Abschiebung der Familie Rouf: ‚Rechtlich möglich‘ heißt nicht ‚menschlich richtig‘

Abschiebung der Familie Rouf: ‚Rechtlich möglich‘ heißt nicht ‚menschlich richtig‘

Menschenrechte Migration
Fraktion Grüne Lev

16.10.2026

Die grüne Ratsfraktion Leverkusen kritisiert die Abschiebung der Familie Rouf. Trotz ihrer positiven Integrationsbemühungen muss die Familie mit fünf Kindern, darunter vier Minderjährige, Deutschland verlassen. Einige der Kinder kennen Sri Lanka kaum oder überhaupt nicht. Sie werden aus ihrem vertrauten Leben gerissen und in ein Land abgeschoben, in dem insbesondere für religiöse Minderheiten sowie Frauen und Mädchen erhebliche gesellschaftliche und menschenrechtliche Probleme bestehen.

„Hier wird einer Familie buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen. Fünf Kinder verlieren ihr Zuhause, ihre Freunde und ihre vertraute Umgebung. Sie müssen die Konsequenzen einer Entscheidung tragen, auf die sie keinerlei Einfluss haben. Dass es trotz aller Integrationsbemühungen so weit kommen musste, ist für mich menschlich kaum zu begreifen“, erklärt Rupy David, Landtagskandidatin und sozialpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion.

Besonders schwer wiegt für die Fraktion, dass weder der Empfehlung des Petitionsausschusses noch dem Ersuchen der Härtefallkommission gefolgt wurde. Dabei war bereits eine Bescheinigung über den vorläufigen Aufenthalt ausgestellt worden. Auch die §§ 25a und 25b des Aufenthaltsgesetzes eröffnen unter bestimmten Voraussetzungen Bleibeperspektiven für gut integrierte Menschen. Mit § 23a besteht zudem die Möglichkeit, auf Grundlage eines Härtefallersuchens eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen.

Claudia Wiese, Vorsitzende der grünen Ratsfraktion, kritisiert den Umgang mit den vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten: „Wir stellen nicht infrage, dass die Ausländerbehörde rechtskonform handelt. Aber Rechtmäßigkeit allein beantwortet nicht die Frage nach Menschlichkeit und Verantwortung. Wenn das Aufenthaltsrecht Möglichkeiten eröffnet, muss ernsthaft geprüft werden, wie diese zugunsten einer gut integrierten Familie genutzt werden können. Dass selbst die Empfehlungen des Petitionsausschusses und der Härtefallkommission nicht zu einer anderen Entscheidung geführt haben, ist für uns zutiefst enttäuschend.“