21.10.2026
Wer in Leverkusen arbeitet, eine Ausbildung absolviert und sich erfolgreich integriert hat, darf seine Perspektive nicht durch vermeidbare aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten verlieren. Mit einem gemeinsamen Antrag setzen sich die grüne Ratsfraktion, SPD, Die Linke und Volt/Bürgerliste für eine rechtsstaatliche und integrationsfördernde Verwaltungspraxis der Ausländerbehörde ein.
Hintergrund ist die bisherige Praxis, in bestimmten laufenden Aufenthaltsverfahren eine bestehende Duldung zu entziehen und stattdessen lediglich eine Bescheinigung über den vorübergehenden Aufenthalt ohne amtliche Aufenthaltsdokumente auszustellen. Dies kann dazu führen, dass Betroffene ihre Beschäftigungserlaubnis verlieren, obwohl sie die wesentlichen Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel bereits erfüllen und lediglich die abschließende Prüfung eines Passes aussteht.
„Es kann nicht sein, dass Menschen, die hier arbeiten, eine Ausbildung machen und sich eine Zukunft aufgebaut haben, plötzlich ihre berufliche Perspektive verlieren, obwohl sie kurz vor der Erteilung eines Aufenthaltstitels stehen. Besonders widersprüchlich ist es, wenn ausgerechnet die Erfüllung behördlicher Mitwirkungspflichten ihre Situation verschlechtert. Integration braucht Verlässlichkeit und darf nicht durch vermeidbare Verwaltungsentscheidungen gefährdet werden“, erklärt Rupy David, Landtagskandidatin und sozialpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion.
Der gemeinsame Antrag fordert deshalb, diese Verwaltungspraxis im rechtlich zulässigen Rahmen weitestgehend zu beenden. Stattdessen soll vor dem Entzug einer Duldung geprüft werden, ob eine Verfahrensduldung oder eine andere rechtlich zulässige Aufenthaltsabsicherung möglich ist. Darüber hinaus sollen besondere Härtefälle frühzeitig geprüft und gegebenenfalls die Ausländerrechtliche Beratungskommission oder andere zuständige Stellen einbezogen werden.
Zudem soll die Verwaltung künftig halbjährlich anonymisiert über entsprechende Entscheidungen, entzogene Duldungen, erteilte Verfahrensduldungen und den weiteren Verlauf der Aufenthaltsverfahren berichten. Auch Fälle im Zusammenhang mit der Härtefallkommission Nordrhein-Westfalen sollen berücksichtigt werden.
„Wir erwarten von der Stadtverwaltung, dass sie ihre rechtlichen Handlungsspielräume verantwortungsvoll ausschöpft und ihre Entscheidungen nachvollziehbar begründet. Es geht ausdrücklich nicht darum, geltendes Recht zu umgehen, sondern bestehende Möglichkeiten im Sinne einer erfolgreichen Integration zu nutzen. Mit dem gemeinsamen Antrag wollen wir zugleich für mehr Transparenz sorgen und sicherstellen, dass der Rat die Verwaltungspraxis angemessen begleiten kann“, betont Claudia Wiese, Vorsitzende der grünen Ratsfraktion.
Die vier Fraktionen verfolgen damit das gemeinsame Ziel, Rechtssicherheit und gelungene Integration miteinander zu verbinden. Bereits erreichte Fortschritte sollen geschützt, vermeidbare Härten verhindert und verlässliche Perspektiven für die betroffenen Menschen geschaffen werden.
Menschen mit Arbeit sollen sicher bleiben
Du arbeitest in Leverkusen und machst eine Ausbildung? Dann sollst du deine Zukunft nicht verlieren. Vier Parteien kämpfen dafür: Die GRÜNEN, SPD, Die Linke und Volt/Bürgerliste.
Das Problem ist: Die Behörde (Ausländerbehörde) nimmt manchen Menschen ihren Aufenthalts-Status weg. Sie bekommen nur ein einfaches Papier. Dann verlieren sie ihre Arbeits-Erlaubnis. Das ist unfair. Sie haben fast schon alles für einen echten Aufenthalts-Titel erfüllt.
Rupy David erklärt: „Menschen, die hier arbeiten und eine Ausbildung machen, sollen nicht plötzlich ihre Arbeit verlieren. Das ist nicht richtig. Integration braucht Sicherheit."
Das fordern die vier Parteien:
- Diese unfaire Praxis soll aufhören.
- Vor dem Entzug muss man prüfen: Gibt es andere Lösungen?
- Besonders schwierige Fälle sollen früh geprüft werden.
- Die Stadt soll halbjährlich berichten: Was hat sie entschieden?
Claudia Wiese betont: „Wir wollen keine neuen Gesetze brechen. Wir wollen nur die bestehenden Regeln klüger nutzen. So helfen wir Menschen, die integriert sind."
Das Ziel ist klar: Sicherheit und gelungene Integration zusammen bringen. Menschen sollen verlässliche Perspektiven haben.