung gutes Personal.

Wir stehen nicht nur im Wettbewerb mit der freien Wirtschaft, sondern auch mit den anderen Kommunen. Hinzu kommt die demographische Entwicklung.

Mit unseren Anträgen zur Schaffung einer Arbeitgebermarke und dem Mentoring Programm wollen wir die Stadt dabei unterstützen, erfolgreich Fachpersonal einzustellen und an die Stadt zu binden. Aber auch die bereits beschäftigten Mitarbeiter*innen müssen geschätzt und gefördert werden – hierzu zählen die Möglichkeit selbständigen Arbeitens, Aufstiegschancen und auch eine angemessene Bezahlung für die geleistete Arbeit.

Die von uns gemachten Vorschläge werden von der Stadt begrüßt, und ich freue mich über Ihre Zustimmung, im kommenden Turnus hierzu Maßnahmen zu beschließen.

Bei der Stadtteilentwicklungsgesellschaft sind die personellen Weichen gestellt. Für das kommende Jahr erwarten wir die ersten inhaltlichen Akzente und konkreten Schritte auch zur Revitalisierung der City C.

Das Baudezernat hat schon ohne die besonderen Herausforderungen nach der Flut ein mehr als umfangreiches Programm zu bearbeiten, das von allen Mitarbeiter*innen trotz aller Widrigkeiten und Anfeindungen mit Freude und Leidenschaft umgesetzt wird. Stellvertretend für alle bedanken wir uns bei Ihnen, Frau Beigeordnete Deppe und ebenso bei Frau Kümmel und Herrn Karl für diesen Einsatz!

Übrigens: Der von Ihnen gemachte Imagefilm ist ganz wunderbar geworden – ich würde sofort bei Ihnen anfangen wollen!

In meiner letzten Haushaltsrede habe ich gesagt, dass die „Pandemie wie ein Brennglas“ auf Probleme zeigt.

Im Sportpark hat die Pandemie gezeigt, wie wichtig die Angebote im Breitensport sind und dass es unser aller Engagement sein muss, den Sportpark mit seinen Einrichtungen gut auszustatten.

In der Kultur haben wir mit den im vergangenen Jahr beschlossenen Sondertöpfen Solokünstler*innen und ihre Programme und Veranstaltungen in ihrem Kampf ums Überleben unterstützt – und so einen Kahlschlag nach dem Lockdown verhindern können.

Dank großen persönlichen Einsatzes aller Beschäftigten und zum Teil technischer Lösungen konnten die Angebote der Musikschule, der VHS, der Bibliothek weitgehend aufrechterhalten werden.

Im Forum hingegen blieben die Bühnen fast während des gesamten Jahres unbespielt. Kein Theater, kein Konzert – die ausgezeichnete Arbeit der Verantwortlichen, Kultur erlebbar zu machen: alles umsonst.

Seit der unsäglichen Schließungsdiskussion haben sich eine Reihe von Menschen für den Erhalt des Museums Morsbroich eingesetzt – und mussten zur Kenntnis nehmen, dass fast jeder Baustein aus dem Standortgutachten zerbröselte. Immer noch verärgert bin ich, dass der Entwurf zum Schlosspark einer Diskussion um kleinste Details zum Opfer gefallen ist. Einmal mehr zeigte sich, dass wir offensichtlich nicht in der Lage sind, Konzepten und Entwürfen, die mit großer Mehrheit verabschiedet worden sind, auch Taten folgen zu lassen.

Vielleicht schaffen wir mit dem neuen Leiter des Museums doch noch einen Neustart und eine größere Freiheit für die Kunst – namens unserer Fraktion sage ich Herrn van den Berg unsere volle Unterstützung zu.

Ebenfalls freue ich mich, dass wir mit Herrn Dr. Hinken in der VHS und Herrn Dr. Leonhard im Archiv engagierte Leitungen gewinnen konnten.

Die Wirtschaftspläne von Sportpark und KulturStadtLev sind seit Jahren strukturell unterfinanziert – im kommenden Jahr werden wir uns damit beschäftigen und für künftig gesicherte Lösungen Sorge tragen.

