Stadt soll bei Begrünung vorangehen

07.09.2026

Stadt soll bei Begrünung vorangehen

Umwelt- und Klimaschutz
Fraktion Grüne Lev

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will Schotter-, Kies- und Kunstrasenflächen auf städtischen Grundstücken und im öffentlichen Raum systematisch zurückbauen. Zugleich soll die Stadt das geltende Begrünungsgebot konsequenter umsetzen. Für die GRÜNEN ist klar: Wer eine klimaangepasste Stadt will, darf wertvolle Flächen nicht unnötig unter Schotter verschwinden lassen.

„Die vergangenen heißen Wochen haben erneut gezeigt, wie dringend wir mehr Grün in der Stadt brauchen. Schotter heizt sich auf, bietet Tieren kaum Lebensraum und hilft uns bei Starkregen kein Stück weiter. Wo heute graue Flächen liegen, sollten deshalb künftig möglichst Pflanzen wachsen“, erklärt Dr. Stefan Pausch, umweltpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion.

Die Verwaltung soll zunächst erfassen, wo sich auf städtischen Liegenschaften und im öffentlichen Straßenraum Schotter-, Kies- oder Kunstrasenflächen befinden. Innerhalb von sechs Monaten soll sie dem Ausschuss für Bürgereingaben und Umwelt eine Bestandsaufnahme vorlegen und anschließend einen konkreten Fahrplan für den schrittweisen Rückbau entwickeln.

Dabei nehmen die GRÜNEN ausdrücklich auch die Stadt selbst in die Pflicht. Bevor Leverkusen gegenüber privaten Eigentümerinnen und Eigentümern auf die geltenden Vorgaben pocht, müsse sie auf ihren eigenen Grundstücken und Flächen konsequent handeln.

„Regeln zur Begrünung dürfen nicht nur auf dem Papier stehen. Die Stadt muss sie ernst nehmen – und dabei zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Wer von anderen mehr Grün erwartet, muss selbst zeigen, dass Klimaanpassung und Artenschutz im Alltag tatsächlich Priorität haben“, betont Claudia Wiese, Fraktionsvorsitzende der grünen Ratsfraktion.

Auch auf privaten Grundstücken soll das Begrünungsgebot der Landesbauordnung stärker umgesetzt werden. Dabei setzen die GRÜNEN zunächst auf Information, Beratung und Eigenverantwortung statt auf eine Politik mit erhobenem Zeigefinger. Erst wenn trotz entsprechender Hinweise dauerhaft gegen die Vorgaben verstoßen wird, sollen ordnungsrechtliche Möglichkeiten genutzt werden.

Zusätzlich soll die Verwaltung prüfen, wie Eigentümerinnen und Eigentümer bei der Umgestaltung bestehender Schottergärten unterstützt werden können – etwa durch Beratung, kommunale Förderung oder Förderprogramme von Land, Bund und EU. Auch eine rechtssichere Konkretisierung über Gestaltungssatzungen oder Bebauungspläne soll untersucht werden.

Für die GRÜNEN geht es dabei um mehr als einzelne Vorgärten: Weniger Schotter und mehr lebendiges Grün helfen gegen sommerliche Hitze, verbessern die Aufnahme von Regenwasser, schaffen Lebensräume für Insekten und machen Leverkusen insgesamt lebenswerter.