01.11.2026
Der Fall Rouf bewegt nicht nur die Menschen in Leverkusen. Auch überregionale Medien wie der WDR und tagesschau.de haben über die Abschiebung und ihre Folgen berichtet. Für die grüne Ratsfraktion steht dabei eine grundlegende Frage im Mittelpunkt: Wie kann sichergestellt werden, dass die Ausländerbehörde bestehende rechtliche Handlungsspielräume sorgfältig ausschöpft und die persönliche Lebenssituation der Betroffenen angemessen berücksichtigt?
„Es reicht nicht, den konkreten Fall zu diskutieren und anschließend zur Tagesordnung überzugehen“, betont Rupy David, Landtagskandidatin und sozialpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion. „Wir wollen wissen, ob strukturelle Probleme bestehen und wie diese behoben werden können. Rechtliche Spielräume müssen verantwortungsvoll genutzt werden. Dafür braucht es klare Verfahren und eine nachvollziehbare Verwaltungspraxis.“
Im Vorfeld der Sondersitzung hat David an einem persönlichen Gespräch mit der Familie Rouf teilgenommen. Dabei standen insbesondere die Folgen der Abschiebung des Familienvaters und der volljährigen Tochter sowie die Situation der zurückgebliebenen Familienmitglieder im Mittelpunkt.
„Im persönlichen Gespräch wird deutlich, welche Folgen solche Entscheidungen für die Menschen haben. Eine Familie wurde auseinandergerissen, gewachsene Bindungen wurden zerschnitten und Zukunftsperspektiven infrage gestellt“, sagt David. „Wir sprechen hier nicht über einen abstrakten Verwaltungsvorgang, sondern über Menschen, die in Leverkusen ihren Lebensmittelpunkt haben. Ihre Lebensrealität muss bei solchen Entscheidungen angemessen berücksichtigt werden.“
Die grüne Ratsfraktion hat gemeinsam mit SPD, Die Linke und Volt/Bürgerliste bereits einen Antrag eingebracht, der auf eine rechtsstaatliche und integrationsfördernde Verwaltungspraxis abzielt. Künftig soll insbesondere vor dem Entzug einer Duldung geprüft werden, ob eine Verfahrensduldung oder eine andere rechtlich zulässige Absicherung des Aufenthalts möglich ist. Zudem sollen regelmäßige anonymisierte Berichte dem Rat mehr Transparenz über die entsprechenden Verfahren ermöglichen.
„Die öffentliche Aufmerksamkeit macht deutlich, dass der Fall Rouf Fragen aufwirft, die weit über das individuelle Schicksal der Familie hinausgehen“, erklärt Claudia Wiese, Vorsitzende der grünen Ratsfraktion. „Wir erwarten von der Sondersitzung nachvollziehbare Antworten darauf, wie die Entscheidungen zustande gekommen sind, welche rechtlichen Möglichkeiten geprüft wurden und welche Konsequenzen die Verwaltung daraus ziehen will. Der Rat muss seine Kontrollfunktion wahrnehmen können.“
Der Fall Rouf bewegt viele Menschen
Der Fall Rouf interessiert nicht nur Leverkusen. Auch große Nachrichten-Sender wie der WDR haben darüber berichtet. Die Grünen im Rat stellen eine wichtige Frage: Wie kann die Ausländerbehörde fair entscheiden?
Rupy David spricht für die Grünen. Sie sagt: „Wir wollen mehr wissen. Es gibt vielleicht Probleme in der Behörde. Diese Probleme müssen wir beheben. Die Behörde muss ihre Entscheidungen erklären."
David hat die Familie Rouf besucht. David sagt: „Das ist eine echte Familie. Sie hat hier gelebt. Das muss man beachten."
Die Grünen fordern Veränderungen
Claudia Wiese führt die Grünen im Rat. Sie sagt: „Der Fall Rouf zeigt: Es gibt große Fragen. Der Rat muss kontrollieren können. Wir wollen wissen: Wie hat die Behörde entschieden? Was hat sie überlegt? Was macht sie jetzt anders?"