Wir GRÜNE haben uns stets dafür eingesetzt, dass unser Handeln inhaltlich und finanziell nachhaltig ist, Investitionen zukunftsfähig sind und die Unterhaltung städtischer Gebäude und Einrichtungen auskömmlich ist.

Dabei haben wir in den vergangenen Jahren den Fokus ebenfalls auf die Haushaltskonsolidierung gerichtet und den aus dem Stärkungspakt resultierenden Vorgaben Rechnung getragen.

Mit vereinten Kräften haben wir es geschafft, einen Kahlschlag zu verhindern und trotz der Restriktionen in die Zukunft unserer Stadt zu investieren.

Im Jahr 2022 endet der Stärkungspakt – nicht aber unser Bemühen, den städtischen Haushalt auch künftig auszugleichen. Die Rahmenbedingungen für den zu verabschiedenden Etat, Pflichtleistungen, bereits beschlossene Maßnahmen sowie die Auswirkungen der Flutkatastrophe lassen keinen Spielraum für weite Sprünge – in Anerkennung dieser Fakten haben wir darauf verzichtet, Haushaltsanträge zu stellen und richten unser Augenmerk auf die von der Verwaltung vorzulegenden Maßnahmen aus den unterschiedlichen Arbeitsprogrammen. Die müssen aber auch geliefert werden!

Dem vorgelegten Haushaltsentwurf und dem Stellenplan stimmen wir zu.

Schließen möchte ich mit einem Dank unserer Fraktion für die vielfältig gewährte Unterstützung an Herrn Oberbürgermeister Richrath, Herrn Stadtdirektor Adomat, Herrn Kämmerer Molitor, Frau Beigeordnete Deppe und Herrn Lünenbach sowie an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung.

Schöne Weihnachten für Sie alle – und ein gutes Jahr 2022.

Bleiben sie gesund.

Nach der Explosion im Entsorgungszentrum: „Weiter so“ in Bürrig?

Auf Anfrage der GRÜNEN im Regionalrat hat die Bezirksregierung über das anstehende Verfahren zur Wiederinbetriebnahme der Sondermüllverbrennungsanlage in Bürrig informiert. Zur Überprüfung des Betriebskonzepts und weiterhin erforderlicher Schutzmaßnahmen seien der Abschluss der Ermittlungen zum Ablauf und zur Ursache der Explosion und die Untersuchungen des Sachverständigen abzuwarten.

Die Beantwortung der Anfrage lässt erwarten, dass die Currenta die Anlage wieder in vollem Umfang in Betrieb nehmen darf. Weder die Nähe zur Wohnbebauung noch die Hochspannungsleitung stehen einer Wiederinbetriebnahme am bisherigen Standort entgegen.

Die Antworten der Bezirksregierung stellen die Fraktion der Leverkusener GRÜNEN nicht zufrieden. Kritisch zu hinterfragen ist vor allem, dass an eine Verlegung der Hochspannungsleitung und eine eingeschränkte Anlieferung von Sondermüll durch Dritte nicht gedacht wird. Auf der Grundlage der Untersuchungen des Sachverständigen muss die Currenta schnellstmöglich ein Betriebs- und Sicherheitskonzept vorlegen, das die berechtigten Schutzbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt. Von der Bezirks- und der Landesregierung erwarten wir, dass auch das Überwachungssystem auf den Prüfstand gestellt wird. Betreiber, Bezirksregierung und die Landesumweltministerin stehen in der Verantwortung. Sie müssen zeigen, dass aus dem Unfall alle erforderlichen Konsequenzen gezogen werden. Nur ein transparentes Verfahren und eine entsprechende Information von Politik und Bevölkerung kann verloren gegangenes Vertrauen wieder herstellen.

