Öffentliche Grünflächen dürfen nicht nur Geld kosten – sie können zugleich einen ökologischen, sozialen und stadtgestalterischen Mehrwert schaffen. Die grüne Ratsfraktion will deshalb prüfen lassen, wie das Konzept der „Essbaren Stadt“ auch in Leverkusen umgesetzt werden kann. Ziel ist es, vorhandene Flächen besser zu nutzen und mit möglichst gleichem Mitteleinsatz mehr für Biodiversität, Klimaanpassung und gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen.
Vorbild ist die Stadt Andernach, die seit 2010 ausgewählte öffentliche Flächen mit Obst, Gemüse, Kräutern und anderen Nutzpflanzen gestaltet. Dort zeigt sich, dass kommunale Grünflächen weit mehr sein können als reine Zier- oder Pflegeflächen: Sie machen Natur erlebbar, schaffen Orte der Begegnung und werten zugleich das Stadtbild auf.
„Wir müssen unsere Grünflächen stärker danach betrachten, was sie für die Stadt und die
Menschen leisten können. Wenn wir mit vorhandenen Mitteln gleichzeitig mehr für Arten-
vielfalt, Klimaanpassung und Lebensqualität erreichen können, sollten wir diese Chance nutzen“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese.
Die grüne Ratsfraktion fordert deshalb, geeignete städtische Flächen für ein oder mehrere Pilotprojekte zu identifizieren. Dabei soll ausdrücklich kein zusätzliches Programm mit dauerhaft neuen Kosten entstehen. Vielmehr geht es darum, bestehende Ausgaben für Grünflächen wirkungsvoller einzusetzen. Die Verwaltung soll deshalb prüfen, welche Kosten entstehen, wo sich Pflegeaufwand reduzieren oder sinnvoll verändern lässt und welche Fördermittel genutzt werden können.
„Gerade in der angespannten finanziellen Lage der Stadt muss stärker darauf geachtet werden, welchen Nutzen jeder eingesetzte Euro bringt. Wenn eine Grünfläche gleichzeitig Lebensraum für Insekten schafft, zur Kühlung beiträgt, Umweltbildung ermöglicht und Menschen zusammenbringt, kann sie deutlich mehr leisten als eine Fläche, die lediglich regelmäßig gepflegt werden muss“, ergänzt der umweltpolitische Sprecher Dr. Stefan Pausch.
Zugleich bietet die „Essbare Stadt“ die Chance, Menschen vor Ort stärker einzubeziehen. Schulen und Kitas, Vereine, Senioreneinrichtungen, Integrationsprojekte oder Beschäftigungsträger könnten an Pflege, Umweltbildung und gemeinschaftlichen Projekten beteiligt werden. So können aus bislang wenig genutzten Grünflächen Orte entstehen, die einen echten Mehrwert für das Quartier bieten.
Die Verwaltung soll dem Rat bis zum zweiten Quartal 2027 konkrete Vorschläge vorlegen, auf welchen Flächen und unter welchen finanziellen Bedingungen erste Pilotprojekte für eine „Essbare Stadt Leverkusen“ umgesetzt werden können.
Essbare Stadt Leverkusen
Öffentliche Grünflächen kosten Geld. Aber sie können noch mehr tun. Sie können der Natur helfen. Sie können Menschen zusammenbringen. Sie können die Stadt schöner machen.
Die grüne Ratsfraktion hat eine Idee. Sie heißt „Essbare Stadt". Das bedeutet: Die Stadt pflanzt Obst, Gemüse und Kräuter auf öffentlichen Flächen.
Die Stadt Andernach macht das seit 2010. Dort wachsen auf öffentlichen Flächen Äpfel, Tomaten und Kräuter. Das funktioniert gut. Die Menschen mögen es. Die Natur profitiert.
Das Ziel in Leverkusen
Leverkusen soll es genauso machen. Mit diesem Plan sparen wir Geld. Wir nutzen die Flächen besser. Wir helfen mehr Tieren und Pflanzen.
Die Stadt muss nicht mehr Geld ausgeben. Wir nutzen das vorhandene Geld besser. Wir verändern die Pflege der Grünflächen.
Was die Stadt tun soll
- Geeignete Flächen für Projekte suchen
- Kosten für die Projekte prüfen
- Möglichkeiten für weniger Arbeit finden
- Nach Förderung ( = Geldunterstützung) suchen
Wer kann mitmachen?
Schulen und Kindergärten können helfen. Vereine können helfen. Alte Menschen können helfen. Alle können zusammen arbeiten. So entstehen neue Treffpunkte für die Menschen.
Die Verwaltung soll bis zum zweiten Quartal 2027 konkrete Pläne vorlegen. Dann wissen wir genau: Wo können wir starten? Was kostet es?