Antrag: Essbare Stadt Leverkusen
Der Oberbürgermeister Stefan Hebbel wird gebeten, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der zuständigen Gremien zu setzen:
Die Stadtverwaltung wird beauftragt,
- zu prüfen, inwieweit Elemente des Konzepts der „Essbaren Stadt“, wie es insbesondere in der Andernach seit 2010 erfolgreich umgesetzt wird, auf Leverkusen übertragbar sind,
- ein Konzept für ein oder mehrere Pilotprojekte auf geeigneten städtischen Grünflächen vorzulegen,
- dabei insbesondere die folgenden Zielsetzungen zu untersuchen:
- Effizienzsteigerung des städtischen Grünflächenbudgets,
- Förderung der Biodiversität,
- Klimaanpassung und Verbesserung des Stadtklimas,
- Umweltbildung,
- Stärkung sozialer Teilhabe und bürgerschaftlichen Engagements,
- Aufwertung des Stadtbildes und Stadtmarketings,
- darzustellen,
- welche bestehenden Grünflächen sich für eine Umgestaltung eignen,
- welche Investitions- und Folgekosten entstehen,
- welche Einspar- oder Synergiepotenziale gegenüber bisherigen Pflegekonzepten bestehen,
- welche Förderprogramme von Bund, Land oder EU genutzt werden können,
- welche Kooperationsmöglichkeiten mit Schulen, Kitas, Vereinen, Senioreneinrichtungen, Integrationsprojekten und Beschäftigungsträgern bestehen,
- dem Rat bis zum zweiten Quartal 2027 einen Bericht mit konkreten Umsetzungsvorschlägen vorzulegen.
Begründung:
Die Stadt Andernach hat mit dem Projekt „Essbare Stadt“ gezeigt, dass öffentliche Grünflächen mehrere kommunale Ziele gleichzeitig erfüllen können. Statt rein dekorativer Bepflanzungen werden ausgewählte Flächen mit Obst, Gemüse, Kräutern und anderen Nutzpflanzen gestaltet. Das Konzept verfolgt ausdrücklich einen multifunktionalen Ansatz, der ökologische, ökonomische, soziale und gestalterische Ziele miteinander verbindet.
Nach Angaben der Stadt Andernach stehen dabei insbesondere Nachhaltigkeit, Biodiversität, urbane Landwirtschaft und die bessere Erlebbarkeit öffentlicher Grünflächen im Mittelpunkt. Zudem wurden dort kostenintensive Wechselbeete teilweise durch nachhaltigere Pflanzkonzepte ersetzt.
Für Leverkusen ergeben sich daraus mehrere potenzielle Vorteile:
- Biodiversität stärken: Essbare Grünflächen schaffen zusätzliche Lebensräume und Nahrungsangebote für Insekten und Kleintiere.
- Klimaanpassung unterstützen: Begrünte Flächen tragen zur Kühlung aufgeheizter Stadträume bei und erhöhen die Aufenthaltsqualität.
- Umweltbildung fördern: Nutzpflanzen im öffentlichen Raum machen ökologische Zusammenhänge unmittelbar erlebbar.
- Soziale Teilhabe stärken: Gemeinschaftliche Pflege- und Ernteangebote fördern Begegnung, Identifikation und Engagement.
- Stadtmarketing verbessern: Die „Essbare Stadt“ hat sich in Andernach zu einem bundesweit bekannten Markenzeichen entwickelt und trägt zur positiven Wahrnehmung der Stadt bei.
- Effizientere Grünflächenbewirtschaftung ermöglichen: Das Konzept verfolgt ausdrücklich den Ansatz multifunktionaler Grünflächen, die mit vergleichbarem Ressourceneinsatz mehrere kommunale Ziele gleichzeitig erfüllen.
Gerade vor dem Hintergrund knapper kommunaler Ressourcen und der Notwendigkeit, bestehende Ausgaben möglichst wirkungsvoll einzusetzen, sollte geprüft werden, ob ausgewählte Grünflächen in Leverkusen künftig einen höheren ökologischen, sozialen und stadtgestalterischen Nutzen entfalten können, ohne dass hierfür dauerhaft zusätzliche Haushaltsmittel erforderlich sind.
Historie
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21.08.2026 Antrag gestellt