Die Antworten der Bezirksregierung erfordern zusätzliche Nachfragen. In enger Zusammenarbeit mit der Landtagsfraktion und der Fraktion im Regionalrat werden wir uns deshalb weiter intensiv mit den notwendigen Rahmenbedingungen zum Betrieb der Sondermüllverbrennungsanlage und dem anstehenden Verfahren zur Wiederinbetriebnahme der Anlage auseinandersetzen. Dies schließt auch die Frage nach den Befugnissen und der Leistungsfähigkeit des LANUV ein.

Für die Fraktion: Andreas Bokeloh (Mitglied des Umweltausschusses) und Roswitha Arnold (Fraktionsvorsitzende)

 

Explosion in Bürrig: Was plant die Currenta und was macht die Kontrollbehörde?

Wir gehen davon aus, dass die Currenta das Entsorgungszentrum in Bürrig nach dem Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen zur Explosion am 27.07.2021 schnellstmöglich wieder aufbauen und in Betrieb nehmen will. Um einen hinreichenden Schutz der Bürger*innen und der Umwelt sicherstellen zu können, wollen wir von der Genehmigungs- und Kontrollbehörde wissen,

  • welche Planungen in Bezug auf eine Wiederinbetriebnahme angezeigt wurden,
  • in welchem Umfang eine Wiederinbetriebnahme geprüft wird,
    welche Prüfkriterien im Rahmen dieses Verfahrens herangezogen werden,
  • welche Auflagen seitens der Genehmigungsbehörde geplant sind und
  • wie eine hinreichende Kontrolle des laufenden Betriebs sichergestellt werden soll.

In Zusammenarbeit mit der Landtagsfraktion und der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Regionalrat Köln haben wir daher die folgenden Fragen an die Bezirksregierung gerichtet:

Wir fragen:

  1. Welche Anlagenteile will der Betreiber Currenta in welchem Umfang wieder in Betrieb nehmen? (falls eine entsprechende Ankündigung bisher nicht vorliegt: Wann ist aus Sicht der Kontrollbehörde mit einer entsprechenden Absichtserklärung zu rechnen?)
  2. In welchen Fällen wird der Zustand der Anlage bzw. von Anlageteilen vor einer Wiederinbetriebnahme lediglich überprüft und in welchen Fällen ist ein Genehmigungsverfahren erforderlich?
  3. In welchem Umfang erfolgt eine Überprüfung, ob das Entsorgungszentrum am bestehenden Ort wieder in Betrieb genommen werden kann?

In diesem Zusammenhang fragen wir weiter:

  1. Kann sich der Betreiber auf einen Bestandsschutz für die Anlage berufen oder erfolgt die Überprüfung auf der Grundlage aktueller Bestimmungen zum Schutz von Bevölkerung und Umwelt? (falls aktuelle Schutzbestimmungen zugrunde zu legen sind: Welche Vorschriften sind zu berücksichtigen?)
  2. Darf die Anlage trotz der unmittelbaren Nähe zur Wohnbebauung (im vollen Umfang) wieder in Betrieb genommen werden?
  3. Muss die Hochspannungsleitung vor einer Wiederinbetriebnahme verlegt werden? (falls nein: Welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen sind zu ergreifen?)
  4. Welche weiteren Maßnahmen sind zum Schutz vor Luft- und Bodenkontaminationen zu ergreifen?
  5. Kann die Auflage erteilt werden, am Standort Bürrig nur solche Stoffe zu entsorgen, die im Leverkusener Chempark anfallen?
  6. Welche anderen Auflagen werden erwogen bzw. voraussichtlich erteilt?
  7. Welche zusätzlichen Maßnahmen werden ergriffen, um nach einer Wiederinbetriebnahme eine hinreichende Kontrolle der Anlage zum Schutz vor weiteren Schadenereignissen zu gewährleisten?
  8. Welche Kontrollen müssen aus Sicht der Kontrollbehörde vom Anlagenbetreiber auf behördliche Stellen übertragen werden?
  9. Welche Maßnahmen werden ergriffen bzw. müssen aus Sicht der Kontrollbehörde ergriffen werden, um im Schadensfall schneller betreiberunabhängige Kontrollen von Boden und Luft zu gewährleisten?

