Antrag: Klimaresiliente Pflege für Leverkusen – Sofortprogramm für Klimatisierung und Hitzeschutz in Alten - und Pflegeheime
Der Oberbürgermeister Stefan Hebbel wird gebeten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der zuständigen Gremien zu setzen:
Beschluss
- Der Stadtrat beauftragt die Stadtverwaltung Leverkusen, ein kommunales Sofortprogramm „Klimaresiliente Pflege“ aufzulegen. Ziel ist die Ausstattung aller stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen im Stadtgebiet mit nachhaltiger Klimatechnik.
- Bis zum 31. Dezember 2026 erarbeitet die Verwaltung in Kooperation mit den Trägern der Leverkusener Einrichtungen ein Konzept, um vorrangig Gemeinschaftsräume und medizinische Pflegebereiche, perspektivisch auch Bewohnerzimmer, aktiv zu kühlen.
- Die Förderung und Genehmigung von Klimatisierungsmaßnahmen wird verbindlich an den zeitgleichen Ausbau von Photovoltaik (PV) auf den Dachflächen der Einrichtungen gekoppelt.
- Die Verwaltung prüft die Inanspruchnahme von Fördergeldern des Bundes und des Landes NRW zur Klimaanpassung und stellt im kommenden Haushaltsplan der Stadt Leverkusen entsprechende Eigenmittel als Anschubfinanzierung bereit.
Begründung
Die Auswirkungen der Klimakrise sind auch in Leverkusen spürbar. Die Zahl der Hitzetage über 30 Grad nimmt im Rheinland kontinuierlich zu. Seniorinnen und Senioren in stationären Einrichtungen gehören zu den vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen. Extreme Hitze führt bei ihnen nachweislich zu Dehydrierung, Herz-Kreislauf-Versagen und einer erhöhten Sterblichkeit. Hitzeschutz ist daher keine reine Komfortfrage, sondern angewandter Gesundheitsschutz und Vorsorge gegen die Folgen der Erderwärmung.
Die wiederholt berichteten hohen Temperaturen im Remigius-Krankenhaus haben eindrücklich gezeigt, welche gesundheitlichen Belastungen extreme Hitze für Patientinnen und Patienten sowie das Personal bedeuten kann. Gerade in Einrichtungen mit besonders vulnerablen Menschen darf Hitzeschutz deshalb nicht dem Zufall überlassen werden.
Viele ältere Gebäude der Pflegeeinrichtungen im Stadtgebiet heizen sich im Sommer massiv auf. Eine rein passive Kühlung reicht oft nicht mehr aus. Um den Energiebedarf der notwendigen Klimaanlagen klimaneutral und kostengünstig zu decken, ist die Koppelung mit Solarenergie (Photovoltaik) der ökologisch und ökonomisch sinnvollste Weg: Gerade dann, wenn der Kühlbedarf durch Sonneneinstrahlung am höchsten ist, erzeugen die PV-Anlagen den meisten Strom.
Mit diesem Programm schützt die Stadt Leverkusen das Leben älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger und entlastet gleichzeitig die Pflegekräfte vor Ort, die unter extremen Raumtemperaturen arbeiten müssen.
Historie
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09.07.2026 Antrag gestellt