Die Fragen werden im Rahmen der Sitzung des Regionalrats am 10.12.2021 behandelt. Wir erwarten, dass die Fragen schriftlich beantwortet werden und spätestens zur Sitzung des Regionalrats vorliegen.

Auf der Grundlage dieser Beantwortung wollen wir das weitere Vorgehen zum Schutz der Bürger*innen und der Umwelt zusammen mit unseren Mitstreiter*innen im Landtag und im Regionalrat beraten und abstimmen.

Ampel verspricht Aufbruch und Chancen – auch für Leverkusen

Unsere Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik erklärt: Nach 16 Jahren CDU-geführter Bundesregierungen verpassen wir der Politik eine überfällige Verjüngungskur. Am besten lässt sich der Koalitionsvertrag als Paradigmenwechsel bezeichnen. Er trägt eine deutliche grüne Handschrift. Klima- und umweltgerechter, sozialer, bunter und mit vielen Verbesserungen, die auch in Leverkusen spürbar sein werden.

Zum heute veröffentlichten Koalitionsvertrag von SPD, GRÜNEN und FDP (sog. Ampel) erklärt die Leverkusener GRÜNEN-Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik:

Nach 16 Jahren CDU-geführter Bundesregierungen verpassen wir der Politik eine überfällige Verjüngungskur. Am besten lässt sich der Koalitionsvertrag als Paradigmenwechsel bezeichnen. Er trägt eine deutliche grüne Handschrift.

Der Klimaschutz bekommt einen prioritären Stellenwert – allen voran der klimaneutrale Umbau unserer Industrie, ein früherer Kohleausstieg, ein Turbo-Ausbau der Erneuerbaren. Im Sozialbereich gibt es große Veränderungen: Hartz IV wird abgelöst durch ein Bürgergeld, Kinderarmut bekämpft durch eine Kindergrundsicherung und es sollen deutlich mehr Sozialwohnungen gebaut werden. In der Gesellschaftspolitik erkennen wir an, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und eine vielfältige Gesellschaft hat; so werden wir die Einbürgerung von Zugewanderten vereinfachen und Regenbogenfamilien und LGBTIQ-Personen erhalten nach Jahren staatlicher Bevormundung endlich mehr Gleichberechtigung. Das neue Kabinett wird paritätisch (also zur Hälfte mit Frauen) besetzt und zeigt, dass Deutschland bereit ist, im 21. Jahrhundert anzukommen.

Von vielen vereinbarten Projekten der Ampel wird Leverkusen ganz besonders profitieren: Die Kinderarmut ist in Leverkusen überdurchschnittlich hoch, hier wächst mehr als jedes 5. Kind in Armut auf. Eine Kindergrundsicherung wird vielen tausend Kindern in Leverkusen ein besseres Leben ermöglichen, mit echten Aufstiegschancen und mehr Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Auch beim für Leverkusen leidigen Thema des Autobahnausbaus können sich unter einer Ampel-Regierung neue Chancen ergeben: Denn im Koalitionsvertrag haben wir uns darauf verständigt, bei Fernstraßen und Autobahnen den Fokus auf Erhalt und Sanierung statt auf Neubau bzw. Zubau zu legen. Der Bundesverkehrswegeplan von 2016, der damals von der großen Koalition beschlossen wurde und dem die Leverkusener Autobahnausbauten von A1 und A3 zugrunde liegen, soll auf den Prüfstand. Für mich bedeutet das klar, dass hier im Sinne des Klimaschutzes keine Trassenerweiterungen erfolgen dürfen. Deshalb werde ich den Austausch mit Karl Lauterbach und meinen Kölner Kolleg*innen von SPD, Grünen und FDP suchen und mich in Gesprächen mit dem Bundesverkehrsministerium dafür einsetzen, die massiven umweltschädlichen Trassenerweiterungen der Autobahnen im Großraum Köln ein für alle Mal ad acta zu legen.

 

Demoseite "Grün Neu Denken" von LENZGALLE.

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